Wechselbad

Es ist schon eine Last, wenn man der Sprache nicht mächtig ist. Aber mir erscheint es schier unmöglich diese zu lernen. Es wimmelt von Sch’s in allen Varianten. Noch nicht einmal die Zahlen schaffe ich. Und damit bleibt man in vielerlei Hinsicht kontaktlos. Es ist nicht so schwer etwas zu organisieren, wenn man einen Reiseführer und einen Sinn für Gestik hat, aber sobald es Richtung wirklicher Konversation gehen soll, funktioniert nichts mehr. Auch das gezielte Suchen von etwas – Orten oder Dingen – geht gar nicht. Lässt man sich treiben und benötigt nur die Basisnotwendigkeiten (Essen, Trinken, Zug oder Bus) funktioniert das einigermaßen, aber Dinge, die nicht zum alltäglichen Reisen gehören – Fehlanzeige. Manchmal muss ich mich arg zusammenreißen, dass ich nicht ärgerlich werde. Im zweiten Hotel in Ghuangzhou sprachen die Angestellten zwar englisch, waren jedoch höchst unfreundlich und das einzige was in ihren Augen zählte war eine Sprache: Geld: Permanent hatte ich das Gefühl absolut nicht willkommen zu sein, sondern lediglich mein Reisepartner: das Geld! Nicht nur im Hotel. In der Wäscherei gegenüber soll das Waschen eines T-Shirts so viel kosten als wollte ich ein neues T-Shirt kaufen. Im Internetcafe zahlt man plötzlich das Doppelte im Vergleich zu den normalen Preisen usw. Das nervt! Jetzt leiste ich mir mal einen kritischen Ausflug im Hinblick auf die Freundlichkeit der Chinesen, denn ich beginne ein wenig sauer auf die Chinesen zu werden und dem Spruch des Briten, den ich vor zwei Jahren in Thailand traf, und der in Peking lebt, Glauben zu schenken. Der Chinese denke vor dem Schlafen gehen daran wie er seinen Nachbarn übers Ohr haut und das sei auch der erste Gedanke womit er aufwache. In Bereichen, wo es um das Geschäft geht, kann ich dem zustimmen. Dem gegenüber steht aber immer wieder die Tatsache, dass, insbesondere in Zügen und Bussen, sehr viele nette Chinesen sehr hilfsbereit sind und alles geben, damit es einem gut geht. Und das vollkommen selbstlos.Arroganz und Hilfsbereitschaft sind sich nicht so fern. Beim Einsteigen in Busse und Bahnen, in der U-Bahn, am Ticketschalter kommt es oft vor, dass die Leute sich gnadenlos vordrängeln ohne jegliches Unrechtsbewusstsein. Auf der anderen Seite nehmen manche einen Umweg in Kauf, nur um mir den richtigen Weg zu weisen. So weiß man manchmal nicht wirklich was man denken soll…

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Chinesen misstrauen... du kennst es doch von unserem Spiel. Mir fällt da sofort Majong mit dem aufwändigen Erfassen des beginners und der komplizierten Rechnerei am Ende des spiels ein.
Grüßle Rosanna

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