Dienstleistungen
Brille kaputt? – Meimi ban ha – Kein Problem - neu machen. Nach zwei Jahren ist ein Glas meiner Brille gebrochen. Zum Glück in Thailand, denn in Deutschland ginge der Ärger jetzt richtig los. Die Krankenkasse zahlt nur zum Teil – und damit gehöre ich bereits zu den Privilegierten - Beihilfe weigert sich strikt, wenn es sich nicht gerade um Glasbausteine für einen Maulwurf handelt. Die Kosten gehen in die Hunderte und die Wartezeit in der deutschen Dienstleistungswüste bedeutet tagelange Blindheit.
Hier? Keine Wartezeit, 5 Optikerinnen kümmern sich, Sehstärke messen, Saft verkosten, Wartezeit eine Stunde – fertig ist die neue Brille. Fehlt nur noch die Fußmassage während des Wartens. (Na, Herr Doktor, das wäre doch eine Innovation! :-) Das ganze dann für 25 Euro. Zum Vergleich zuhause: 350 Euro für die gleichen Gläser. Allein das Brillenkaufen finanziert fast schon einen Flug hierher. Hier ist alles Fielmann. Eine Seite dieses Landes, die natürlich aus der Sicht eines gut verdienenden Europäers hoch attraktiv ist. Wo immer man geht und steht – alles ist Dienstleistung. Jedes Restaurant, jedes Hotel, jede Bar hat Unmengen von Angestellten, die sich zwar über Stunden nur miteinander beschäftigen, weil nichts zu tun ist, aber wenn ein Kunde kommt, dann wird rotiert und alles nur Erdenkliche getan, diesen zu umsorgen. Die Produktivität ist dabei natürlich gering, die Löhne lächerlich niedrig. Was wieder klar macht, dass der Spruch „Geld macht nicht glücklich“ die Realität nur ungenügend wieder gibt, „Kein Geld macht unglücklich“ trifft die Sache schon eher. Das allerdings ist dann die Perspektive vieler Thais. Der monatliche Durchschnittslohn in Bangkok ist im landesweiten Vergleich mit etwa 120 Euro recht hoch. Auf dem Land liegt dieser bei um die 50 Euro. Wen wundert es, dass die Stadt die Menschen magisch anzieht. Und die meisten kommen auch irgendwo unter. Und sei es, dass sie in einem Restaurant mit 7 Tischen als vierter oder fünfter Kellner angestellt werden.
Was aber am meisten fasziniert ist, dass die Menschen einem nie ein schlechtes Gewissen vermitteln – im Gegenteil – sie sind unglaublich freundlich und vermitteln eher das Gefühl, es sei ihnen eine Ehre zu Diensten zu sein und dass sie dabei auch noch selbst Spaß haben. Überhaupt ist eine der wichtigsten Lebenseinstellungen: Spaß haben und viel lachen. Was immer auch passiert – nie die Fassung verlieren und weiter lächeln. Stau, Flugzeug verpasst? – Mai pen rai – das macht nichts. Worin liegt der Nutzen sich aufzuregen? Das verdirbt die Laune und ändert nichts. So ganz schaffe ich es nicht diese Einstellung zu übernehmen, wünschte es mir jedoch sehr und beneide die Thais um diese Gabe. Höchst verpönt ist es in der Öffentlichkeit, und ich vermute auch im Privaten, ausfallend zu werden. Streitigkeiten werden mit einem Lächeln geklärt. Während meiner ganzen Aufenthalte in Thailand habe ich noch nie einen Streit zwischen Thais mitbekommen – zwischen Farangs (= Ausländer) und Thais allerdings schon, wobei der Schreihals in der Regel der Farang ist und sich dabei in den Augen der Thais bis zur Lächerlichkeit entblößt. Was umso mehr Spaß für der Thai bedeutet :-)
Hier? Keine Wartezeit, 5 Optikerinnen kümmern sich, Sehstärke messen, Saft verkosten, Wartezeit eine Stunde – fertig ist die neue Brille. Fehlt nur noch die Fußmassage während des Wartens. (Na, Herr Doktor, das wäre doch eine Innovation! :-) Das ganze dann für 25 Euro. Zum Vergleich zuhause: 350 Euro für die gleichen Gläser. Allein das Brillenkaufen finanziert fast schon einen Flug hierher. Hier ist alles Fielmann. Eine Seite dieses Landes, die natürlich aus der Sicht eines gut verdienenden Europäers hoch attraktiv ist. Wo immer man geht und steht – alles ist Dienstleistung. Jedes Restaurant, jedes Hotel, jede Bar hat Unmengen von Angestellten, die sich zwar über Stunden nur miteinander beschäftigen, weil nichts zu tun ist, aber wenn ein Kunde kommt, dann wird rotiert und alles nur Erdenkliche getan, diesen zu umsorgen. Die Produktivität ist dabei natürlich gering, die Löhne lächerlich niedrig. Was wieder klar macht, dass der Spruch „Geld macht nicht glücklich“ die Realität nur ungenügend wieder gibt, „Kein Geld macht unglücklich“ trifft die Sache schon eher. Das allerdings ist dann die Perspektive vieler Thais. Der monatliche Durchschnittslohn in Bangkok ist im landesweiten Vergleich mit etwa 120 Euro recht hoch. Auf dem Land liegt dieser bei um die 50 Euro. Wen wundert es, dass die Stadt die Menschen magisch anzieht. Und die meisten kommen auch irgendwo unter. Und sei es, dass sie in einem Restaurant mit 7 Tischen als vierter oder fünfter Kellner angestellt werden.
Was aber am meisten fasziniert ist, dass die Menschen einem nie ein schlechtes Gewissen vermitteln – im Gegenteil – sie sind unglaublich freundlich und vermitteln eher das Gefühl, es sei ihnen eine Ehre zu Diensten zu sein und dass sie dabei auch noch selbst Spaß haben. Überhaupt ist eine der wichtigsten Lebenseinstellungen: Spaß haben und viel lachen. Was immer auch passiert – nie die Fassung verlieren und weiter lächeln. Stau, Flugzeug verpasst? – Mai pen rai – das macht nichts. Worin liegt der Nutzen sich aufzuregen? Das verdirbt die Laune und ändert nichts. So ganz schaffe ich es nicht diese Einstellung zu übernehmen, wünschte es mir jedoch sehr und beneide die Thais um diese Gabe. Höchst verpönt ist es in der Öffentlichkeit, und ich vermute auch im Privaten, ausfallend zu werden. Streitigkeiten werden mit einem Lächeln geklärt. Während meiner ganzen Aufenthalte in Thailand habe ich noch nie einen Streit zwischen Thais mitbekommen – zwischen Farangs (= Ausländer) und Thais allerdings schon, wobei der Schreihals in der Regel der Farang ist und sich dabei in den Augen der Thais bis zur Lächerlichkeit entblößt. Was umso mehr Spaß für der Thai bedeutet :-)
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