Zug fahren....

...in Thailand unterscheidet sich sehr vom chinesischen, geschweige denn vom europäischen Standard. Gemütlich tuckert man durch die Landschaft, was dazu führt, dass man für die etwa 700 Kilometer bis Nong Khai an der Thai-Laos-Grenze 13 Stunden benötigt. Laut Fahrplan 12, aber ich habe es noch nie erlebt, dass ein Zug auch wirklich pünklich ankommt. Im Zug selbst ist es aber durchaus bequem. Der Nachtzug hat in der zweiten Klasse jeweils links und rechts längs zwei Betten übereinander und fährt mit Klimaanlage, was mir eigentlich gar nicht so recht ist. Langweilt man sich, dann kann man auch mal gemütlich zum nächsten Waggon schlendern, über eine Brücke zwischen den Waggons und dort ist man dann draußen und hat die Gelegenheit etwas „frische“, d.h. Diesel-Luft zu schnuppern. Alles nicht sicher und undenkbar in Deutschland? Klar, aber spannend oder besser entspannend. Man erlebt das Reisen mit allen Sinnen. Der Zug rattert über die Schienen und man kann die Landschaft, zwar nur im Dunkeln, aber immerhin, ohne störende verdreckte Fenster direkt wahrnehmen. Ein Mitreisender Engländer freut sich schon auf einen Ort in Laos, an dem man sich in aufgeblasenen Autoschläuchen den Fluss hinunter treiben lassen kann, wobei man alle paar Meter in eine Strandbar gezogen würde, als Tankstopp sozusagen, an dem man nur den Mund zu öffnen bräuchte und es würde einem Bier, Whisky oder was das Herz begehrt hineingeschüttet. Tja, die Insulaner: immer auf der Suche nach dem Alkoholkick. Und dann sieht man sie wieder wanken (obwohl... im Fluss?....). Es ist schwer keine Vorurteile zu entwickeln bzw. die vorhandenen abzubauen. Ebenso in Bezug auf die Thais. Auf die Frage des Engländers ob es denn sicher sei über Nacht zu reisen antworte ich natürlich sei es das. Und noch in derselben Nacht soll meine Aussage bestätigt werden, denn meine Visakarte befindet sich schon wieder auf Abwegen. Der inzwischen fünfte Fluchtversuch, zweimal im Geldautomaten vergessen und jeweils von Aufsehern in letzter Sekunde für mich gerettet, einmal infolge eines Gewitters vom Automaten verschluckt und einmal verräumt. Mitsamt meinem Portemonaie fällt sie in der Nacht von mir unbemerkt auf den Gang. Der für den Waggon verantwortliche Thai weckt mich und reicht sie mir. Am nächsten Morgen bekommt er von mir ein saftiges Trinkgeld!

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Puh...Glück gehabt............

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