Oh, wie schön ist...
...es einfach nur am Mekong (det is der Fluss hier) zu sitzen und einen Roman zu lesen. Die Sonne versinkt in einem großen Feuerball auf der anderen Flussseite in Thailand, während der Vollmond langsam das Firmament hochkriecht.
Laos ist nicht nur heiß, sondern auch einigermaßen französisch. Sehr viel haben die französischen Kolonialherren bei ihrem Abzug „vergessen“. Das sind zu erwähnen: das Baguett, was man überall zu kaufen bekommt, das Croissant, welches ich heute zum Frühstück hatte, der Weichkäse `La vache qui rie`, die vielen Edelrestaurants, in denen ein Hauptgang auch schon mal exorbitante 4 Euro kosten kann. Nicht zu vergessen die vielen Straßenschilder mit „Rue, Boulevard und Avenue“ darauf. Auch verschiedene Häuser sind einfach zurück geblieben.
Nachdem sich das Land vor gut 7 Jahren anschickte sich für den Tourismus weiter zu öffnen, geht es mit Restaurierungsarbeiten voran. Kommunistisch geführt, geht das erfahrungsgemäß sehr langsam, aber immerhin. Der Straßenbau wird offensichtlich von den Japanern
gesponsort – überall stehen Hinweisschilder, dass Nippon hier und dort geholfen hat. Übrigens fantastische Straßen, mit die besten, die ich in diesem Teil der Welt gesehen habe. Ganz eigennützig ist dieses Vorhaben sicher nicht – die vielen Toyotas brauchen ja schließlich eine Unterlage.
Auch die Mopeds benötigen sie und auf einem solchen fahre ich heute mal spontan nach DongDok. Ein Dorf, was in keinem Reiseführer verzeichnet ist, aber was würde ich mir Vorwürfe machen, hätte ich das verpasst. Man sieht dort: so ziemlich gar nichts interessantes, außer vielleicht einer nicht eingeschalteten Ampel – immerhin! Ein verunglücktes Moped erinnert mich mal wieder daran, dass trotz guter Straßen Vorsicht geboten ist.
Auf dem Rückweg erfahre ich den nächsten Trick dieses Landes Geld zu machen. Vientiane ist überzogen von Einbahnstraßen, die zwar angesichts geringen Verkehrsaufkommens sinnlos sind, aber sie sind nun einmal da. Dumm nur, dass ich eine solche übersehe, was die Herren Polizisten auf den Plan ruft. 50000 Kip (etwa 3,50 Euro) sollen es als Strafe sein, die ich in einer 3 Kilometer entfernten Polizeistation abdrücken soll. So gar keine Lust darauf bitte ich vor Ort zahlen zu dürfen, was mit Freuden akzeptiert wird. Sogar ein Rabatt von 10000 Kip wird mir eingeräumt und das Moped für mich gedreht und angelassen – das nenn ich doch mal Service und so unbürokratisch! Die Familie des Polizisten wird es mir danken.
Und schon wieder verschwindet die Sonne als riesiger Feuerball hinter dem Mekong...PS: Die Müllflug ist inzwischen beseitigt worden - Müllabfuhr hatte wohl Wochenende - nicht dass hier ein schlechtes Bild von Laos gezeichnet wird.
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