Hanoi

Endlich bin ich in der Stadt, von der die Hessen so oft sprechen. Eine wunderschöne vietnamesische Großstadt. Mein erster Eindruck ist allerdings: SCHUH. Das Taxi entlässt mich in das Straßengewirr inmitten unzähliger Schuhgeschäfte. Alles Imelda hier. Wer braucht alle diese Schuhe? Eine ganze Straße besteht aus Schuhgeschäften, deren Angebot aus dem Laden auf den Bürgersteig quillt, der sowieso schon vollgeparkt ist mit Mopeds. Man kann wählen: Entweder man klettert über die Verkaufstische oder man lässt sich von den Verkehrsteilnehmern gnadenlos in Grund und Boden hupen oder gar schlimmeres. Schwer unter den Mopedfahrern hier in Hanoi einen auszumachen, der älter als 25 ist. Das beruhigt nicht gerade. Der jugendliche Leichtsinn herrscht allerorten – ein Raser nach dem nächsten und immer wieder bin ich eigentlich nur verwundert, dass ich die Straße ohne Blessuren oder schlimmeres überquert habe. Wenn die sich alle in den nächsten Jahren vermehren – au weia, dann platzt die Erde bald aus allen Nähten. In der nächsten Straße dann Pullover - ein Laden am nächsten. Mal schauen was ich morgen noch so alles an Themengassen finde. Die ganze Altstadt besteht aus kleinen Gassen/Straßen mit alter Bausubstanz, die um einen Stadtsee angeordnet sind. Am baumgesäumten See liegen noble französische Stadtvillen.
Ein Hotel zu finden ist anscheinend ausgesprochen schwierig, in jedem Hotel erklärt mir das Personal sie seien ausgebucht und es sei eigentlich nicht möglich ein Zimmer zu finden – aber man hätte für 35 Dollar noch eines. Grund für die vermeintliche Fülle der Hotels sind die Fluten an den Küsten im Zentrum von Vietnam. Zwei Schweizerinnen, die ich nach einem Hotel frage, haben drei Tage im Hotel verbringen müssen bevor sie evakuiert wurden. Das unterste Stockwerk stand komplett unter Wasser und es sei eine „titanische“ Atmosphäre gewesen, natürlich ohne Strom und Trinkwasser.
Ich suche weiter und lasse mich schließlich von einem Mopedfahrer abfangen, der mich zum preiswerten nächsten Hotel bringt. Nur, dass dieses eben auch nicht preiswert ist. 5 Mopeds später habe ich ein Zimmer, das allerdings, zu spät merke ich das, direkt an der 8-spurigen Hauptverkehrsstraße liegt. Urlaub am Autobahndreieck Funkturm. Da kann mich auch der Internetanschluss auf dem Zimmer nicht wirklich trösten. Eine Ohropaxnacht steht bevor. Zuvor jedoch der obligatorische erste Stadtrundgang. Eine wunderschöne Stadt mit vielen Eindrücken und viel Charme. Auf meiner internen Hitliste platziere ich sie schon einmal auf den zweiten Rang nach Kathmandu.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Delinquenten

Tartarugas

Einkaufsbummel