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Es werden Posts vom November, 2007 angezeigt.

Schönheit

Thailand ist das Land, in dem man sich, wenn man denn möchte, auch mit einem kleinen Budget zum Besseren verändern kann. Zumindest was das Äußere betrifft. Kaum eine Straße, in der keine Zahnklinik vorhanden ist, die damit wirbt, dass das eierschalenweiß der Zähne innerhalb kürzester Zeit mithilfe von Laser, UV-Licht oder welcher Strahlung (Gammastrahlung??) auch immer in das strahlende Hollywoodstar-Weiß verwandelt wird. Ist das Lächeln dann immer noch nicht gut genug, weil man das Weiß bei einem Schmollmund eben gar nicht sieht, dann gehts eine Klinik weiter, wo dann das Messer angelegt wird und die Mundvergrößerung einschließlich Einpflanzung neuer Zähne stattfindet. In der Hoffnung, dass auf dem Patientenbogen nicht fälschlicherweise eine Brustvergrößerung eingetragen worden ist. (Etwas, was die lieben russischen Mitreisenden, die hier in Massen auflaufen, nicht unbedingt nötig haben) Wer alles in einem Abwasch haben möchte, lässt ganz nebenbei noch ein wenig Fett absaugen, die Aug...

Wohin denn nun?

Was macht man wenn es überall gerade schön ist, es fürchterlich viele schöne Ziele gibt und ein wichtiger Termin bevor steht (Weihnachten)? Man ist grauenhaft verwirrt. Man könnte ja jetzt mal eben schnell nach Neuseeland fliegen. Lange hell ist es dort, man kann viel sehen usw. Aber ich will ja Weihnachten zurück in Thailand sein. Das ergäbe dann wenig Zeit für da unten. Hmm und das mit den Rückflügen so kurz vorm Fescht könnte auch ein Problem sein. Andererseits ist eventuell ein Freund im Januar in Thailand, den ich gerne treffen würde. Das ginge nicht wenn ich nicht hier bin – klingt logisch. Eine ewige Überlegerei die letzten Tage. 5 Minuten vor potentiellem Abflug nach Auckland die Entscheidung – ich fahre am Wochenende nach Kambodscha und beschließe das asiatische Kapitel langsam und beginne das neue Jahr in Ozeanien. Dieses Bürde aus dem Kopf lege ich mich bequem in die Sonne und widme mich den angenehmen Dingen des Lebens – schlafen, Swimmingpool, schlafen, Swimmingpool! Tut m...

Abreise

Kurzentschlossen mache ich mich auf den Weg zum Flughafen von Hanoi. Der Taxifahrer ist mit so ziemlich allem beschäftigt während er fährt. Kann man zur selben Zeit fahren, telefonieren, Zeitung lesen, seine Tagesabrechnung machen und am Radio herumspielen? Man kann! Und sehr zu meiner Freude – man kann sogar heile ankommen. Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass er jetzt mit den ganzen Utensilien auch noch jongliert. So langsam werde ich schusselig. Ich vergesse doch glatt mein Handgepäck an der Securitykontrolle und merke es gerade so kurz vor dem Einsteigen. Der Rest ist wie immer. Fliegen halt. In Bangkok ist derweil wieder Gelbtag – die Farbe des Königs. Allerdings mischen sich mehr und mehr rosa Gekleidete unter die Gelbgewandeten. Die Geschäfte quellen über vor rosa Hemden. Wir erinnern uns: Bhumipol hatte bei seiner letzten Krankenhausentlassung ein rosa Jacket an. Wollte ich viel Geld verdienen, ließe ich giftgrüne Froschhemden produzieren und dann den König eines trag...

Wie ist Vietnam?

Landschaftlich ist es wunderschön, Hanoi ist traumhaft, für das Auge gibt es Unmengen an Eindrücken, Hügellandschaften, Flusslandschaften usw. oder seien es nun das bereits erläuterte Essen, oder aber auch die vielen skurrilen Ansichten was Vietnamesen alles auf dem Moped transportieren. Auf den Gepäckträger einer Vespa passt ein ganzer Wasserbüffel, zusammengeschnürt zu einem UPS-Paket und das, dumm für den Büffel, sogar lebend. Schweine werden in runde, längliche Körbe eingepfercht und dann auf dem Gefährt zum Dutzend gestapelt. Geflügel wird in Drahtkäfige gestopft. Passen Schnäbel und Flügel nicht ganz rein, so erledigt sich das Problem fix an der nächsten Straßenlaterne, die zu knapp passiert wird. Für den Europäer mit seinem Hang zum Tierschutz kein schöner Anblick, der geht dann manchmal stark ins rötliche... Weniger spektakulär sind da schon die anderen Warentransporte. Ich vermute, dass die Motorradindustrie sämtliche Belastungstests ihrer Gefährte in Vietnam durchführen lässt...

Revolution in der Ha Long Bucht

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Es gibt Ausflüge, die gehören einfach zum Pflichtprogramm. Ein solcher ist derjenige in die Ha Long Bucht. Mit absoluter Sicherheit ein landschaftliches Juwel und ein Highlight auf meiner Reise. Zwar habe ich ähnliches schon häufiger gesehen, doch bisher nur in den Varianten Karstberg in Reisfeld oder Karstberg an Fluss. Hier sind die Karstberge vom Meer umspült, was die Atmosphäre noch einmal vollständig verändert. 1969 Hügel erheben sich aus dem Wasser und ich schipper für zwei Tage durch sie hindurch. Nun, ICH trifft es nicht ganz, passender ist WIR – und davon ganz viel, denn das Pflichtprogramm absolvieren eben so gut wie alle Touristen, die nach Vietnam reisen. So befinde ich mich zwar gemütlich auf einem nicht wirklich überfüllten Boot, aber insgesamt ist es doch ein ziemlicher Massenauftrieb. Die Bucht ist vollgestopft mit historischen Booten oder besser nachgemachten historischen Booten mit Segeln, die aussehen als seien sie einem Drachenflügel nachempfunden. Will man, dass da...

Bei Onkel Ho

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Der obligatorische Besuch bei Onkel Ho steht heute auf dem Programm. Ein Blick in das Deutsche-Welle-Programm nach dem Aufwachen treibt mich noch schneller als sonst aus dem Hotelzimmer: Karel Gott im Gespräch und, an Boshaftigkeit nicht zu überbieten, auch noch im Duett mit Dieter Thomas Heck. UAHHH, zum davonlaufen - gruselig! Ist das die nächste brutalstmögliche Aktion um potentielle Einwanderungswillige abzuschrecken? Drehen die jetzt vollständig ab? Die Asylanträge, sowieso schon zahlenmäßig im Keller, dürften jetzt gegen Null gehen. Wer will da schon noch nach Deutschland? Und es wirkt – ein Rundgang durchs Botschaftsviertel von Hanoi beweist es. Vor der tschechischen Botschaft ein riesiger Menschenandrang, gähnende Leere vor der deutschen Botschaft. Das Wetter: der Oberwahnsinn – Sonne satt! Ich lasse mich durch die Straßen treiben und lande schließlich vor dem sozialistischen Museumsmonstrum für Onkel Ho. Der Personenkult schlechthin um diesen Menschen. 1990 zu seinem 100s...

Altweibersommer

Fast erscheint es mir als sei ich derzeit in einer europäischen Stadt im September/Oktober bei diesem herrlich weichen und warmen Sonnenlicht. Es fehlt lediglich die Laubfärbung und auch die vielen Asiaten um mich herum stören das Bild ein wenig. Bei 25°C tagsüber und „lauen“ 20°C am Abend lässt es sich aushalten. Mein Hotel wechsel ich am Morgen und siehe da – massenhaft erschwingliche und schöne Zimmer. Soll ich wirklich ins „Asia-Queen“ ziehen? Eigentlich passend, aber ich entscheide mich fürs „Prince“. Ein ausgiebiges Frühstück in einem Straßencafè stärkt für den Tag. Auf einem gefühlten Sonntagnachmittagsspaziergang erkunde ich die Stadt, lasse mich eine Stunde von einem netten Rikschafahrer durch die Gassen und Straßen kariolen und sauge die Eindrücke auf. Leider auch die Abgase der Mopeds... Mir ist irgendwie nach Eis, warum eigentlich? Bis mir schließlich auffällt, dass die Gl o cke der Rikscha genau denselben Klang hat wie der Eismann. Die Töne der verschiedenen Fahrzeuge sind...

Hanoi

Endlich bin ich in der Stadt, von der die Hessen so oft sprechen. Eine wunderschöne vietnamesische Großstadt. Mein erster Eindruck ist allerdings: SCHUH. Das Taxi entlässt mich in das Straßengewirr inmitten unzähliger Schuhgeschäfte. Alles Imelda hier. Wer braucht alle diese Schuhe? Eine ganze Straße besteht aus Schuhgeschäften, deren Angebot aus dem Laden auf den Bürgersteig quillt, der sowieso schon vollgeparkt ist mit Mopeds. Man kann wählen: Entweder man klettert über die Verkaufstische oder man lässt sich von den Verkehrsteilnehmern gnadenlos in Grund und Boden hupen oder gar schlimmeres. Schwer unter den Mopedfahrern hier in Hanoi einen auszumachen, der älter als 25 ist. Das beruhigt nicht gerade. Der jugendliche Leichtsinn herrscht allerorten – ein Raser nach dem nächsten und immer wieder bin ich eigentlich nur verwundert, dass ich die Straße ohne Blessuren oder schlimmeres überquert habe. Wenn die sich alle in den nächsten Jahren vermehren – au weia, dann platzt die Erde bald a...

Marktsonntag

So ein Treffen mit Besuch aus der Heimat wirft einen ja völlig aus der Bahn. Mal nicht mit den Hühnern ins Bett gegangen und schon ist der Schlafplan durcheinander. Bekomme sogar ein verspätetes Geburtstagsgeschenk und, danke an Achim und Jose, mein Gepäck ist wesentlich leichter. Besitz ist auf Reisen eigentlich etwas lästiges. Ich bin immer froh wenn es weniger wird und selbst jetzt habe ich viel zu viel Ballast. (Okay, die Kreditkarte ist als Besitz schon wichtig und gut, aber eben auch sehr leicht). Wer hätte gedacht, dass ich noch die Gelegenheit bekomme in Saigon ein wenig mehr zu sehen und zu erleben. Im chinesischen Viertel etwa 5 Km von der Backpackergegend entfernt findet man ein ganz anderes Saigon. Voller Märkte, wieder mit allem was ein Tier so hergibt bzw. allen Tieren, die die Natur so hervorgebracht hat und kleiner Gassen. Wieder diese Märkte. Bunt, spannend, einladend zum Verweilen. In den Klamottenmärkten kann man alle Markenklamotten kaufen. Um den globalen Vorschr...

Spontan

Spontane Entscheidung am Morgen. Achim und Jose sind in Vietnam und schmeißen wegen der Wetterkapriolen – der zigste Taifun verwüstet die Landesmitte von Vietnam – ihre Pläne um. So gibt es kein Treffen in der Mitte, sondern in Saigon. Also wieder zurück nach Saigon zur Übergabe von Mitbringseln. Betrachtet man dabei den Kostenaspekt –lächerliche 2,50 Euro für den Bus und daher vernachlässigbar. Schade aber den Ort zu verlassen, denn es beginnt mir zu gefallen. Gemütlich wackelt der Bus 5 Stunden gen Saigon und am Himmel entwickelt sich ein geniales Farbenfeuerwerk. Die tropischen Ambosswolken und sonstige Wolkenformationen, die ich nicht benennen kann, erstrahlen beim Untergang der Sonne in unglaublich intensiven Farben. Alles was der Tuschkasten an rot, orange, gelb und rosa Tönen so hergibt. Sowieso sind Sonnenuntergänge eigentlich immer das schönste. Wenn der Tag schwindet und alles in einem freundlichen, warmen Licht erstrahlt. Leider geht dieser Tagesteil immer viel zu schnell um...

Entwicklungshilfe zweiter Teil

Wenn einer eine Reise tut..... – dann sollte er sich vor Mitreisenden in Acht nehmen. Die beiden Engländerinnen gestern Abend sollten auf meine Sachen aufpassen während ich mich in die Fluten stürze. Das haben sie leider sehr genau getan und nun passen sie immer noch auf mein Geld auf bzw. verprassen es wohl gerade. Am Morgen erst bemerke ich, dass ein nicht unerheblicher Betrag aus meiner Geldbörse fehlt. Rekapitulierend bleibt nur ein Schluss, und zwar, dass dort gestern jemand hineingegriffen haben muss. Sehr ärgerlich. Die Moral von der Geschicht – es sind nicht die Einheimischen, die kriminell sind, sondern, wie ich aber schon vorher wusste, diejenigen, die wie ich am Reisen sind. Nun, Buddha, Allah oder wie auch immer die jeweilige Kontrollinstanz heißen mag, wird schon für Ausgleich sorgen – meine feste Überzeugung. Gelingt mir dennoch nicht so richtig das einfach wegzustecken, aber nach drei unangenehmen Ereignissen innerhalb nur einer Woche hoffe ich, dass das jetzt erst ein...

Mui Ne

Ich kenne bisher keine Stadt, die morgens um 6 schon komplett vollgestaut ist und den Eindruck vermittelt, dass eigentlich niemand in der Zwischenzeit im Bett gewesen ist. Der gemeine Vietnamese sitzt also 24 Stunden auf seinem Moped. Einer von den tausenden soll mich im Auftrag des Reisebüros zum Bus nach Mui Ne bringen. Super Sache, ein unglaublich schwerer Rucksack, dazu ein schwerer Tourist. Dumm nur, dass der Rucksack so gepackt ist, dass mein kurzwüchsiger Fahrer nichts mehr sieht. Dafür ich über seinen Kopf hinweg umso mehr und das ist nicht schön. Wir fahren nicht, wir torkelnd auf dem Fahrzeug durch die Straßen, eingezwängt von der üblichen Mopedarmada. Etwas beruhigender wäre es wenn der Mopedfahrer wüsste wo er hinfahren soll. Aber offensichtlich weiß er es nicht, sondern fragt sich so durch die Stadt. Nach einer dreiviertel Stunde erfolgreich, woran ich schon längst nicht mehr geglaubt hatte. Landschaftlich ist die Strecke wenig reizvoll. 2 Stunden nördlich von Saigon...

Vom Essen

Faul sein und nichts tun bedingt wenige Erlebnisse, außer dem Essen. Das muss man ja immer mal wieder und leider in den letzten Wochen etwas zu häufig. Würde ich die in Saigon herumlaufenden Menschen mit ihren Standwaagen, aus denen die Musik vom Untergang der Titanic dudelt, konsultieren, kämen mir wahrscheinlich die Tränen. Und das dann sicherlich nicht aufgrund der Trauermusik. Ein Blick in den Spiegel reicht aber leider auch schon aus. Noch trauriger dürften jedoch die Frösche sein, die lebend über den Schenkeln festgezurrt und in mehreren Stockwerken in den Straßenrestaurants direkt neben dem Grill hängen und ihrem gerade bestellten Kumpel ein letztes jämmerliches Quak auf den Scheiterhaufen hinterherrufen. Den Schlangen wird es ähnlich gehen, aber sie sind wenigstens schon tot – zumindest habe ich keine lebenden gesehen. Fischen sagt man ja eh nach, dass sie keine Gefühle hätten, Garnelen ebensowenig – sie dümpeln schwerst asthmatisch in ihren Becken vor sich hin und dem baldige...

Im Mehkong Delta

Südlich von Saigon beginnt das Mehkong Delta, in dem sich der Mehkong quasi zerfasert bevor er das südchinesische Meer erreicht. 9 Nebenarme, unzählige weitere Flüsse und Kanäle durchziehen die Landschaft und man befindet sich eigentlich andauernd entweder auf einer Brücke oder einer Fähre. Um die Landschaft besser zugänglich zu machen sind mächtige Brücken im Bau, die das gesamte Gebiet sicherlich bald verändern werden. Das derzeit beschwerliche Reisen wird ein Ende haben und Tourismus und Industrie werden Einzug halten. Es ist die Reiskammer Vietnams. Vier Ernten pro Jahr sind dort möglich. Sicherlich der größte Beitrag dazu, dass Vietnam zum zweitgrößten Reisexporteur der Welt aufgestiegen ist. Zwei Tage bin ich mit einer organisiserten Tour für einen Appel und ein Ei durch die Kanäle und Flüsse geschippert und habe dabei gelernt wie Bienen Honig produzieren – etwas was ich immer schon mal wissen wollte – wie Reisnudeln hergestellt werden, schon interessanter, und habe einfach vom...

Auf den Spuren des Vietcong

Früh aufstehen ist ein Graus, auch auf Reisen. Aber der frühe Vogel fängt den Wurm bzw. den Vietcong, obwohl das die Amerikaner in Vietnam eben nicht geschafft haben und ich denke sie sind durchaus früh aufgestanden und wohl häufig auch erst gar nicht zum Schlafen gekommen. Denn der Vietcong war eigentlich überall. Das Tunnelsystem etwa 60 km nördlich von Saigon ist heute für die Touristen freigegeben und vermittelt einen guten Eindruck davon wie dieser Krieg damals gelaufen ist – den Rest lese ich mir im Bus an, denn hier gibt es so angenehm viele Buchverkäufer, die illegale Reiseführer, aber eben auch Geschichtsbücher verkaufen. Die Schwierigkeit der USA war eigentlich immer, dass gar kein Feind zum bekämpfen da war. Und wenn er da war, dann war er auch gleich wieder in den Tunneln verschwunden. Das erklärt sehr gut wie die Soldaten der US Armee über kurz oder lang zur Verzweiflung und eben leider auch zu den Massakern getrieben wurden, die sie schließlich angerichtet haben. Es gab n...

Hoh-Chi-Minh-Stadt

Puh, ein Tag der Besichtigungen liegt hinter mir. Saigon, oder offiziell eigentlich Hoh Chi Minh Stadt, ist nicht zu vergleichen mit den sonstigen südostasiatischen Städten. Viele Straßencafès sorgen für europäisches Flair, eigentlich natürlich französisches. In Saigon ist eines der Zwangsziele das Kriegsmuseum. Dort wird einem das vor Augen geführt, was einem aus den zahlreichen Vietnamfilmen sowieso schon bekannt ist. Ein ganzes Arsenal von den Amerikanern vergessenes Kriegsgut, vom Panzer bis zum Bomber, säumen den Hof des Museums und ansonsten bekommt man jede Menge Bilder zu sehen von verkrüppelten, vermissten, geschändeten usw. Personen. Leider ist die Ausstellung sehr schlecht gemacht, denn die englische Beschriftung hat die Größe eines Zeitungsartikels, so dass das Lesen nicht einfacher wird, schon gar nicht wenn man sich gerade in der letzten Reihe inmitten einer Horde von Touristen aufhält. Ein Raum ist eigens den Solidaritätsbekundungen der Länder der Welt mit dem vietnamesi...

Saigon

Das Fliegen ist wieder herrlich unkompliziert, Thai checkt mich sofort ein, so dass ich mir noch bequem die in Thailand bezahlte Umsatzsteuer zurück erstatten lassen kann. Der Flieger ist denn auch extrem leer und innerhalb kurzer Zeit landen wir in Saigon. Hmm, dunstiger Himmel. Aber die Sonne ist als tiefroter Ball am Horizont zu sehen. Das tröstet. Interessant ist die Bemalung der Flieger von Vietnam Airlines. Ein hässliches blaugrün bedeckt das gesamte Flugzeug. Könnte ja sein, dass man die demnächst mal wieder einem anderen Zweck zuführen muss und zu diesem Tarnfarben vonnöten sind. Sehr militärisch alles – Kampfhubschrauber am Flugfeld mindern diesen Eindruck nicht, auch nicht die Tatsache, dass das Gepäck bei Ankunft erneut geröntgt wird. Ansonsten ist es so ziemlich die schnellste Ankunft, die ich je hatte. Vom Aussteigen bis zum Taxi in 10 Minuten. Im Taxi hänge ich so meinen Gedanken nach und finde mich plötzlich in einer Moded-Großdemonstration. Wohin das Auge blickt – Hun...

Nüscht neuet

Heute mal ein Eintrag nur der Vollständigkeit halber. Fühle mich wie abgekoppelt von der normalen Welt - also frei. Da die Wäsche wieder rechtzeitig fertig geworden ist, versuche ich heute einen Flieger nach Vietnam zu bekommen. Dann gibts wieder neue Eindrücke. Gruezi

Rückkehr

... nach Bangkok. Wieder mit dem Zug und dieses Mal direkt mal pünktlich. Begleitet heute von den „alternativen“ Rucksackreisenden. Das sind die mit der Fliegenwolke über dem Kopf – Rastafaris, deren Haare ungefähr vor 5 Jahren das letzte mal Seife gesehen haben. Schön ist das nicht. Man wird doch einsam, wenn um einen herum immer ein Geruchsabstand von 3 Metern eingehalten wird. Was macht man in einem Zug? Musik hören. Doch welche? Ich versuche es mal mit Klassik. Mozarts Requiem – völlig absurd. Das passt hier so gar nicht, gibt dem Land eine zu dunkle Note. Tschaikowsy? Passt eher zur Transsibirischen Eisenbahn. Keine Musik will irgendwie passen, ich finde so richtig nichts und so unterhalte ich mich mit Michael Moores „Sicko“. Ein Film, der mir derart die Nackenhaare hochfahren lässt, dass ich lange Zeit nicht schlafen kann. Unglaublich und hoch amüsant. In Thailand gibt es wieder etwas zu feiern. Der König ist nach 25 Tagen im Krankenhaus entlassen worden. Die Thais sind zu ...

Tonkrüge

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Eine frostige Nacht endet mit einem strahlend sonnigen Tag. Es gilt die Tontöpfe zu besichtigen, von deren Zweck ich nun eine andere Version höre, nämlich dass sie letztlich als Urnengräber dienten. Recht große Urnen allerdings, 2,50 m misst die höchste. Drei Flächen mit Tonkrügen sind inzwischen von Munitionsräumtruppen gereinigt worden, andere stehen noch zur Säuberung an. Ein vierter „Friedhof“ soll eigentlich dieses Jahr fürs Publikum geöffnet werden. Dem gegenüber steht jedoch die asiatische Gemütlichkeit, so dass es wohl noch einige Monate dauern wird. Die Landschaft besteht aus grasbewachsenen Hügeln und ist übersäht von Bombenkratern. Auf den Hügeln sieht das aus, als hätte die Gegend irgendwann mal an den Pocken gelitten. Alle Weg der Besichtigungsgebiete sind mit Pfeilern abgesteckt, die anzeigen, welche Gebiete bereits von Munition gesäubert wurden und welche lediglich oberflächlich abgesucht worden sind. Über drei Gebieten in Laos haben die Amerikaner über neun Jahre alle...

Bombig

Wenns kalt wird bleibt man am besten in Bewegung. Also Bus nach Phomsavang. Hier sind waehrend des Vietnamkriegs mehr Bomben gefallen als in ganz Europa waehrend des zweiten Weltkriegs zusammen. Entsprechend in der Ort uebersaeht von entsprechenden Ueberresten. Der Schluesselanhaenger fuer das Hotel ist eine alte Patronenhuelse, die Lampen im Garten alte Panzergranaten mit Stahlhelm obendrauf. Die Wege sind gesaeumt von Bombenhuellen, halbiert und am Stueck. Das ganze liegt direkt neben dem alten Militaerflughafen der Amerikaner. Sehr bizarr und ich werde einen Teufel tun und auch nur einen Milimeter abseits der ausgetretenen Pfade wandeln, denn es gibt Unmengen von Blindgaengern, die diese Gegend und weite Teile Laos zu einem sehr gefaehrlichen Pflaster machen. Der Ort selbst ist eher haesslich und der einzige Grund hier zu sein ist die Ebene der Tonkruege zu besuchen. Seit Jahrhunderten sind von Menschen zu einer Art Tonkrug geformte riesige Felsen in der Landschaft zu sehen, von de...

Ausflüge

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Nach einem Tag Pause bedingt durch schlechtes Wetter und einer gewissen Bewegungsunlust, ein Tag auf Tour. Morgens ein Ausflug zu einer zur Touristenattraktion hochstilisierten Höhle, bzw. zweien. Nachmittags der Besuch eines Wasserfalls. Da es hier im Moment fürchterlich kalt ist, zumindest für südostasiatische Verhältnisse, nähern wir uns doch der 20°C Marke, bin ich dem Herrn im Himmel dankbar dafür, dass ich für die 2stündige Bootsfahrt meinen Pulli mitgenommen habe. Recht gemütlich tuckern wir auf dem Mehkong durch hüglige Landschaft Richtung Norden. Dabei ist eigentlich der Weg das Ziel, und der ist selbst bei bedecktem Himmel idyllisch, denn das tatsächliche Ziel ist nichts weiter als eine Ausstülpung im Berg, nicht weiter bemerkenswert für den ignoranten West-Touristen. Für die Laoten ist es allerdings ein kleines Heiligtum. Als Luang Prabang noch Hauptstadt und Sitz des Königs war (bis 1975) führte jedes Jahr eine Prozession des Königs zu den Höhlen um Buddha zu huldigen. So...

Busleben

Trübe Wetteraussichten treiben mich weiter im Programm. Der Bus nach Luang Prabang fährt um 10.00 Uhr und benötigt für die Strecke 7 Stunden, nicht etwa, weil diese so weit wäre, sondern weil sich der Bus eigentlich die gesamte Zeit enge Bergpässe hoch- und wieder runterquält. Ein Lob dem Busfahrer, er fährt besonnen mit seinen Badelatschen an den Füßen und es ist selten, dass ich frei von Ängsten in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Dieser Busfahrer scheint darüber hinaus gesund. Dummerweise regnet es die gesamte Fahrt über, so dass von der pittoresken Landschaft draußen nicht so viel zu sehen ist. Die Straße windet sich durch immergrüne, von Drachenzahnbergen durchsetzte Landschaften, vorbei an den obligatorischen Reisfeldern und Bananenplantagen, durch Palmenhaine, manchmal im Nebel, manchmal aber eben auch ein wenig mit Aussicht. Zwei Stopps gibt es unterwegs, an denen ich auch die anderen Reisenden, zu 100% Europäer, bei ihren Problemen mit dem Geld hier beobachten kann....

Dorfleben und Landschaft

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Ein Tag in der Natur und bei den Menschen des Landes. Im wahrsten Sinne. Mit meinem Moped mache ich es wie Stallone und karre entlang eigentlich nicht befahrbarer Dschungelpfade, durch ausgetrocknete Flüsse und zerkratze mir die Arme und Beine, damit ich, nachdem meine Zipperlein (Rücken und Erkältung) gerade erst geheilt sind, ja wieder etwas zu pflegen habe. Tatsächlich befinde ich mich auf der Suche nach den ganzen Höhlen und Lagunen, die in dieser Gegend zu finden sind. Auf dem Weg zur ersten Höhle begegne ich zwei derberen Damen im Military-Look. Man (er-)kennt sich und grüßt. Und um wieder die üblichen Vorurteile abzuarbeiten: sie sitzen auf Motorrädern! Sehr nettes Paar. Die Höhle ist eher enttäuschend. Bis auf einen – hier eigentlich obligatorischen – Buddha sowie zwei Fledermäusen darin gibt es nicht viel zu sehen. Eine Höhle halt. Noch weniger zu sehen gäbe es ohne den geschäftstüchtigen Laoten, der Autobatterien mit einer kleinen Lampe daran vermietet und dabei auch noch sei...