MAHJONGG!!
Zwei Wochen China und ich habs geschafft: Ich habe Mahjongg (gesprochen Ma jiang) gespielt! Überall, im Park, auf der Straße sitzen sie und spielen es. Wie kommt man jetzt ins Spiel? Interessiert zuschauen - Platzangebot annehmen - noch interessierter dreinschauen Aufforderung mitzuspielen unbedingt annehmen! Meinen drei Mahjongg-Spielrunden muss ich nicht erklären wie gerne ich das spiele und was mir dieser Moment bedeutet.
Es blieb nur bei einem Spiel, das ich auch fast gewann, allerdings mit Hilfen, denn die spielen das hier einigermaßen anders und verdammt schnell!
Für Uneingeweihte: Mahjongg ist ein Spiel, das sehr dem Rommè-Spiel ähnelt. Man sammelt gleiche Steine und gewinnt, wenn man als Erster fertig ist.
Für Eingeweihte: Pongs, Kans und Chis gibts bei denen hier auch, allerdings sammeln die hier anders, so werfen sie hin und wieder Pärchen ab, wobei ich nicht verstanden habe warum. Winde und Drachen gibt es bei der, von der am meisten hier gespielten Variante, nicht, wobei die Spiele auf dem Markt mit den Trümpfen verkauft werden. Auch die Zählerei läuft komplett anders das geht alles ganz schnell ohne irgendwelche Differenzen zu zählen. Zugeschaut habe ich dann noch eine Weile, aber die genauen örtlichen Spielregeln zu durchschauen ist ohne Sprachkenntnisse nicht möglich.
Mahjongg wird nicht nur auf der Strasse, sondern auch in Spielsalons gespielt. Der Suchtfaktor ist hoch, denn nicht nur der Glücksspieleffekt macht die Chinesen (und nicht nur die) abhängig, sondern vor allem auch der Knalleffekt, wenn sie die Steine donnernd auf den Tisch hauen.
Aus meinem Alternativ-Reiseführer:
Je mehr es knallt und kracht, umso wohler ist den Spielern: Weniger den Nachbarn und am Allerwenigsten den Angestellten der Majiang-Salone: Hongkongs Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, wonach für Gehörverlust Entschädigung zusteht; das Gesetz richtet sich an DJs, Schlachthof-Arbeiter und Bedienstete in Majiang-Salonen.
In Hongkonger Zeitungen kann man noch immer solche Meldungen lesen: Or Oi-chu wurde zuletzt lebend gesehen beim Mahjongg-Spiel in North Point vor acht Tagen. Man übertrage das auf eine Zeitungsmeldung in Deutschland: Else Müller wurde zuletzt beim Rommè-Spiel gesehen!
Ansonsten schlage ich mich wacker durch die Beschriftung auf Englisch ist hier, so scheint es, komplett eingestellt, bzw. nie eingeführt worden. Es ist ALLES auf Chinesisch. Meinen Freunden sei für das Bilder-Wörterbuch gedankt. Letzte Möglichkeit halbwegs erklären zu können was man will. Ein paar Verrenkungen, ein paar Bilder zeigen und dann hoffen, dass das Richtige dabei heraus kommt.
Im Hinblick auf die Stadtpläne hilft das dann aber doch nicht wirklich sie sind nicht lesbar. Es muss ein wunderbarer Anblick sein die Langnase dabei zu beobachten, wie sie den öffentlichen Stadtplan mit dem des Reiseführers versucht abzugleichen. Drehen - sieht diese Straßenecke nicht genau so aus wie im Reiseführer? weitersuchen, Kopf um 180° nach unten verbiegen nachmessen - Reiseführer drehen usw. Der Chinese wird das wohl für die deutsche Schattenbox-Variante halten. Wo zum Teufel bin ich?! Hätte ich das Hotel nicht in chinesischer Schrift auf einem Zettel notieren lassen ich hätte es niemals gefunden. Die Taxen lotse ich hier auf Sicht. Da es einige markante Hochhäuser gibt, geht das einigermaßen. Was ich hier in den Hotels beim Einchecken unterschreibe ich weiß es nicht, denn, ich wiederhole mich, alles auf Chinesisch. Wahrscheinlich habe ich mit meinen Unterschriften inzwischen bereits mein gesamtes Bankguthaben überschrieben oder mich gar zur Zwangsarbeit im chinesischen Bergbau verpflichtet! Meinen Schülern sage ich immer: Niemals etwas unterschreiben, was ihr nicht versteht und was mache ich?!?!
Ich irre stundenlang durch die Stadt, ohne mir wirklich über meinen Standort im Klaren zu sein. Das macht aber nichts, denn jede neue Straße bringt neue spannende Einblicke. Ich starte in der Schildergasse, wo alles zum Thema Schilder, vom Geschäftsschild bis zur Visitenkarte, zu erwerben ist, biege dann in die Blumengasse Schnittblumen ohne Ende - und finde mich sodann auf dem allgemeinen Markt wieder.
In meinem nächsten Leben möchte ich auf gar keinen Fall als Ente in China wieder geboren werden, denn dann müsste ich live mit ansehen, wie mein Käfiggenosse gegriffen, abgestochen, gerupft, abgefackelt, ausgenommen und anschließend fein säuberlich zerlegt wird. Frischer gehts nicht. Gleich daneben ist die Reisaal-Schlachterei, ebenfalls eine blutige Angelegenheit optisch wenig ansprechend weder das Schlachten noch das Gewimmel von Aalen in einer riesigen Plastikschüssel. Drei Stände weiter hängen Fleischstücke am Haken in der wabernden Hitze. Und zwar alle Teile, aus denen ein Schwein/Rind so besteht. Vom Fuß über den Schwanz bis zum Pansen bzw. den Ohren und der Schnauze. Hmm, lecker, eine Tüte Schweinefußfix von Maggi, 3-4 Schweinefüße dazu und fertig ist die Gourmet-Mahlzeit. Anschließend, für den abendlichen Kinobesuch, eine Tüte kross geröstete Hühnerkrallen erhältlich auch in der Geschmacksrichtung Schnabel. Bestimmt gesünder als dieses süße Popcornzeugs.
Den Franzosen wird es freuen ein Sack Frösche (lebend) steht ebenfalls zum Abverkauf bereit, was sehr lustig (wie gemein) anzuschauen ist eine Ausbeulung hier, eine dort.
Man muss sich gar nicht auskennen: Sehen kann man auch ohne Sprachkenntnisse.
Die nächste Straße voll von Restaurants. Die Sichuan-Spezialität sind kalte Nudeln mit einer Chili-Soße. Ich wage mich daran viel Chili, karamellisierter Zucker, Soja-Soße und Sojasprossen. Schlecht schmeckts nicht, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Und das schöne daran: ein preiswertes Essen, welches lediglich 3 Yuan kostet (=30cent) und das man am nächsten Morgen intensiv Nachfühlen kann. Das ist der eher unangenehme Nebeneffekt der positive ist: Keine Mikrobe überlebt diesen Feuersturm!
Es blieb nur bei einem Spiel, das ich auch fast gewann, allerdings mit Hilfen, denn die spielen das hier einigermaßen anders und verdammt schnell!
Für Uneingeweihte: Mahjongg ist ein Spiel, das sehr dem Rommè-Spiel ähnelt. Man sammelt gleiche Steine und gewinnt, wenn man als Erster fertig ist.
Für Eingeweihte: Pongs, Kans und Chis gibts bei denen hier auch, allerdings sammeln die hier anders, so werfen sie hin und wieder Pärchen ab, wobei ich nicht verstanden habe warum. Winde und Drachen gibt es bei der, von der am meisten hier gespielten Variante, nicht, wobei die Spiele auf dem Markt mit den Trümpfen verkauft werden. Auch die Zählerei läuft komplett anders das geht alles ganz schnell ohne irgendwelche Differenzen zu zählen. Zugeschaut habe ich dann noch eine Weile, aber die genauen örtlichen Spielregeln zu durchschauen ist ohne Sprachkenntnisse nicht möglich.
Mahjongg wird nicht nur auf der Strasse, sondern auch in Spielsalons gespielt. Der Suchtfaktor ist hoch, denn nicht nur der Glücksspieleffekt macht die Chinesen (und nicht nur die) abhängig, sondern vor allem auch der Knalleffekt, wenn sie die Steine donnernd auf den Tisch hauen.
Aus meinem Alternativ-Reiseführer:
Je mehr es knallt und kracht, umso wohler ist den Spielern: Weniger den Nachbarn und am Allerwenigsten den Angestellten der Majiang-Salone: Hongkongs Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, wonach für Gehörverlust Entschädigung zusteht; das Gesetz richtet sich an DJs, Schlachthof-Arbeiter und Bedienstete in Majiang-Salonen.
In Hongkonger Zeitungen kann man noch immer solche Meldungen lesen: Or Oi-chu wurde zuletzt lebend gesehen beim Mahjongg-Spiel in North Point vor acht Tagen. Man übertrage das auf eine Zeitungsmeldung in Deutschland: Else Müller wurde zuletzt beim Rommè-Spiel gesehen!
Ansonsten schlage ich mich wacker durch die Beschriftung auf Englisch ist hier, so scheint es, komplett eingestellt, bzw. nie eingeführt worden. Es ist ALLES auf Chinesisch. Meinen Freunden sei für das Bilder-Wörterbuch gedankt. Letzte Möglichkeit halbwegs erklären zu können was man will. Ein paar Verrenkungen, ein paar Bilder zeigen und dann hoffen, dass das Richtige dabei heraus kommt.
Im Hinblick auf die Stadtpläne hilft das dann aber doch nicht wirklich sie sind nicht lesbar. Es muss ein wunderbarer Anblick sein die Langnase dabei zu beobachten, wie sie den öffentlichen Stadtplan mit dem des Reiseführers versucht abzugleichen. Drehen - sieht diese Straßenecke nicht genau so aus wie im Reiseführer? weitersuchen, Kopf um 180° nach unten verbiegen nachmessen - Reiseführer drehen usw. Der Chinese wird das wohl für die deutsche Schattenbox-Variante halten. Wo zum Teufel bin ich?! Hätte ich das Hotel nicht in chinesischer Schrift auf einem Zettel notieren lassen ich hätte es niemals gefunden. Die Taxen lotse ich hier auf Sicht. Da es einige markante Hochhäuser gibt, geht das einigermaßen. Was ich hier in den Hotels beim Einchecken unterschreibe ich weiß es nicht, denn, ich wiederhole mich, alles auf Chinesisch. Wahrscheinlich habe ich mit meinen Unterschriften inzwischen bereits mein gesamtes Bankguthaben überschrieben oder mich gar zur Zwangsarbeit im chinesischen Bergbau verpflichtet! Meinen Schülern sage ich immer: Niemals etwas unterschreiben, was ihr nicht versteht und was mache ich?!?!
Ich irre stundenlang durch die Stadt, ohne mir wirklich über meinen Standort im Klaren zu sein. Das macht aber nichts, denn jede neue Straße bringt neue spannende Einblicke. Ich starte in der Schildergasse, wo alles zum Thema Schilder, vom Geschäftsschild bis zur Visitenkarte, zu erwerben ist, biege dann in die Blumengasse Schnittblumen ohne Ende - und finde mich sodann auf dem allgemeinen Markt wieder.
In meinem nächsten Leben möchte ich auf gar keinen Fall als Ente in China wieder geboren werden, denn dann müsste ich live mit ansehen, wie mein Käfiggenosse gegriffen, abgestochen, gerupft, abgefackelt, ausgenommen und anschließend fein säuberlich zerlegt wird. Frischer gehts nicht. Gleich daneben ist die Reisaal-Schlachterei, ebenfalls eine blutige Angelegenheit optisch wenig ansprechend weder das Schlachten noch das Gewimmel von Aalen in einer riesigen Plastikschüssel. Drei Stände weiter hängen Fleischstücke am Haken in der wabernden Hitze. Und zwar alle Teile, aus denen ein Schwein/Rind so besteht. Vom Fuß über den Schwanz bis zum Pansen bzw. den Ohren und der Schnauze. Hmm, lecker, eine Tüte Schweinefußfix von Maggi, 3-4 Schweinefüße dazu und fertig ist die Gourmet-Mahlzeit. Anschließend, für den abendlichen Kinobesuch, eine Tüte kross geröstete Hühnerkrallen erhältlich auch in der Geschmacksrichtung Schnabel. Bestimmt gesünder als dieses süße Popcornzeugs.
Den Franzosen wird es freuen ein Sack Frösche (lebend) steht ebenfalls zum Abverkauf bereit, was sehr lustig (wie gemein) anzuschauen ist eine Ausbeulung hier, eine dort.
Man muss sich gar nicht auskennen: Sehen kann man auch ohne Sprachkenntnisse.
Die nächste Straße voll von Restaurants. Die Sichuan-Spezialität sind kalte Nudeln mit einer Chili-Soße. Ich wage mich daran viel Chili, karamellisierter Zucker, Soja-Soße und Sojasprossen. Schlecht schmeckts nicht, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Und das schöne daran: ein preiswertes Essen, welches lediglich 3 Yuan kostet (=30cent) und das man am nächsten Morgen intensiv Nachfühlen kann. Das ist der eher unangenehme Nebeneffekt der positive ist: Keine Mikrobe überlebt diesen Feuersturm!
Kommentare
Lg Chris
an dir ist ein begnadeter schriftsteller verlorengegengen
für das nächste jahr brauch ich dann wohl kein roman
bleib gesund lg steffi