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  Heute endet meine 10monatige Reise durch die Welt, der Flieger geht in wenigen Stunden. Drei Mal bin ich kurz zu Besuch in Deutschland gewesen, um kleinere Dinge zu erledigen und die Familie und Freunde wiederzusehen. 263 Tage, incl. Ab- und Rückreisetagen, war ich auf 5 Kontinenten in 16 Ländern unterwegs. Ich habe wieder unglaublich viel gesehen und erlebt, wenig ist schief gegangen, ich bin nie bestohlen oder überfallen worden und es gab auch sonst kaum knifflige Situationen, in denen es schlimm hätte enden können. Aber wie schon mein ganzes Leben lang hat auch dieses Mal mein Schutzengel auf mich aufgepasst und er hat großartige Arbeit geleistet. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich mit ihm gesegnet bin. Bis auf kleinere Blessuren ist nichts gewesen, was erwähnenswert wäre. Die Welt hat sich verändert, für mich ganz direkt heißt das, dass sich einige der durch die Kalorien im heimischen Fernsehsessel über Jahre verursachten Flurschäden (12 kg) verflüchtigt haben, ich ko...

Überleben

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Den täglichen Überlebenskampf bekommt man allerorten mit. Gebettelt wird überall. Um Geld, Hygieneartikel, um Klamotten. Anscheinend teilweise sehr erfolgreich, die meisten Jugendlichen tragen Nike-Sneaker. Durchaus möglich, dass die aber von den Verwandten im Ausland geschickt worden sind. In Kolumbien oder Südafrika war die Frequenz wesentlich geringer. Reich sind sie alle dennoch nicht. Die Hälfte meines Koffers habe ich im Laufe der Woche verteilt, auch mein altes Mobiltelefon habe ich verschenkt, allein der Gesichtausdruck des unverhofft Beschenkten war es das Wert. Nun fliegt im Koffer alles Durcheinander, aber das wird schon irgendwie gehen, 10 kg Gepäck so wenig hatte ich noch nie auf der Waage. Meine Blogeinträge schicke ich erst nachdem ich das Land verlassen habe. Kuba 2.0, zwar funktioniert nicht alles perfekt online, aber die Überwachung per Telefon ist natürlich nun auch hier sehr einfach. Ich riskiere da lieber nichts. Jemand lacht mich allerdings aus, als ich ihm von m...

Mangel

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Als ich am Morgen aufwac he, juckt es mich am Kopf, ungewöhnlich und sehr stark. Die schnelle Recherche im Internet lässt vermuten, dass es die kleinen Kopftierchen sein könnten. Zwar kann ich weder etwas erfühlen, noch sieht man etwas auf den "Kopfselfies". Um auf Nummer sicher zu gehen, suche ich eine Apotheke in der Nähe und laufe dorthin. Sie ist da, sie ist offen und es sitzen zwei Damen darin. Allerdings gibt es nichts darin, was nach Apotheke aussieht. Der Laden besteht aus leeren Regalen, so dass ich vermute, dass das Geschäft eben nicht mehr existiert. Falsch: es ist nach wie vor eine Apotheke, nur gibt es eben nichts! Mir wird eine hoteleigene Apotheke im Hotel Inglaterra empfohlen. Dort gibt es genau 2 kleine Päckchen mit Verbandszeug und eine uralte Packung Paracetamol. Immerhin beruhigt mich die Apothekerin nach ihrer Inspektion meines Kopfes und diagnostiziert einen Sonnenbrand. Könnte hinkommen. Eine Person, der ich irgendwo begegne, erzählt vom Drama um ihre ...

Es stinkt

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  Am Montag war ich am Strand. Vom Kapitol fährt ein Touristenbus, den man nehmen kann, und der direkt nach Santa Maria fährt. Bezahlen muss man immer mit Devisen oder mit Kreditkarte, mit kubanischem Geld wird man nicht transportiert. Der Staat braucht Einnahmequellen. Die DDR lässt grüßen. Knapp 40 Minuten später befinde ich mich am Meer, vor mir ein langer Sandstrand, der übersät ist mit leeren Getränkedosen. Man kann inmitten dieses Dosenmeeres einen Sonnenschirm und einen Stuhl mieten. Die Verkäufer nehmen dankend das Geld für diese Dienstleistung, die Dosen wegzuräumen fällt nicht in ihre Zuständigkeit. Da das dann aber auch nicht einladend ist, gehe ich einfach ein wenig spazieren. Schön, aber nicht spektakulär, so dass ich recht bald wieder zurück in die Stadt fahre. Abends schlendere ich gerne durch die alte, bruchreife Stadt und mir fällt auf, dass es durchweg elendig stinkt.  Havanna ist ein großes Urinal. Überall in den Kolonnaden und an dunklen Ecken herrscht ei...

Zerfall und Aufbau – ein Wettlauf gegen die Zeit

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Die Altstadt wird bald nicht mehr da sein. In jeder Straße gibt es bereits Lücken, Häuser sind endgültig verloren gegangen, die restlichen stehen irgendwie noch aufrecht. Sanierte Häuser gibt es nur an den zentralen touristischen Orten rund um den Prado oder dem Kapitol. Hier sind die großen Hotels zu finden, die man sehr schön saniert hat. Sobald man in die Nebenstraßen schaut, zeigt sich allerorten dasselbe Bild. Kaum ein Haus, das nicht kurz vor dem Zusammenbruch steht. Auf der Straße spricht mich eine etwa gleichaltrige Dame an, als ich Fotos mache.  Es entwickelt sich ein schönes Gespräch über die Schönheit der Gebäude und der Trauer darüber, dass alles zerfällt. Baumaterialien gibt es keine und wenn, dann schafft man es nicht in der nötigen Geschwindigkeit der Lage Herr zu werden. Als ich ihr sage, dass ich das erste Mal vor 20 Jahren hier gewesen bin, fragt sie mich, ob ich die Stadt wiedererkenne, denn es hätte sich schon sehr viel geändert. So ist es inzwischen, wie ich ve...

La Habana

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  Den ersten Abend verbringe ich in der Subkultur Havannas. War vor 20 Jahren der Malecon ‚the place to be and to meet’, so hat sich das Geschehen heute etwas weiter in die Stadt verlagert. In Vedado gibt es eine Revuebar namens „Las Vegas“. Hier gibt es die üblichen Dragshows, die ich zuhauf und weltweit gesehen habe, aber so sehr viel mehr gibt es nicht, wo man hingehen kann. Also ist das nun eben der Ort, wo man hingeht. Leider öffnet alles extrem spät – dieser Laden gegen 23.00 Uhr. Das ist so gar nicht meine Uhrzeit. Nebenan gibt es aber eine Art Schnellrestaurant, wo sich die Meute vorweg trifft. Ein Showlaufen sondergleichen. Ins Las Vegas gehe ich schließlich gar nicht, sondern übe Spanisch mit den Kubanern auf der Straße. Man muss sich schon sehr anstrengen allein dort zu stehen. Irgendwer quatscht einen schon an. Schließlich stehe ich am frühen Morgen noch immer bei lauen 26 Grad draußen auf der Straße und genieße die Atmosphäre sehr. Der Sonntag beginnt entsprechen...