Wunderhübsch


Schöne Orte muss man verlassen, damit man die Chance erhält noch schönere zu bewundern. Am Morgen verlasse ich Vientian und den Mekong in einem Bus, um 200 Kilometer weiter nördlich nicht enttäuscht zu werden: Viang Veng, ein kleiner Ort, der schon vom Briten im Zug beschrieben wurde, wenn auch aus seiner sehr speziellen Sicht. Der Schönheit kein Ende. Wieder sitze ich in einem gemütlichen Restaurant direkt am Fluss, bzw. fast in ihm und blicke auf ein Konglomerat aus Karstbergen, Palmen, Wasser und Bambusbüschen. Fast ekelhaft kitschig. Hier kann man diese gemeinen „Palme-ragt-über-Wasser-vor-Karstbergen-im-Sonnenuntergang“ Bilder machen. Wie schön, kann ich doch die Bilder nachholen, die ich in China in Yangshuo schon einmal gemacht hatte und die in Lhasa von einem übereifrigen Computerfreak zerfräst worden sind.

Die Fahrt ist weitestgehend unspektakulär durch überwiegend abgeerntete Reisfelder, ich spreche nicht umsonst ständig vom Herbst, Kokospalmen- und Bananenplantagen, bis auf vielleicht den reisekranken Busfahrer, der hin und wieder anhalten muss um hinter dem Bus ein Zwiegespräch mit einer imaginären Kloschüssel zu halten. Armer Kerl, vielleicht war es auch nur ein Keim zuviel im Essen. Er hat es aber – vorbildlich! – immer rechtzeitig geschafft zu stoppen und mehr oder minder diskret seine Konversation zu betreiben. Der Kelch ist bisher an mir vorüber gegangen. Touch wood!

Mit meinem nächsten Roman bewaffnet genieße ich die beschriebene Aussicht, linker Hand einen Mangoshake, bedient von Laoten, die so servil drauf sind wie die Thailänder, diese aber noch um Längen toppen. Im Vergleich dazu sind die Thais schon fast forsch und renitent. Sie bewegen sich quasi bückend auf den Tisch zu – ungewohnt, aber nett, erscheint es doch trotzdem weniger als untertänig, sondern vielmehr respektvoll dem Gast gegenüber. Ich werde das mal filmen und meinen Restaurantfachleuten bei Rückkehr vorspielen – als anschauliches Beispiel wie man als Bedienung auch auftreten kann.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
nicht nur beim Bedienen der Gäste sollte diese Haltung eingenommen werden. Wäre es nicht wünschenswert, wenn sie sich beim Verhalten den Lehrern gegenüber ähnlich benehmen? Und dann müssten noch die kahlen Wände verschönert werden - müssen ja keine Tapeten mit Sonnenuntergängen, palmen u.ä. sein. Sind in echt eh scheeener. Griaßle
Anonym hat gesagt…
So so, "Massa,Massa" willste denn wohl auch hören, was? Ja,ick finde, diese Haltung mir jejenüber eijentlich auch immer recht passend, immer !-vor mir so richtich weit nach unten, ejal, ob Schüler oder Kolleje oder Person inne Öffentlichkeit. Ja, Jabis DOMINAnte Seite scheint zum Vorschein zu kommen...

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