Mui Ne
Ich kenne bisher keine Stadt, die morgens um 6 schon komplett vollgestaut ist und den Eindruck vermittelt, dass eigentlich niemand in der Zwischenzeit im Bett gewesen ist. Der gemeine Vietnamese sitzt also 24 Stunden auf seinem Moped. Einer von den tausenden soll mich im Auftrag des Reisebüros zum Bus nach Mui Ne bringen. Super Sache, ein unglaublich schwerer Rucksack, dazu ein schwerer Tourist. Dumm nur, dass der Rucksack so gepackt ist, dass mein kurzwüchsiger Fahrer nichts mehr sieht. Dafür ich über seinen Kopf hinweg umso mehr und das ist nicht schön. Wir fahren nicht, wir torkelnd auf dem Fahrzeug durch die Straßen, eingezwängt von der üblichen Mopedarmada. Etwas beruhigender wäre es wenn der Mopedfahrer wüsste wo er hinfahren soll. Aber offensichtlich weiß er es nicht, sondern fragt sich so durch die Stadt. Nach einer dreiviertel Stunde erfolgreich, woran ich schon längst nicht mehr geglaubt hatte.
Landschaftlich ist die Strecke wenig reizvoll. 2 Stunden nördlich von Saigon erheben sich ein paar Hügel, die jedoch fast vollständig kahl sind und ich frage mich ob das an den Entlaubungsaktionen der US-Armee vor 30 Jahren liegt. Mui Ne ist oder besser war ein kleiner Fischerort, der erst spät für den Tourismus entdeckt wurde. Dafür dann aber auch mit aller Macht. Eine "Canarisierung" läuft hier - ein Resort grenzt an das nächste und die Preise sind dementsprechend verhältnismäßig hoch. Immer noch bezahlbar allerdings. Der Strand ist okay, wenn auch kein Traumstrand wie in der Karibik. Nun also Strandleben. Mal schauen wie lange ich das Nichtstun überhaupt aushalte. Boahh wat is das langweilisch....
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