Potala und flatulentes Dörrobst
Potala und flatulentes Dörrobst
Ein turbulenter Tag neigt sich dem Ende, nicht ohne vor dem Sonnenuntergang noch einmal zum Potala-Palast zu gehen. Ein bombastisches Bild bietet sich mir – der Winterpalast des Dalai Lama, derzeit außerhäusig, liegt etwa 150 Meter über Lhasa, so dass man ihn von allen Dächern der Stadt sehen kann. Ein monströses Gebäude, mit dessen Bau vor etwa 300 Jahren begonnen wurde. Ein Heiligtum der Tibeter und eine Pilgerstätte. Unglaublich eindrucksvolle Menschen – Tibeter in ihren klassischen Gewändern, umwandern den Potala drei Mal – das tun sie an insgesamt drei Orten hier in Lhasa. Zunächst drei Mal um Lhasa ganz außen herum, dann um den Potala und dann ebenfalls um den Jokhang, das Hauptheiligtum Tibets, in der Innenstadt. Ich kann mich gar nicht satt sehen und versuche so viel wie möglich davon digital zu bannen. Eine Nonne, die gerade dabei ist den Potala zu umkreisen, gerät mir ins Bild, was ich selbst erst nur durch die Linse mitbekomme. Sie kommt geifernd auf mich zu und versucht mich zu bespucken. Lektion gelernt – die Pilger sollte man nicht fotografieren – und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass es auch gar nicht meine Absicht ist. Obwohl das schon einen Riesenreiz darstellt.
Zum Abend bin ich mit Kassandra I und II verabredet und im Nachhinein hätte ich wohl einen wunderschönen Abend gehabt, wäre ich nur allein geblieben. So viel in Kürze: ein permanentes Verurteilen aller Nationalitäten: der Chinesen, weil sie sich doch so schlecht benehmen und spucken, der Tibeter, weil die kein italienisches Dressing auf die Reihe bekommen, der Afrikaner, weil sie sich doch so schlecht vor den ganzen Krankheiten schützen, der Russen, der Deutschen, der ... usw. Es ist zum Erbrechen! Und alles natürlich mit dem Anspruch, dass man selbst ja so weltoffen, tolerant und menschenorientiert sei (kleine Adresse an die Kollegen: klingt nach Dejavu, oder?). Mache mich schnell vom Acker und auf ins Bett. Nur, das geht nicht so einfach. Diese ständige Nervosität, die mich schon den ganzen Tag begleitet, lässt einfach nicht nach. Weitere Nebenwirkungen der Höhe in Lhasa, die Skifahrer unter Euch kennen das vielleicht: enorme Flatulenzen über den gesamten Tag. Schon an der Grenze zur Peinlichkeit. Was sich so alles an Gasen unter niedrigem Luftdruck zu entwickeln vermag... Auf Anraten aller Bücher und Freunde trinke ich und trinke ich und komme bestimmt auf 4 Liter Wasser. Der Durst lässt trotzdem nicht nach und ich fühle mich trotz der vielen Flüssigkeit wie eine Dörrpflaume.
Nun, irgendwann schaffe ich es dann doch einzuschlafen und dann geht es im 1-2 Stunden Abstand los: Großangriff von unterhalb der Gürtellinie. Ein dringendes Bedürfnis einen bestimmten Ort aufzusuchen. Das viele Wasser ist offensichtlich doch nicht verdunstet. Nach dem dritten oder vierten Mal überlege ich ernsthaft ob es für mich tatsächlich schon Zeit für Granufink ist. Schlimmer Gedanke! Der Unbill kein Ende hat sich mein Laptop zersägt! Kein Zugriff mehr wie auch immer ich es versuche. Offensichtlich leidet der gemeine mitteleuropäische Laptop unter der Höhenkrankheit. Der Tag ist denn auch über Stunden davon geprägt ihn wieder zum Laufen zu bringen – er ist zu einem sehr bequemen Werkzeug geworden (war er schon immer). Ein Tibeter in seinem Computerladen bemüht sich nach Kräften und bekommt ihn wieder in Gang, allerdings nicht ohne die Festplatte vollständig zu formatieren. Die Bilder der letzten 4 Wochen hatte ich leider nicht gesichert...... Der Tag ist einigermaßen versaut. Sämtliche Daten sind verloren – die Daten für die Schule auch, aber das ist vielleicht auch ganz gut so – hätte ich doch sowieso nichts getan. Aber es nagt schon sehr an mir dieses Malheur....
Ein turbulenter Tag neigt sich dem Ende, nicht ohne vor dem Sonnenuntergang noch einmal zum Potala-Palast zu gehen. Ein bombastisches Bild bietet sich mir – der Winterpalast des Dalai Lama, derzeit außerhäusig, liegt etwa 150 Meter über Lhasa, so dass man ihn von allen Dächern der Stadt sehen kann. Ein monströses Gebäude, mit dessen Bau vor etwa 300 Jahren begonnen wurde. Ein Heiligtum der Tibeter und eine Pilgerstätte. Unglaublich eindrucksvolle Menschen – Tibeter in ihren klassischen Gewändern, umwandern den Potala drei Mal – das tun sie an insgesamt drei Orten hier in Lhasa. Zunächst drei Mal um Lhasa ganz außen herum, dann um den Potala und dann ebenfalls um den Jokhang, das Hauptheiligtum Tibets, in der Innenstadt. Ich kann mich gar nicht satt sehen und versuche so viel wie möglich davon digital zu bannen. Eine Nonne, die gerade dabei ist den Potala zu umkreisen, gerät mir ins Bild, was ich selbst erst nur durch die Linse mitbekomme. Sie kommt geifernd auf mich zu und versucht mich zu bespucken. Lektion gelernt – die Pilger sollte man nicht fotografieren – und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass es auch gar nicht meine Absicht ist. Obwohl das schon einen Riesenreiz darstellt.
Zum Abend bin ich mit Kassandra I und II verabredet und im Nachhinein hätte ich wohl einen wunderschönen Abend gehabt, wäre ich nur allein geblieben. So viel in Kürze: ein permanentes Verurteilen aller Nationalitäten: der Chinesen, weil sie sich doch so schlecht benehmen und spucken, der Tibeter, weil die kein italienisches Dressing auf die Reihe bekommen, der Afrikaner, weil sie sich doch so schlecht vor den ganzen Krankheiten schützen, der Russen, der Deutschen, der ... usw. Es ist zum Erbrechen! Und alles natürlich mit dem Anspruch, dass man selbst ja so weltoffen, tolerant und menschenorientiert sei (kleine Adresse an die Kollegen: klingt nach Dejavu, oder?). Mache mich schnell vom Acker und auf ins Bett. Nur, das geht nicht so einfach. Diese ständige Nervosität, die mich schon den ganzen Tag begleitet, lässt einfach nicht nach. Weitere Nebenwirkungen der Höhe in Lhasa, die Skifahrer unter Euch kennen das vielleicht: enorme Flatulenzen über den gesamten Tag. Schon an der Grenze zur Peinlichkeit. Was sich so alles an Gasen unter niedrigem Luftdruck zu entwickeln vermag... Auf Anraten aller Bücher und Freunde trinke ich und trinke ich und komme bestimmt auf 4 Liter Wasser. Der Durst lässt trotzdem nicht nach und ich fühle mich trotz der vielen Flüssigkeit wie eine Dörrpflaume.
Nun, irgendwann schaffe ich es dann doch einzuschlafen und dann geht es im 1-2 Stunden Abstand los: Großangriff von unterhalb der Gürtellinie. Ein dringendes Bedürfnis einen bestimmten Ort aufzusuchen. Das viele Wasser ist offensichtlich doch nicht verdunstet. Nach dem dritten oder vierten Mal überlege ich ernsthaft ob es für mich tatsächlich schon Zeit für Granufink ist. Schlimmer Gedanke! Der Unbill kein Ende hat sich mein Laptop zersägt! Kein Zugriff mehr wie auch immer ich es versuche. Offensichtlich leidet der gemeine mitteleuropäische Laptop unter der Höhenkrankheit. Der Tag ist denn auch über Stunden davon geprägt ihn wieder zum Laufen zu bringen – er ist zu einem sehr bequemen Werkzeug geworden (war er schon immer). Ein Tibeter in seinem Computerladen bemüht sich nach Kräften und bekommt ihn wieder in Gang, allerdings nicht ohne die Festplatte vollständig zu formatieren. Die Bilder der letzten 4 Wochen hatte ich leider nicht gesichert...... Der Tag ist einigermaßen versaut. Sämtliche Daten sind verloren – die Daten für die Schule auch, aber das ist vielleicht auch ganz gut so – hätte ich doch sowieso nichts getan. Aber es nagt schon sehr an mir dieses Malheur....
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