Kochkurs

Unser Fuehrer aus den Bergen laedt uns heute zu sich nach Hause ein um uns zu zeigen wie die Nepalesen leben und vor allem wie sie kochen. Sollte das eine Ausbildung sein, so waere sie in kuerzester Zeit abgeschlossen, denn die Ernaehrung der Nepalesen besteht eigentlich nur aus Reis und Linsen. Man nehme einen Reiskocher, setze den Reis auf, einen Schnellkochtopf mit Linsen gefuellt. Das Ganze anstellen und eigentlich war es das dann auch schon. Als aussergewoehnliche Zugabe steht aber auch ein Huehnchen-Curry auf dem Programm. Mit Moerser ganz viel Kreuzkuemmel zerstossen, Ingwer ebenfalls und Chilli. Alles in die Pfanne und fertig. Sehr lecker, obwohl auch hier nicht nach den deutschen Hygienestandards gearbeitet wird. Der Vorteil: die Verdauung erlaubt es nicht, dass irgendetwas von dem ganzen Essen ansetzen kann, denn die Verdauungsgeschwindigkeit ist extrem erhoeht, so dass die Zotten gar keine Chance haben irgendetwas nahrhaftes aufzufangen und in die Blutbahn zu transportieren.
Der gemeine Nepalese isst so gut wie kein Fleisch und wenn, dann wirklich nur zu besonderen Anlaessen. Somit fuehlen wir uns sehr geehrt. Die Frau isst, so soll es sein, wenn Auslaender und Mann fertig sind. Ein interessantes Mittagessen. Die Lebensverhaeltnisse sind aermlich. 4 Personen teilen sich ein 15 qm Zimmer, die Kueche ist im Hof und besteht eigentlich nur aus einem Reis- und einem Gaskocher. Und unser Guide ist schon einer der Privilegierten in Kathmandu. Er kann es sich leisten seinen aeltesten Sohn zur Schule zu schicken.
Die weniger Privilegierten treffe ich dann nachmittags wieder auf der Strasse. Ich versuche den ganzen Tag mein Flugticket von Delhi nach Bangkok in eines von Kathmandu nach Bangkok zu aendern, was nach einigen Kilometern Lauferei und Korrespondenz mit Sebastian in Berlin auch gelingt. Jetzt muss das Personal am Flughafen nur noch am Freitag einen Platz haben und genauso kulant wie das Personal im Thai Airways Buero sein. Es bleibt spannend. Vorsorglich spende ich den ganzen Tag an Unmengen von Bettlern. Da wird das mit dem Flug auch klappen. Drei Supermarktbesuche mit Kindern stehen auf dem Programm und mittlerweile kenne ich saemtliche Milchpulvermarken auswendig. Mich beschleicht der Verdacht, dass Milchpulver hier vielleicht so etwas wie eine Zweitwaehrung darstellt.... Aber selbst wenn: sie sind und bleiben hier bitterarm! Ein wenig Mogelei sei da erlaubt.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Mensch Jürgen, hätte ick je wusst dass de een Kochkurs uff asiatisch planst, dann hätte ick Jott und de Welt in Bewegung jesetzt und bei unsere Bibliothek Schlange jestanden, um deen Wissen uff zu bessern. Besser wäre noch jekommen, ick hätte mit unseren Schülern erst mal Probekochen jemacht. So mit Kreuzkümmel, Chilli usw, ( Wo kommt ditt denn alles her, wie schmeckt denn so wat, kann man ditt essen, bei MC Donald jibbt et so wat ja nicht) na und weitere Fragen, die unseren Schülern (Köchen) unter den Nägeln brennen. Lass et dir weiter jut jehen. Bring anständig Jewürze mit nach Hause (alter Pfeffersack!?!?!?!) Bis de Tage det Köchlein

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