Beach Zwo

Die Philippinen sind und bleiben verregnet, dennoch gebe ich nicht auf und mache mich auf den Weg nach Puerto Galerta, dem Ausflugsziel für den philippinischen Touristen auf der südlich gelegenen Insel Mindoro. Der Name erinnert doch sehr an die kanarischen Ausflugsziele für Pauschaltouristen und ich hoffe sehr, dass dieser Vergleich sich nur auf den Namen beschränkt. Die Personen, die den Bus nach Bacatan, der Anlegestelle für die Fähre nach Mindoro, bevölkern, lassen allerdings Schlimmes erahnen. Ergraute Herren mit kurzen Hosen, Slippern von Deichmann, in denen Füße in herrenschlüppergrauen Socken stecken, dazu ein adrettes, etwas knappes Hemd im Hawaiilook salopp über die Hose geworfen. Sehr beliebt dabei: einen oder auch mehrere Knöpfe geöffnet, damit der umfangreiche Körper Luft zum Atmen bekommt. Ich bekomme den Begriff „quellen“ nicht mehr aus meinem Kopf. Schön ist das nicht! Mein Vordermann führt auf deutsch die halbe Busfahrt mehrere Scheidungsgespräche mit der Verflossenen in Manila, nachdem er sich zuvor lautstark in einem anderen Gespräch, offensichtlich einem Bekannten aus Deutschland, der ebenfalls hier weilt, über die mangelnde Pünktlichkeit der philippinischen Damen beschwert hat. Offensichtlich war geplant, dass sie mitfährt. Nu ist das Busticket verfallen. Das ärgert den Typ Poststellensachbearbeiter im öffentlichen Dienst beim lang ersehnten Philippinenaufenthalt natürlich. Hmmmmmmmm. Ein etwas moppliger Mittvierziger, wahrscheinlich Schalckefan, lächelt derweil seelig vor sich hin, eine Filipina im Arm. Ja, es gibt noch echtes Glück.

In 45 Minuten sind wir mit dem Boot in Puerto Galera, wo ich mit einem der Motorräder mit Drahtgestellbeiwagen 7 Kilometer nach White Beach fahre. Nun ist dieser Strand nicht wirklich weiss, eher gelb bis beige, die Sonne hat sich irgendwo hinter den Wolkenbergen versteckt und bei Ankunft kommt ein Platzregen vom Himmel, aber es ist warm, vor meinem Zimmer mit Blick aufs Meer steht eine Kokospalme, die Sonne versinkt hinter den in alle möglichen Gelb- und Rotöne eingefärbten Wolken am Horizont. Wer will sich da Ende Oktober beklagen? Sollte es auf den Philippinen doch noch wahre Schönheit geben? Das Meer ist doch immer wieder, egal wo, ein wunderbarer Platz um vollständig aus der Welt zu sein.

Das Foto konnte ich mir nicht verkneifen J

Kommentare

Anonym hat gesagt…
da kommen Urlaubsgefühle hoch.Ich will auch... zu einem anderen Zeitpunkt.
Wünsche dir Erholung pur (des muas doch sei bei dem scheeena Schdrand au wenn dr Sand it weiß isch)und schlankere Begegnungen
a liabs Griaßle
Anonym hat gesagt…
Janz schön böse ditt Fotochen, denn wenn ick so aussen Fenster schaue... triste Oktobernässe! Trist-dieses scheinbar archaische Wort musste icke dieser Tage meinen Schülern übrigens erklären, war nich so einfach se vonne Tatsache zu überzeugen, dasset dieses Wort wirklich jiebt... aber in Zukunft werde ick einfach sagn: trist iss datt Jejenteil von ein Philippinschen Sonnenunterjang... Lg vonne Deutsch-Jabi
Anonym hat gesagt…
Schalke mit "ck", das ist ja fast so wie "Schalke 05" von Carmen Thomas 1973 (ich erinnere mich noch wie heute) im aktuellen Sportstudio.

Wie Du siehst, lese ich Deine Berichte immer noch sehr gründlich. :-)

Bitte weiter so!

J.O. aus HH

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