Manila
Gut, die Waesche ist noch mittags trocken, also gehts heute auf die Philippinen. Schon komisch, wenn man das Reiseziel von einer solch profanen Angelegenheit abhaengig macht. Laos muss warten und kommt dann wohl Ende November ins Programm. Thai Airways ist heute so gnaedig und nimmt mich sofort ohne warten mit. Das Misstrauen bleibt jedoch bestehen. Wer weiss, wer weiss. Der Flug ist unangenehm, da ein schwedischer Vollalkoholiker neben mir sitzt und einfach nur widerlich ist - extrem widerlich! Am FLughafen werden wir dann bei der Ankunft gefilmt. Sinn und Zweck der Uebung - die fiebernden Fluggaeste herausfiltern, sie koennten an der Vogelgrippe oder SARS leiden. Wusste gar nicht, dass eine Kamera die Koerpertemperatur feststellen kann, aber ich lerne ja gern dazu. In Manila dann das uebliche Neue. Der Taxibetrieb ist vollorganisiert und abgesichert mit Quittung und Nummernschild aufschreiben. Diese Vollabsicherung macht einigermassen nachdenklich. Der Taxifahrer ist dann ganz nett und klaert mich ueber die "Do's" and "Don'ts" auf. Macht weiterhin nachdenklich. Erst recht die von ihm freudig vorgetragene Neuigkeit, dass heute mittag in Manila ein Restaurant in einem Einkaufszentrum in die Luft geflogen ist mit hunderten Verletzten und 8 Toten. Mein Hotel foerdert die Nachdenklichkeit dann gleich weiter. Schusswaffen und Bomben, so sagt das Schild am Eingang, sind nicht zugelassen im Hotel. Soso. Diese Schilder sind ueberall zu finden. Hatte gar nicht mitbekommen, dass die Philippinen ein Buergerkriegsland sind. Schusswaffen finde ich denn auch keine im Hotel, dafuer aber Unmengen possierlicher Tierchen, die angeblich einen Atomschlag ueberleben sollen. Beruhigend zu wissen, dass hier irgendetwas ueberleben wird.
Leicht nervoes wage ich mich dennoch abends auf die Strasse, wo die Warnungen weiter gehen. Ich solle mich vor den Kindern in acht nehmen, die mich nur ausrauben wollen, Getraenke sollte ich lieber ablehnen, da die in der Regel mit K.O Tropfen angereichert sind, was fuer einen tiefen Schlaf und eine leere Geldboerse sorgt. Die leichten Damen wuerden das Ausrauben ohne diesen Umweg machen usw. usf. Uff!
Immer wenn ich irgendwo neu bin, lasse ich sowieso Vorsicht walten, aber hier bewege ich mich als sei ich auf der Flucht. Man bekommt immer einen ersten Eindruck von einem Land, sobald man dessen Boden betritt und dieser Eindruck ist hier einfach: vorsichtig sein! Mehr als in den meisten Laendern, die ich bisher besucht habe.
Letztlich wandelt sich das Bild dann aber doch ein wenig. Tatsaechlich vermitteln die Menschen nicht wirklich den Eindruck als wollten sie mir ans Leder. Zwar will irgendwer immer etwas verkaufen, sei es eine Taxe, eine Rikscha, Erdnuesse oder Blumen, aber ein Nein wird schnell akzeptiert. So gut wie alle sprechen sehr gutes Englisch. Zudem sprechen sie eine Sprache, die mit sehr vielen spanischen Woertern ausgestattet ist. Gezaehlt wird beispielsweise auf Spanisch. Komme mir fast vor, als sei ich wesentlich weiter Richtung Osten geflogen als nur bis zu den Philippinen. Ueberhaupt ist es hier sehr anders als der Rest von Suedostasien. Keine eigene Schrift, die Sprache zum Teil verstaendlich als Europaeer. Auch wenn die Menschen asiatisch aussehen, ich fuehle mich hier nicht sehr wie in Asien.
Sehr muede wanke ich zurueck ins Hotel und leiste den Tierchen Gesellschaft. Morgen wird umgezogen!
Kommentare