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Es werden Posts vom September, 2007 angezeigt.

Rosalie goes shopping/trekking

Schätze mal, dass Nepal das Land der Wanderer ist und man schlecht behaupten kann hier gewesen zu sein ohne wenigstens ein Mal auf Wanderschaft gewesen zu sein. Okay, dann will ich mal später von mir behaupten können hier gewesen zu sein und buche eine Trecking-Tour für 10 Tage nach Langtang. Nicht alleine, denn ich habe eine nette Berlinerin kennen gelernt, die mitkommt. Uns begleiten wird zudem ein Führer, der Englisch spricht und ein Träger fürs Gepäck. Sehr feudal also. Es wird für uns gekocht, getragen, geführt und hoffentlich im Notfall auch gerettet. Alles ist vom Reisebüro mit staatlichem Zertifikat vorbereitet. Selbst die Botschaft wird benachrichtigt, was sich hoffentlich als überflüssig herausstellen wird. Sonntag früh gehts los und das heißt auch: Sendepause. Ich vermute mal nicht, dass in einem Unterschlupf irgendwo in den Bergen eine Internetverbindung besteht, wundern würde es mich allerdings nach all meinen Erfahrungen auch nicht. Was benötigt man also zum Trekking? Erf...

Scheiterhaufen

Etwas morbides hat der Ausflug zum wichtigsten Hindu-Tempel von Nepal, der gleich am Stadtrand von Kathmandu liegt. Es ist der Tempel, in dem die Toten der Stadt beerdigt oder besser verbrannt werden. Der Tempel liegt am Fluss, stirbt jemand, so wird er noch am selben Tag zum Tempel gebracht, eine Messe wird zu seinen Ehren gegeben. Draußen sind die Unberührbaren bereits damit beschäftigt den Scheiterhaufen auf den Plattformen am Fluss aufzuschichten, nicht ohne ordentlich Brennpaste mit einzubauen. Die Leiche liegt in weißes Tuch gehüllt daneben und harrt ihrer weiteren Behandlung. Die Trauergemeinde nimmt Aufstellung und jeder bedeckt den Leichnam mit einem orangenen Tuch. Später, auf dem Holzstapel liegend geht der Abschied weiter. Alle Trauernden umkreisen den Leichnam drei Mal (und häufiger) im Uhrzeigersinn und geben ihm Geld und Getreidekörner mit auf den Weg. Der Sohn ist nun derjenige, der den Holzstapel anzünden muss. Ein unter die Haut gehendes Spektakel. Innerhalb von 3-5 S...

Mikrobenmeisterschaften

Auf das Spielfeld laufen ein: die deutsche und die nepalesische Mikrobenelf. Wird es der deutschen Mannschaft auch dieses Mal gelingen den Gegner zu besiegen? Wer sind diese Nepalesen? Ein unbekannter Gegner, auf den die deutsche Mannschaft bisher noch nicht getroffen ist. Trainer und Spieler haben viel Literatur über diesen Gegner gewälzt. Liebe Zuschauer, wir freuen uns auf ein spannendes Spiel. Wir alle haben noch lebhaft die bravourösen Leistungen der deutschen Mannschaft gegen die ersten Gegner in diesem Wettbewerb vor Augen: die faszinierenden Abwehrkünste der Deutschen gegen diese permanenten Nudelsuppenangriffe durch die Mitte der Thailänder, ein seit langem bekannter Gegner, und diese exotischen, bisher noch nicht erlebten, aber meisterhaft parierten Ausfälle der Chinesen mit immer neuen Gegnern, im Hunde-, Esel- und Schlangengewand. Es geht los, liebe Zuschauer, der Schiedsrichter eröffnet die Partie. Die Deutschen greifen als Erste an, Speichel legt vor, versucht eine F...

Strahlender Sonnenschein

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Na, geht doch: Früh m orgens scheint die Sonne blendend vom Himmel. Da kommen meine Pläne ja vollständig durcheinander: hatte wie die letzten beiden Tage mit Regen gerechnet, so dass ich am Vormittag den Nachmittag und die nächsten Tage hätte planen können. Muss ich spontan los, greife meinen Kompass und wandere immer Richtung Westen. Und das geht hervorragend. Ich treffe auf den Affentempel, der seinen Namen, ihr dürft raten, den Affen verdankt. Wilde Horden durchstreifen die Anlagen und wenn man sie so beobachtet – wir Menschen sind ihnen erschreckend ähnlich. Ich erinnere mich an eine mir gut bekannte Profession! Die Tempelanlagen besuchen des Morgens die Frauen mit einem Tablett. Sie servieren kein Frühstück, sondern bringen dem Allerwertesten Opfergaben. Damit der dort oben, unten oder wo er auch immer stecken mag, das auch mitbekommt, hängen bequemerweise vor der Opferstelle Glocken, die dann geläutet werden. So läutet es über den gesamten Tag in der ganzen Stadt, denn sie ist,...

Atmosphäre und Charme am Durbar Square

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Diese Stadt ist schon aufregend. Keine 2 Meter und man kann wieder die nächsten 10 Minuten vor neuen Ansichten verweilen. Von den mittelalterlich anmutenden, engen Gassen führt mitunter eine sehr flache Tordurchfahrt auf einen kleinen Platz, um den herum windschiefe Häuser angeordnet sind. Manchmal findet man dort auch eine Stupa. Diese Durchfahrt ist der einzige Zugang und man fragt sich wie der Transport auf den Hof überhaupt möglich ist. Nach jeder Gasse eröffnet sich wieder ein kleiner Platz, auf dem so gut wie immer ein kleiner Tempel oder eine Statue steht. Neugierige Kinder kommen auf mich zugelaufen. Zücke ich meinen Fotoapparat, stehen sie stocksteif und posieren, um sich fotografieren zu lassen. Gespannt sind sie dann auf das Ergebnis. Wollte ich in China noch als Panda wiedergeboren werden, so wuerde ich hier in Nepal gerne die Kuh waehlen. Man wird dick und rund gefuettert, waehrend die Menschen selbst mitunter sehr abgemagert sind. Ich mache mich auf die Suche nach dem Dur...

Vom Mars zur Venus...

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.. und auf dem Weg einen kleinen Schlenker links am Mount Everest vorbei, geht die Reise heute weiter. Definitiv befinde ich mich immer noch nicht auf meinem Heimatplaneten. Aber wieder von vorne: Das Taxi auf dem Weg zum Flughafen Lhasa bereitet mich schon einmal auf den Linksverkehr in Nepal vor. Mit einem Affenzahn, so dass ich wirklich Angst bekomme, rast der Herr wie ein armer Irrer über die Straßen und um die Kurven. Egal ob links oder rechts und noch egaler ob man was sieht oder nicht. Ein letzter Blick auf den Potalla, die Berge, die Stadt und das Land, das so voll von Eindrücken ist und das seine Reisenden so wenig möchte, und auf zum Flughafen. Ich bin um 8.00 Uhr dort, 2 Stunden vor Abflug und...? Keiner da! Das hab ich jetzt auch noch nicht erlebt: Ein ganzer Flughafen, nur für mich! Ich spiele ein wenig mit mir selbst Gepäck ein- und auschecken, bis nach einer halben Stunde noch zwei weitere Reisende auftauchen, so dass ich mich etwas sicherer fühle, dass hier wirklich noc...

Vom Glauben...

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... an das Geld erlebt man, ebenso wie in allen anderen Glaubensrichtungen einiges. Lhasa ist voll von Bettlern, viele von ihnen sind Moenche. Das Betteln ist relativ aggressiv, was ich von Moenchen so eigentlich nicht erwartet habe. Es zupft und zerrt an meinen Aermeln. Nun, wenn man den ganzen Tag die Gebetsmuehle kreisen laesst und um verschiedene Tempel rennt, dann bleibt auch nicht mehr allzuviel Zeit auf andere Weise Geld zu beschaffen. Ganz so boese wie es jetzt klingt will ich eigentlich gar nicht sein, aber das sind so die Beobachtungen. Mein Ausflug in ein Kloster westlich von Lhasa bestaetigt diesen Eindruck. Man zahlt relativ viel Eintritt, nichts Neues, aber im Kloster geht s dann richtig los: in jedem Gebetssaal wird ordentlich kassiert, wenn man Fotos machen moechte. Im Kloster selbst sehe ich eigentlich nur zwei Sorten von Moenchen: Entweder Kassierer oder Geldzaehler. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass das alles ausgebrannte Baenker und Aktienhaendler sin...

Im Potalla

Nachdem ich mein Flugticket nach Kathmandu in der Tasche habe fühle ich mich frei und unbeschwert. Kein Organisieren mehr, sondern gelassen durch die Stadt wandern und einfach nur beobachten. Die Pilger sind überall und, entgegen meiner Schreiberei vor zwei Tagen, ist das Pilgern doch erheblich anstrengender. Der Stadttempel wird nicht drei Mal, sondern korrekterweise 108 Mal umwandert. Hinsichtlich der anderen Pilgerrouten (um den Potalla und um die Stadt) bin ich mir nun auch gar nicht mehr so sicher. Jeder Pilger hat seine eigene Kora (Gebetsmühle) dabei, die strikt im Uhrzeigersinn gedreht werden muss. Ein Ortsansässiger leiht mir seine kurz zum Anfassen und als ich versehentlich falsch herum drehe reißt er sie mir rasch aus der Hand. Keine Ahnung welche Höllenqualen ich ihm damit jetzt eingebrockt habe oder gar mir selbst?! Der Hardcore-Pilger läuft nicht einfach aufrecht, sondern schmeißt sich alle drei Schritte auf den staubigen Boden. So weit, dass die Stirn die Erde berührt. D...

Organisationschaos

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Tibet ist anstrengend. Den gesamten Vormittag und den halben Nachmittag bin ich damit beschäftigt die nächsten Tage zu organisieren. Um in den Potala zu kommen braucht man – logisch – ein Ticket. Das aber kann man nur im Voraus erwerben, also nicht am selben Tag kaufen und hineingehen. Das oft Befürchtete bewahrheitet sich nun für China-Tibet: Schlange stehen, eine Disziplin, in der ich noch nie gut war. Gottseidank sind für die Warterei Bänke aufgestellt, so dass die 2 Stunden erträglich sind. Man erwirbt sich jeweils am Vortag eine Kaufoption über ein Ticket zu einer bestimmten Uhrzeit für den folgenden Tag. Das hätte ich schon mal erfolgreich erledigt. Weniger erfolgreich sind meine Bemühungen eine Reise zur nepalesischen Grenze zu organisieren. Es gibt die Möglichkeit eine Tour mit 3 weiteren Reisenden in einem Jeep mit Fahrer bei einem Reisebüro zu organisieren. Die Organisation wird aber den Reisenden selbst überlassen. Man muss an Pinnwänden Gesuche studieren, dann per Email Kon...

Der Welt hoechster See

Ein wenig scheine ich mich an die Höhe zu gewöhnen. Dank der chinesischen Kräuterkapseln vielleicht? Ganz fit entspringe ich dem Bett um zu meiner heutigen Tour zum Lake Namtso aufzubrechen. Dorthin sind es etwa 200 km und daher geht die Reise sehr früh los. In der Nacht hat es in Lhasa gewittert und heute früh sind die Gipfel der Berge ringsherum mit Schnee bedeckt. Sehr hübsch. Es ist kühl, die gestern eingetauschten Schuhe (meine gerade erst vor einer Woche Erworbenen drücken fürchterlich) sind die Anschaffung wert. Eine Winterhose ist dann wohl heute Abend an der Reihe. Die Fahrt geht durch verschiedene Täler nördlich von Lhasa. Ich fühle mich als würde ich gerade auf dem Weg in den Skiurlaub sein - es ist bewölkt und im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Gipfel in den Wolken verschwinden. Nach und nach lockert die Bewölkung auf und die Sonne kommt vereinzelt durch. Erster Stopp an einer heißen Quelle. Dort sitzen die Einheimischen und verkaufen frisch in der Quelle gekochte...

Potala und flatulentes Dörrobst

Potala und flatulentes Dörrobst Ein turbulenter Tag neigt sich dem Ende, nicht ohne vor dem Sonnenuntergang noch einmal zum Potala-Palast zu gehen. Ein bombastisches Bild bietet sich mir – der Winterpalast des Dalai Lama, derzeit außerhäusig, liegt etwa 150 Meter über Lhasa, so dass man ihn von allen Dächern der Stadt sehen kann. Ein monströses Gebäude, mit dessen Bau vor etwa 300 Jahren begonnen wurde. Ein Heiligtum der Tibeter und eine Pilgerstätte. Unglaublich eindrucksvolle Menschen – Tibeter in ihren klassischen Gewändern, umwandern den Potala drei Mal – das tun sie an insgesamt drei Orten hier in Lhasa. Zunächst drei Mal um Lhasa ganz außen herum, dann um den Potala und dann ebenfalls um den Jokhang, das Hauptheiligtum Tibets, in der Innenstadt. Ich kann mich gar nicht satt sehen und versuche so viel wie möglich davon digital zu bannen. Eine Nonne, die gerade dabei ist den Potala zu umkreisen, gerät mir ins Bild, was ich selbst erst nur durch die Linse mitbekomme. Sie kommt geife...

Auf dem Dach der Welt

... bin ich jetzt angekommen und es fehlt mir an Atem und an Wörtern. SUPER, MEGA, HYPER, ULTRA. Ich bin schwer beeindruckt und finde selbst in der schwer übertreibenden deutschen Jugendsprache keine passenden Begriffe! Aber starten wir von Beginn an. Als ich am Morgen für den Flug abgeholt werde - inklusive, sehr praktisch - weiß ich nicht so wirklich was mich erwartet. Viele Fragen schwirren durch den Kopf. Was ist mit der Höhe, was ist mit dem Reisen in Tibet. Erlaubnisse für jeden Schritt in einem besetzten Land. Da man nicht als Einzelner nach Tibet reisen darf - eine Gruppe Amerikaner hat als Protest im Mai eine Chinaflagge verbrannt und daraufhin wurden die Bestimmungen verschärft - man darf nur noch als Reisegruppe nach Tibet. Also werden noch zwei Frauen aus einem anderen Hotel abgeholt, zwei Sloweninnen, und schon ist die kleine feine Reisegruppe komplett. Dämliches Spiel, aber bitte schön! Sichuan-Airlines - noch nie von gehört und ich hoffe, dass sie nicht so fliegt wie man...

Grosser Buddha - grosser Nepp

Schnell abgehakt: Grosser Touristennepp. Ueberteuerter Eintritt fuer eine daemliche Riesen-Buddha-Statue. 5 Stunden Busfahrt fuer nicht wirklich viel. Horden von Pauschaltouristen. Haette ich mir sparen koennen. Deshalb heute ultrakurz. Hatte die letzten Tage kaum Zeit zum Schreiben. Das kommt noch dazu. In Tibet wirds dann wieder bunter und ausfuehrlicher. (Im Vertrauen: bin schon in Lhasa, hatte aber noch keine Zeit einen ausfuerhrlichen Bericht zu schreiben. Gruesse

China und die Sicherheit

Eigentlich dachte ich immer, dass dieses Land sehr sicher sei, die Menschen nicht kriminell und somit keine Notwendigkeit für extreme Sicherheitsmaßnahmen über das hier häufig heimliche, im Hintergrund wirkende Überwachen hinaus, bestehen würde. Falsch gedacht. Reist man bzw. läuft einfach so durch die Stadt, dann könnte einem angesichts des Sicherheitsaufgebots allerorten Angst und Bange werden. Wird den Banken Geld geliefert, dann läuft das nicht nur einfach mithilfe eines speziell gepanzerten Autos mit drei oder zwei Insassen, eine ganze Armee wird aufgefahren – 20 bis 30 schwerst bewaffnete Personen stehen dann in Kampfanzügen, kugelsicheren Westen und Maschinengewehren auf der Straße und überwachen das Geschehen. Klein Jürgen hebt sofort, die Kreditkarte für den Bankautomaten schon gezückt, die Hände und ergibt sich prompt. Bitte, bitte nicht schießen! Die Bahnhöfe sind generell nur durch Metalldetektoren zu betreten, das Gepäck wird immer, wie im Flughafen auch, gescannt. Das Mi...

Partykrach

Wenn Chinesen essen gehen, dann ist das für den westlichen Zuschauer ein Erlebnis der besonderen Art. Gestern durfte ich Zeuge sein. Mit einem weiteren, sehr sehr netten dänischen Pärchen, das ich bei den Pandas traf, ging es in ein klassisches chinesisches Restaurant. Wie beschreibt man das? Man nehme die Geräuschkulisse eines Lehrerzimmers in den Pausen. Jeder ist dort Mittelpunkt und muss das mithilfe von Lautstärke unter Beweis stellen (wie ruhig ist es dagegen normalerweise in den Klassen selbst!). Nicht anders bei den Chinesen. Man spricht nicht miteinander – man schreit sich an! Man hat eigentlich gar keine andere Möglichkeit sich verständlich zu machen. Sollte im Hintergrund Musik laufen – keine Chance diese auch zu hören. Alle sitzen entweder an einem großen runden Tisch, der bis zu 10 Personen fasst oder mitunter auch an kleinen 4 Personen Tischen. In den hier häufig anzutreffenden Hot Pot Restaurants ist in der Mitte eine Vertiefung eingelassen, in die ein Gaskocher eingebau...

Riesenpandas

Nach Ausflügen im Regen zu den Minderheiten dieses Landes bin ich nun, nach fast 24 Stunden Fahrt, zurück in China – Mainland. Wüsste ich das nicht anhand einer Karte – ich würde sehr schnell daran erinnert anhand des rüpelhaften Benehmens: es wird hemmungslos gerotzt, gedrängelt, auf dem Bürgersteig mit der Vespa gefahren, wahlweise bei rot in die Fußgänger unter anhaltendem Hupen. Dieses Land versucht zu den olympischen Spielen alles, um die Menschen zu gutem Benehmen zu erziehen – laut Aussage meines Schwesterleins jetzt sogar mit eigener Hotline, bei der man Verstöße melden könne. Ich denke, das ist ein edles Vorhaben, aber zugleich ein Aussichtsloses! Allein ich wäre den ganzen Tag damit beschäftigt diese Hotline zu kontaktieren. Ich glaube ja nicht, dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden. Notwendig allemal, denn wenn ich selbst mal darüber nachdenke was ich konkret von diesem Land in Erinnerung behalten werde, dann ist es allem voran das laute, aus dem tiefsten Inne...

Regen ohne Ende...

Was tut man an einem regnerischen Tag? Soll ich mir von dem Wetter die Laune verderben lassen und den Tag vergeuden? NEIN! Da bin ich bockig und marschiere zielstrebig auf meinen ersten Viertausender zu! Ich muss es ja nicht gleich übertreiben und kann die Seilbahn hinauf nehmen. Gleich ein Test wie ich mit der Höhe klarkomme. Schön und gut, aber wo ist der verdammte Berg samt Seilbahn abgeblieben? Gestern konnte man ihn noch ein wenig sehen – nu isser wech. Verschwunden in den Wolkengebirgen. Trotzig mache ich mich auf in die Richtung wo sich gestern noch ein stattliches Gebirge auftürmte. Habe heute sogar meinen Kompass dabei! Und siehe da – gefunden! Leider fährt die Seilbahn dann doch nicht und aus meinem Höhenkrankheits-Selbstversuch wird nichts. Gekeucht habe ich dennoch bereits auf 2200 Metern Höhe und der Versuch beschränkte sich dann doch eher auf das Testen der Wanderstiefel und der Regenjacke. Was die Wasserdurchlässigkeit betrifft: Test bestanden. Was meine Füße betrifft – ...

Dali

Etwa 350 km nördlich von Kunming liegt die Kleinstadt Dali. Der Bus dorthin benötigt 5 Stunden und fährt die ganze Zeit auf einer neuen, sehr gut ausgebauten Autobahn. Als einziger Blondschopf an Bord werde ich aufmerksam gemustert, aber ansonsten in Frieden gelassen. Auf dem Land ist die Körperhygiene etwas seltener, was sich in einem, höflich ausgedrückt, exotischen Geruch im Bus bemerkbar macht. Nicht dass es extrem müffelte, aber ein gewisser Odeur macht sich breit. Draußen schüttet es wie aus Eimern und ich hoffe, dass der Busfahrer das Prinzip des Aquaplaning kennt. Die Ankunft in Dali ist leider nicht die Ankunft in Dali, sondern in einem Nachbarort, was ich nicht wusste. So muss ich ein Taxi nehmen zu meinem im Internet auserkorenen Domizil, was mich meine letzten Nerven kostet – Sprachprobleme allerorten. Letztlich finden wir das Hostel doch noch und leider ist es weit weit außerhalb am See gelegen. Ganz idyllisch, aber zu sehr fernab der Zivilisation, so dass ich umgehend für...

Shi Lin Stoneforest

Meinen Schweinehund habe ich doch überwinden können, bin zum Stoneforest aufgebrochen, und habe es nicht bereut. Weniger hinsichtlich des Ziels als des Weges dorthin. Durfte ich doch das Bussystem testen und dabei die Menschen etwas näher betrachten. Zum Bus: sicher nicht nach den TÜV-Standards gewartet, aber fahrtüchtig und nicht wirklich schlecht. Lustig ist die Höhenmessanzeige. Man weiß immer wie viel Meter über NN man ist (Etwa 2100 m) Ansonsten erscheint es einem als wäre man nicht mehr in China. Die Menschen sehen vollständig anders aus – grobschlächtiger und viel interessanter. Besonders die Älteren unter ihnen. Dabei blickt man in vom Leben schwer gezeichnete, sehr arme Gesichter. Wie schon in Pingan erlebt, erfährt man Armut hautnah, sobald man sich in die Nähe der Minderheiten in diesem Land begibt. Kunming in der Provinz Yunnan ist eine Hochburg der Minderheiten. Hier leben Dutzende davon neben- und miteinander. Viele tragen schmuddlige Anzüge, die Kinder sind nicht unbedin...

Kunming

Unglaublich – es ich kalt und regnet! Wie kann so etwas sein? Ich bin geschockt und empört! Meine Eingaben nach Peking sind schon auf dem Weg. Andererseits hat das aber einiges für sich. Nicht schwitzen und im Hostel herumhängen ohne schlechtes Gewissen. Freier Internetzugang ist, wie in letzter Zeit so oft, vorhanden. Es ist erstaunlich wie viele Rucksackreisende mit Notebook herumreisen. Der ganze Aufenthaltsraum sieht aus wie bei einer LAN-Party. Ich schätze mal, dass jeder Dritte so ein Ding vor sich zu stehen hat. Und ich dachte mal ich wäre mit Notebook ein Unikum. Viel gemacht habe ich nicht, denn ich fühle mich immer noch ziemlich malat. Ich habe halt eine Erkältung mit viel Husten und Schnupfen und so. Der Hypochonder in mir ist jedoch wachsam. Da rotiert es dann im Kopf was ich so alles Schwerwiegendes haben könnte. War da nicht dieser Mückenstich im Bergdorf? Könnte es die Malaria sein? Ein bisschen warm ist die Stirn doch, oder? Vielleicht ist es dieses fiese Dengue-Fieber....

Zug nach Kunming

Die Zugreise beschert mir dieses Mal eigentlich ein eigenes Abteil. Eigentlich, weil die dritte Klasse das Abteil mitten in der Nacht lautstark kapert, denn ich Dussel habe nicht abgeschlossen. Am nächsten Morgen erst wird es durch das Zugpersonal entdeckt und die Herrschaften werden rausgeschmissen. Leider gibt es keine Möglichkeit die Klimaanlage abzustellen oder zumindest runterzudrehen. Meine Erkältung wird daher wohl noch ein paar Tage länger anhalten. Zu berichten gibt es nicht so viel, denn die Zugfahrt unterscheidet sich nicht wirklich von den anderen, bis auf die Tatsache, dass sie dieses Mal bedeutend länger dauert – 18,5 Stunden bei 1422 Kilometern nach Kunming. Warum das trotz der Tatsache, dass ich in einem Schnellzug sitze, so lange dauert, wird mir erst am nächsten Morgen klar. Die gesamte Strecke führt durch Berge hinauf auf Hochebenen. Bis der Zug sich erst einmal da hinauf gequält hat vergeht einige Zeit. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass wir eigentlich beständig ei...

Weiterreise

Bei meiner Abreise aus Pingan lauert schon meine nunmehr "Privatlastenträgerin" für den Abstiegsauftrag. Jetzt schon fast daran gewöhnt bereitet mir das gar keine Probleme mehr. Außerdem ist der Abstieg auch weniger anstrengend. Die Hälfte davon erlasse ich ihr dann, weil man dort auf glatter Strecke den Rucksack rollen lassen kann. In Guilin verpasse ich leider um 30 Minuten den heutigen Zug nach Kunming, der nächsten Etappe, so dass ich einen Tag Zwangspause einlegen muss. Samstag nachmittag gehts dann aber weiter. Gemütlich durch die Landschaft rattern, einschlafen und wieder ganz woanders aufwachen. Tibet ich nähere mich.