Vergangenes
Noerdlich von Malate, dem Stadtteil in dem ich mich derzeit aufhalte, kann man die Altstadt von Manila besichtigen. Das Gebiet entstammt der ersten Kolonialisiserung durch die Spanier. Die Besichtigung erstreckt sich jedoch eher auf Dinge, die man HAETTE sehen koennen, wuerde man die Zeit um 70 Jahre zurueck drehen. Es ist lustig dort durch die Strassen von einem Schild zum naechsten zu wandern und darauf dann detailiiert zu lesen, dass das Gebaeude, was hier bis 1945 stand, dann und dann renoviert, von dem und dem von bis bewohnt wurde um schliesslich wieder umgebaut zu werden in der Zeit von bis.... Tatsaechlich kann man eher von einem Schilderwald sprechen als von einer historischen Gegend. Diese Stadt teilt das Schicksal der meisten deutschen Staedte. Im letzten Kriegsjahr ist hier alles den Kriegswirren des zweiten Weltkriegs zum Opfer gefallen. So aehnlich muessen sich Touristen in Berlin fuehlen, denen ueberall Schilder erklaeren was an der Stelle mal gestanden hat.
Auch der zweite Ausflug fuehrt zu Vergangenem: einer Geisterstadt - der chinesische Friedhof. Die chinesische Bevoelkerung von Manila laesst sich hier ein Haeuschen als Gedenkstaette im Falle des Ablebens bauen. In diesen Haeuschen wird man dann in Steinquader beisgesetzt. Man laeuft durch kleine Straesschen mit richtigen Strassennahmen, vorbei an Reihenhaeusern, die nur noch Tote beherbergen. Eine absurde Stimmung kommt da auf. Dabei sind diese letzten Ruhestaetten so ausgestattet wie wirkliche Wohnstaetten der Lebenden - ein Hohn fuer all die Obdachlosen, die nachts in irgendwelchen Ecken auf Pappkartons gebettet schlafen muessen. Damit sie sich nicht auf dem Friedhof einquartieren, was logisch waere, patroullieren Unmengen von Sicherheitsbediensteten in der Geisterstadt.
Auf meinem Rueckweg dann eine Feuerwehr, noch eine, eine weitere, Unmengen von Ambulanz und am Himmel eine riesige Rauchwolke. Macht schon wieder nachdenklich. Meine Sorge, es koennte wieder einen Anschlag gegeben haben, ist jedoch unbegruendet. Habe nichts in den Nachrichten lesen koennen.
Dafuer habe ich mit unbaendiger Freude eben im Internet zur Kenntnis genommen, dass ein neues Land fuer mich wieder bereisbar geworden ist. Herzlichen Glueckwunsch nach Polen!
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