Reisen
Auf zum Bahnhof - der Vorsichtige in mir raet zum rechtzeitigen Aufbruch - eine weise Entscheidung! Gefuehlte 2 Millionen Chinesen hatten dieselbe Idee! Okay, ich uebertreibe, es ist nur eine Milliion. Allerdings nicht mitgezaehlt diejenigen, die spaeter aufbrechen. Kurz - es wimmelt wieder - ein Meer schwarzer Haeupter, am Horizont der Eingang zum Bahnsteig.
Stellt sich die Frage wie jetzt dorthin kommen? Etwas widerwillig gestehe ich mir ein, dass die Antwort darin liegt sich einen Weg durch die Massen zu bahnen. Mittlerweile bin ich durch und durch nass, als kaeme ich frisch aus der Dusche, aber es hilft nichts, nasser geht eh nicht. Und: ich schaffe es zum Zug - sogar zu meinem Waggon, denn der Zug besteht aus gefuehlten 500 Waggons - ok, ok, uebertrieben: 200 sind es nur.
Wenig ueberrascht und ebenso wenig erfreut betrete ich ein 3-Sterne Eisfach. So eine Erkaeltung will ja schliesslich bei Laune gehalten, wenn nicht gar ausgebaut werden!
Der naechste Apothekenbesuch ist mir sicher. 13 Stunden Zugfahrt liegen vor mir und ich bedaure ein wenig, dass ich nicht geduldig auf den naechsten moeglichen Zug mit freiem Liegeplatz gewartet habe.
Kaum faehrt der Zug los, kramt der gemeine Chinese seine 5-Minuten-Terrine hervor und holt sich heisses Wasser, welches man sich zwischen den Waggons abholen kann. Die Suppe wird sodann geloeffelt oder gestaebelt halt. Und sie schluerfen doch!!!
Auch fuehrt (fast) jeder Chinese ein Marmeladenglas mit sich, in dem Tee aufgebrueht werden kann. Der chinesiche Henkelmann sozusagen.
Es folgt die Vorstellung des Zugabteils-, Zug-, Waggonchefs?? Welche Position er besetzt, keine Ahnung, aber er haelt eine zackige Rede, die mit einem militaerischen Gruss endet. Applaus brandet durchs Abteil, wie ich ihn sonst nur von deutschen Pauschaltouristen kenne, die bei der Landung ihres Fliegers durch heftiges Applaudieren ihre Freude darueber ausdruecken, dass sie nicht abgestuerzt sind.
Wie in weltweit allen oeffentlich zugaenglichen Toiletten bin ich auch hier wieder sehr froh darueber der maennlichen Gattung Mensch anzugehoeren. Latz auf, loslegen, Latz zu, fertig. Dem Reisegott sei dank, dass sich mein derzeit fehlendes Wohlbefinden "nur" auf eine Erkaeltung bezieht und nicht auf einen Mikroben-Grossangriff mit den bekannten Folgen.
Eindruecke:
Stunde 1: Monokulturen Maisfelder so weit das Auge reicht.
Stunde 2: es bleibt bei Mais
Stunde 3: es daemmert und meine ausnahmslos chinesischen Mitreisenden offerieren mir Nudelsuppe, Pfirsiche und Tee.
Stunde 4: Nudelsuppe ist aus
Stunde 5: ungezaehlte Versuche zu schlafen scheitern klaeglich - neuer Halt - es gibt wieder Nudelsuppe.
Stunde 6: zaghafte Gespraechsversuche meiner Mitreisenden. Wilde Gestik, Hilfe durch Reisefuehrer, doch Informationsfluss bleibt sehr begrenzt, Zwei chinesische Studenten von den Sitzen gegenueber helfen mit einzelnen Worten aus, 5 Sitze weiter mischen sich zwei Koreanerinnen ins Gespraech. Etliche neugierige Gesichter ringsherum, Plaetze werden getauscht, jeder will mal vorn sein - man versteht zwar nix, aber halt was neues. Der Auslaender spricht!
Stunde 7: Mindestens 10 Chinesen haben heute gelernt, dass Hitler gar kein Deutscher war!.
Stunde 8: Mitreisende spielen Karten, ich schlafe im Sitzen (90 Grad Lehnen - deswegen Hartsitz!) vor Erschoepfung ein.
Stunde 13: Gottseidank - Ankunft, Abholung durch Hotel, leider warten auf Zimmer.
Fazit:
Chinesen sind ausgesprochen hilfsbereite, freundliche, neugierige und an anderen Menschen interessierte und sehr viel von sich gebende Menschen!
Was besonders beschaemt, wenn man sich diese Zugfahrt von Rostock nach Chemnitz als Chinese ausmalt.....
Stellt sich die Frage wie jetzt dorthin kommen? Etwas widerwillig gestehe ich mir ein, dass die Antwort darin liegt sich einen Weg durch die Massen zu bahnen. Mittlerweile bin ich durch und durch nass, als kaeme ich frisch aus der Dusche, aber es hilft nichts, nasser geht eh nicht. Und: ich schaffe es zum Zug - sogar zu meinem Waggon, denn der Zug besteht aus gefuehlten 500 Waggons - ok, ok, uebertrieben: 200 sind es nur.
Wenig ueberrascht und ebenso wenig erfreut betrete ich ein 3-Sterne Eisfach. So eine Erkaeltung will ja schliesslich bei Laune gehalten, wenn nicht gar ausgebaut werden!
Der naechste Apothekenbesuch ist mir sicher. 13 Stunden Zugfahrt liegen vor mir und ich bedaure ein wenig, dass ich nicht geduldig auf den naechsten moeglichen Zug mit freiem Liegeplatz gewartet habe.
Kaum faehrt der Zug los, kramt der gemeine Chinese seine 5-Minuten-Terrine hervor und holt sich heisses Wasser, welches man sich zwischen den Waggons abholen kann. Die Suppe wird sodann geloeffelt oder gestaebelt halt. Und sie schluerfen doch!!!
Auch fuehrt (fast) jeder Chinese ein Marmeladenglas mit sich, in dem Tee aufgebrueht werden kann. Der chinesiche Henkelmann sozusagen.
Es folgt die Vorstellung des Zugabteils-, Zug-, Waggonchefs?? Welche Position er besetzt, keine Ahnung, aber er haelt eine zackige Rede, die mit einem militaerischen Gruss endet. Applaus brandet durchs Abteil, wie ich ihn sonst nur von deutschen Pauschaltouristen kenne, die bei der Landung ihres Fliegers durch heftiges Applaudieren ihre Freude darueber ausdruecken, dass sie nicht abgestuerzt sind.
Wie in weltweit allen oeffentlich zugaenglichen Toiletten bin ich auch hier wieder sehr froh darueber der maennlichen Gattung Mensch anzugehoeren. Latz auf, loslegen, Latz zu, fertig. Dem Reisegott sei dank, dass sich mein derzeit fehlendes Wohlbefinden "nur" auf eine Erkaeltung bezieht und nicht auf einen Mikroben-Grossangriff mit den bekannten Folgen.
Eindruecke:
Stunde 1: Monokulturen Maisfelder so weit das Auge reicht.
Stunde 2: es bleibt bei Mais
Stunde 3: es daemmert und meine ausnahmslos chinesischen Mitreisenden offerieren mir Nudelsuppe, Pfirsiche und Tee.
Stunde 4: Nudelsuppe ist aus
Stunde 5: ungezaehlte Versuche zu schlafen scheitern klaeglich - neuer Halt - es gibt wieder Nudelsuppe.
Stunde 6: zaghafte Gespraechsversuche meiner Mitreisenden. Wilde Gestik, Hilfe durch Reisefuehrer, doch Informationsfluss bleibt sehr begrenzt, Zwei chinesische Studenten von den Sitzen gegenueber helfen mit einzelnen Worten aus, 5 Sitze weiter mischen sich zwei Koreanerinnen ins Gespraech. Etliche neugierige Gesichter ringsherum, Plaetze werden getauscht, jeder will mal vorn sein - man versteht zwar nix, aber halt was neues. Der Auslaender spricht!
Stunde 7: Mindestens 10 Chinesen haben heute gelernt, dass Hitler gar kein Deutscher war!.
Stunde 8: Mitreisende spielen Karten, ich schlafe im Sitzen (90 Grad Lehnen - deswegen Hartsitz!) vor Erschoepfung ein.
Stunde 13: Gottseidank - Ankunft, Abholung durch Hotel, leider warten auf Zimmer.
Fazit:
Chinesen sind ausgesprochen hilfsbereite, freundliche, neugierige und an anderen Menschen interessierte und sehr viel von sich gebende Menschen!
Was besonders beschaemt, wenn man sich diese Zugfahrt von Rostock nach Chemnitz als Chinese ausmalt.....
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