Hoh-Chi-Minh-Stadt
Puh, ein Tag der Besichtigungen liegt hinter mir. Saigon, oder offiziell eigentlich Hoh Chi Minh Stadt, ist nicht zu vergleichen mit den sonstigen südostasiatischen Städten. Viele Straßencafès sorgen für europäisches Flair, eigentlich natürlich französisches. In Saigon ist eines der Zwangsziele das Kriegsmuseum. Dort wird einem das vor Augen geführt, was einem aus den zahlreichen Vietnamfilmen sowieso schon bekannt ist. Ein ganzes Arsenal von den Amerikanern vergessenes Kriegsgut, vom Panzer bis zum Bomber, säumen den Hof des Museums und ansonsten bekommt man jede Menge Bilder zu sehen von verkrüppelten, vermissten, geschändeten usw. Personen. Leider ist die Ausstellung sehr schlecht gemacht, denn die englische Beschriftung hat die Größe eines Zeitungsartikels, so dass das Lesen nicht einfacher wird, schon gar nicht wenn man sich gerade in der letzten Reihe inmitten einer Horde von Touristen aufhält. Ein Raum ist eigens den Solidaritätsbekundungen der Länder der Welt mit dem vietnamesischen Volk gewidmet. Zeitungsartikel von Demonstrationen usw. Natürlich ist Kuba dabei, Rumänien, auch die USA und ich bin schon ganz verzweifelt – wo ist das deutsche Bruderland? Ahh, eine große, eigene Ecke ist mit Plakaten zur Volkssolidarität ausgefüllt. Geht doch! Der Besuch wird kurz und nicht sehr lehrreich, leider. Ich erfreue mich dann doch lieber am Leben und bewundere historische Bauten, die hier, im Gegensatz zu Manila, nicht zerstört worden sind. Jedenfalls überwiegend. Nach etlichen Kilometern in der Wärme ab ins kühlende Cafè bei Kaffee und Kuchen und am Abend dann Disko auf vietnamesisch. Sicherheitsleute bewachen den gesamten Diskothekenraum – einer links, einer rechts vom DJ, schauen böse und bewegen sich kaum. Fast wie Wachsfiguren. Aber es muss ja alles seinen sozialistischen Gang gehen, wenn die Damen und Herren ihren „Fruchtteller“ verzehren. Gesittet im Spießerornat sitzen die Herrschaften in der Disko „Apokalypse“ und verzehren den Obstteller ‚Napalm‘. Hmm, Disko ist für mich irgendwie anders... Aber das Land ist ja gerade erst dabei die westlichen Gepflogenheiten zu adaptieren. Eine fahrende Disko, Kawumm, Kawumm bringt mich mit quietschenden Reifen zum Hotel – wie viele Mopeds dabei draufgehen bekomme ich nicht mit. Dafür jedoch, dass das Taximeter den fünffachen Fahrpreis der Tagestour anzeigt. Bin ich jetzt geneppt worden? Uiih, das werktätige Volk wird für Nachtarbeit aber hübsch entlohnt.
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P.S. Hier beginnt die Saunazeit... im nächsten Winter wieder mit dir?