Karl-Heinz auf Kreuzfahrt
So jedenfalls fühle ich mich gerade. Um 23.00 Uhr starten meine drei Tage auf dem Yangtze-Fluss zum 3-Schluchten-Staudamm mit einigen touristischen Unterbrechungen. Und natürlich reist Karl-Heinz erster Klasse, denn der Untergang der Titanic lehrt uns: die Chancen im Falle eines Untergangs zu überleben, steigen als Reisender der Ersten Klasse doch enorm!
Ansonsten wirkt sich diese Klasse lediglich im Hinblick auf den verfügbaren Platz pro Person aus. Alles andere ist doch eher chinesisch-klassisch sprich einigermaßen siffig und flohig. Kein Problem, habe ich doch das große Los gezogen und bewohne meine Kabine alleine. Normal sind zwei Personen, doch das zweite Bett ist frei geblieben. Die Flöhe können sich jetzt allein an mir austoben. Ich sitze also die halbe Nacht und natürlich den Tag ebenfalls, lasse meine Beine aus dem Fenster baumeln und schipper so vor mich hin. Am Abend dann aufs Oberdeck, das eine oder andere Bier und zum Glück auch ein wenig Unterhaltung, sind doch zwei Dänen an Bord.
Schlafen bei offenem Fenster, während draußen über 700 km langsam die Landschaft vorbeizieht.
Heute Morgen um 6 weckt mich dann meine persönliche Reiseleiterin: Lilly! Ihren chinesischen Namen könnte ich mir sowieso nicht merken. Meine TUI-Tante! So komme ich heute Morgen in den Genuss einer wimpelgeführten Tour durch eine so genannte Geisterstadt. Dort dreht sich alles rund um den früheren chinesischen Geisterkult eine Art Disneyland für Chinesen. Ich versuche also Lilly mit ihrem Wimpel zu folgen. Problem: Lilly ist nicht allein. Etwa 50 gelbe Wimpel gilt es zu unterscheiden und dazu die sie haltenden Chinesen. Wie auch die Wimpel sehen die aus meiner Perspektive alle relativ gleich aus. Erschwerend kommt hinzu, dass noch mal etwa 25 rote Wimpel umherschwirren, unter sich ein passender Chinese, der, mit Megaphon ausgestattet, laut auf Chinesisch allerlei Erklärungen abgibt. Nicht zu vergessen die gefühlten 5000 Chinesen on Tour. Kurz: Lilly wandert recht bald ohne Langnase weiter.
Derweil schaue ich mir die Statuen, Götzen und einige Geisterbahnen an. Absolut diletantisch gemacht, aber Schisser, der ich bin, kehre ich in der ersten nach drei Metern um!. Es ist eher ein Spaziergang durch eine Geisterlandschaft, als eine Bahn. Mir ist nicht so nach gruseln. Kurz vor Wiederbetreten meines Schiffes hole ich das Frühstück nach und esse eine leckere Nudelsuppe (was sonst?) in einer kleinen Garküche.
Müde von der kurzen Nacht, liege ich auf meinem Bett (besser: Pritsche) und lasse mich weiter von der vorbeiziehenden Landschaft einlullen und hole schließlich den Schlaf der letzten Nacht nach.
Meine chinesischen Mitreisenden verwandeln derweil das Boot zu einem schwimmenden Las Vegas und gehen ihrem stark ausgeprägten Spieltrieb nach. Für die Landschaft interessieren sich nur wenige kann man die gesamte Reise doch auf DVD käuflich erwerben - stattdessen zocken sie im klimatisierten Salon Karten, Mahjongg allerdings nicht. Niemand sieht so richtig nach erster Klasse gekleidet aus. Vielmehr das Gegenteil trifft zu. Die Herren der Schöpfung ENT-kleiden sich mal wieder. Wer Bäuche, wie den des Buddhas sehen möchte, der reise nach China. Hier gibts Massen davon. Ausdruck höchster Wonnen des chinesischen Pauschaltouristen der Ersten Klasse ist dann das laute Bauch-Klatschen und dabei Hoho ausrufen.
In der Zwischenzeit sind die ersten Frauen auch schon fleißig dabei ihrer Hausfrauenrolle gerecht zu werden. Das Oberdeck gleicht einem Wäschetest der Marke Weißer Riese. Kreuz und quer sind Wäscheleinen gespannt. Es wundert mich, dass bereits 10 Stunden nach Abfahrt erste Waschtage vonnöten sind. Das verleiht dieser ganzen Reise etwas Bodenständiges. Selbst in der Ersten Klasse ist es wenig abgehoben. Jetzt warte ich nur noch, dass mir vom Fahrtwind ein Wäschestück ins Gesicht geweht wird .
Ansonsten wirkt sich diese Klasse lediglich im Hinblick auf den verfügbaren Platz pro Person aus. Alles andere ist doch eher chinesisch-klassisch sprich einigermaßen siffig und flohig. Kein Problem, habe ich doch das große Los gezogen und bewohne meine Kabine alleine. Normal sind zwei Personen, doch das zweite Bett ist frei geblieben. Die Flöhe können sich jetzt allein an mir austoben. Ich sitze also die halbe Nacht und natürlich den Tag ebenfalls, lasse meine Beine aus dem Fenster baumeln und schipper so vor mich hin. Am Abend dann aufs Oberdeck, das eine oder andere Bier und zum Glück auch ein wenig Unterhaltung, sind doch zwei Dänen an Bord.
Schlafen bei offenem Fenster, während draußen über 700 km langsam die Landschaft vorbeizieht.
Heute Morgen um 6 weckt mich dann meine persönliche Reiseleiterin: Lilly! Ihren chinesischen Namen könnte ich mir sowieso nicht merken. Meine TUI-Tante! So komme ich heute Morgen in den Genuss einer wimpelgeführten Tour durch eine so genannte Geisterstadt. Dort dreht sich alles rund um den früheren chinesischen Geisterkult eine Art Disneyland für Chinesen. Ich versuche also Lilly mit ihrem Wimpel zu folgen. Problem: Lilly ist nicht allein. Etwa 50 gelbe Wimpel gilt es zu unterscheiden und dazu die sie haltenden Chinesen. Wie auch die Wimpel sehen die aus meiner Perspektive alle relativ gleich aus. Erschwerend kommt hinzu, dass noch mal etwa 25 rote Wimpel umherschwirren, unter sich ein passender Chinese, der, mit Megaphon ausgestattet, laut auf Chinesisch allerlei Erklärungen abgibt. Nicht zu vergessen die gefühlten 5000 Chinesen on Tour. Kurz: Lilly wandert recht bald ohne Langnase weiter.
Derweil schaue ich mir die Statuen, Götzen und einige Geisterbahnen an. Absolut diletantisch gemacht, aber Schisser, der ich bin, kehre ich in der ersten nach drei Metern um!. Es ist eher ein Spaziergang durch eine Geisterlandschaft, als eine Bahn. Mir ist nicht so nach gruseln. Kurz vor Wiederbetreten meines Schiffes hole ich das Frühstück nach und esse eine leckere Nudelsuppe (was sonst?) in einer kleinen Garküche.
Müde von der kurzen Nacht, liege ich auf meinem Bett (besser: Pritsche) und lasse mich weiter von der vorbeiziehenden Landschaft einlullen und hole schließlich den Schlaf der letzten Nacht nach.
Meine chinesischen Mitreisenden verwandeln derweil das Boot zu einem schwimmenden Las Vegas und gehen ihrem stark ausgeprägten Spieltrieb nach. Für die Landschaft interessieren sich nur wenige kann man die gesamte Reise doch auf DVD käuflich erwerben - stattdessen zocken sie im klimatisierten Salon Karten, Mahjongg allerdings nicht. Niemand sieht so richtig nach erster Klasse gekleidet aus. Vielmehr das Gegenteil trifft zu. Die Herren der Schöpfung ENT-kleiden sich mal wieder. Wer Bäuche, wie den des Buddhas sehen möchte, der reise nach China. Hier gibts Massen davon. Ausdruck höchster Wonnen des chinesischen Pauschaltouristen der Ersten Klasse ist dann das laute Bauch-Klatschen und dabei Hoho ausrufen.
In der Zwischenzeit sind die ersten Frauen auch schon fleißig dabei ihrer Hausfrauenrolle gerecht zu werden. Das Oberdeck gleicht einem Wäschetest der Marke Weißer Riese. Kreuz und quer sind Wäscheleinen gespannt. Es wundert mich, dass bereits 10 Stunden nach Abfahrt erste Waschtage vonnöten sind. Das verleiht dieser ganzen Reise etwas Bodenständiges. Selbst in der Ersten Klasse ist es wenig abgehoben. Jetzt warte ich nur noch, dass mir vom Fahrtwind ein Wäschestück ins Gesicht geweht wird .
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