Vom Glauben...
Mein Ausflug in ein Kloster westlich von Lhasa bestaetigt diesen Eindruck. Man zahlt relativ viel Eintritt, nichts Neues, aber im Kloster geht s dann richtig los: in jedem Gebetssaal wird ordentlich kassiert, wenn man Fotos machen moechte. Im Kloster selbst sehe ich eigentlich nur zwei Sorten von Moenchen: Entweder Kassierer oder Geldzaehler. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass das alles ausgebrannte Baenker und Aktienhaendler sind, die ausgestiegen sind, aber vom Geld dann doch nicht vollstaendig lassen koennen. Vielleicht ist ja der eine oder andere Burnout-Lehrer darunter...
Die Glaeubigen selbst fotografieren nicht, sie zahlen dennoch kraeftig, eingeschuechtert von den vielen boesen Goetzen, die ihnen Angst einjagen. So befreien sie sich von ihrer Not indem sie kleine Geldscheine den Goetzen in den Schoss werfen. Sollten groessere Scheine darunter sein, so ist ruckzuck der Kassierermoench zur Stelle um diese Scheine sofort einzusammeln. Das Geld wandert dann sofort in eine riesige Truhe, die bereits fast voll ist. Der Geldzaehlermoench kommt derweil mit dem Zaehlen kaum nach. Habe ich da nicht ein Dollarzeichen in seinen Augen aufblitzen sehen?
Was all diese Figuren zu bedeuten haben, keine Ahnung, man muesste wohl ein halbes Leben studieren, um sie benennen und verstehen zu koennen. Ich glaube auch kaum, dass die Tibeter selbst alle kennen. Aber fuer diese Suende der Unwissenheit gibt es ja immer noch Geldscheine... So wie ich daher rede, werde ich wohl mein naechstes Leben nicht wie erwuenscht als Panda, sondern als Ratte oder Amoebe fristen.
Die Glaeubigen erkennt man ganz gut daran, dass sie alle mit einer Thermoskanne herumlaufen. Ha, denkste, falsch gedacht, da ist kein heisses Wasser fuer die Instant-Nudelsuppe drin, sondern erwaermte Yak-Butter. In jeden Bottich mit, ich nenne es mal Opferflammen, wird dann ein wenig Fluessigbutter gegossen. Eine weitere Variante sich zu entsuendigen. Angesichts der Massen von Glaeubigen drohen diese Gefaesse ueberzulaufen, so dass dem Kloster ein weiterer Geschaeftszweig erwaechst. Sie schoepfen die Butter ab und wenn sie klug sind, verkaufen sie diese wieder an die Glaeubigen. Tatsaechlich ist ein Moench mit dem Butterabschoepfen beschaeftigt. Das Verkaufen kann ich aber nicht bestaetigen.
Vielfach geht Butter daneben, so dass man hoellisch aufpassen muss um nicht auszurutschen.
Ungeachtet der genannten Eindruecke: das Kloster ist wunderschoen und gottseidank nach der "Befreiung" durch die Chinesen und der ueblen Kulturrevolution weitgehend intakt bzw. wieder hergestellt worden. An einigen Stellen findet man jedoch noch Reste der Bilderstuermer. Wunderschoen geschnitzte und farbreiche Holzpfeiler sind einfach glatt geschliffen worden. Wandgemaelde mit Drahtbuersten fuer immer zerstoert. Darueber in Chinesisch: "Lang lebe die Kommunistische Partei!"
Ungeachtet der genannten Eindruecke: das Kloster ist wunderschoen und gottseidank nach der "Befreiung" durch die Chinesen und der ueblen Kulturrevolution weitgehend intakt bzw. wieder hergestellt worden. An einigen Stellen findet man jedoch noch Reste der Bilderstuermer. Wunderschoen geschnitzte und farbreiche Holzpfeiler sind einfach glatt geschliffen worden. Wandgemaelde mit Drahtbuersten fuer immer zerstoert. Darueber in Chinesisch: "Lang lebe die Kommunistische Partei!"
Aber allzuviel Beschaedigungen sieht man in diesem Kloster nicht/nicht mehr. Man kann die Vielfalt an Bildern dort kaum wiedergeben. Im Grunde wie der Potalla gestern, aber irgendwie kleiner und feiner. Am spannendsten ist die Klosterkueche. Voll von Toepfen und Pfannen und dunkel vor lauter Russ der letzten Jahrhunderte, einer Hexenkueche gleich.
Das wird dann mein Abschied von Tibet. Ein letzter Gang durch die Moenchs- Touristen- und Glaeubigenmassen in Lhasa, hier und dort noch ein Foto, denn Morgen gehts nach Nepal. Ein wenig bin ich darueber auch traurig, aber die Erfahrung zeigt: Jeder Ort ueberrascht auf seine Weise und es gibt soooo viele Orte zu sehen....
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