Vom Elend...
So ziemlich in jedem Land gehört es zum Standard am Straßenrand Bettler zu sehen. Einige sind einfach nur arm und hungrig, doch sehr viele unter ihnen sind von verschiedenen Gebrechen gezeichnet. Was man dabei so zu sehen bekommt ist mitunter nicht mehr zu beschreiben. Die gesamte Bandbreite an Krankheiten aus dem Pschyrembel wird auf der Straße ausgestellt. Was man bei uns operieren würde oder, wenn inoperabel, in irgendwelchen Kliniken oder Heimen wegsperrt, das karrt man hier durch die Fußgängermassen. Grauenhaft und man fühlt sich einfach nur schuldig und schlecht. „Normal“ sind Menschen mit allen möglichen fehlenden Gliedmaßen. Es fehlen Arme, Beine, Nasen, Ohren. Dann gibts die Kategorie Blinde. In Thailand erkennbar von weitem daran, dass sie einen kleinen Cassettenrekorder um den Hals tragen und ein Mikrophon vor dem Mund. So tasten sie sich jeden Abend singend durch die Märkte um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und das ist eine Kunst, sind die „Bürgersteige“ doch alles andere als verkehrssicher. Häufig fehlen Gullyabdeckungen oder sind einfach Löcher im Pflaster. Dazwischen kriecht schlangenartig der komplett verkrüppelte junge Mann ohne Arme und Beine mit einem kleinen Spendentopf im Mund. Übelst anzuschauen ist das Brandopfer, Haut – nicht vorhanden, Augenlider – Fehlanzeige. An der nächsten Ecke der Leprakranke, dessen Hände und Füße zur Hälfte abgefault sind. Schaurig auch der Mensch, dem über das gesamte Gesicht lange Hautlappen wachsen, 20 cm lang. Von Augen, Mund oder Nase sieht man vor lauter Hautlappen nichts mehr. Schon fast nicht mehr mitleidserregend sind da die vielen Tauben, die in den Märkten als Verkäufer arbeiten. Man muss aufpassen damit man nicht vor lauter Elend seelisch zusammenbricht oder die andere Variante, dass man nicht verroht.
Den Kritikern unseres Gesundheitssystems, so teuer es auch sein mag, sei ein kleiner Ausflug in diese Welt empfohlen.
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