Saigon
Das Fliegen ist wieder herrlich unkompliziert, Thai checkt mich sofort ein, so dass ich mir noch bequem die in Thailand bezahlte Umsatzsteuer zurück erstatten lassen kann. Der Flieger ist denn auch extrem leer und innerhalb kurzer Zeit landen wir in Saigon. Hmm, dunstiger Himmel. Aber die Sonne ist als tiefroter Ball am Horizont zu sehen. Das tröstet. Interessant ist die Bemalung der Flieger von Vietnam Airlines. Ein hässliches blaugrün bedeckt das gesamte Flugzeug. Könnte ja sein, dass man die demnächst mal wieder einem anderen Zweck zuführen muss und zu diesem Tarnfarben vonnöten sind. Sehr militärisch alles – Kampfhubschrauber am Flugfeld mindern diesen Eindruck nicht, auch nicht die Tatsache, dass das Gepäck bei Ankunft erneut geröntgt wird. Ansonsten ist es so ziemlich die schnellste Ankunft, die ich je hatte. Vom Aussteigen bis zum Taxi in 10 Minuten. Im Taxi hänge ich so meinen Gedanken nach und finde mich plötzlich in einer Moded-Großdemonstration. Wohin das Auge blickt – Hunderte, Tausende, wahrscheinlich Millionen Mopeds verstopfen die Straßen. Wogegen demonstrieren die? Bis mir klar wird, dass das hier normal ist. Der gemeine Vietnamese verbringt seinen Tag auf dem Moped. Und da es sehr viele Vietnamesen gibt, fließt ein nicht endender Strom von Vespas, Suzukis, Hondas usw. durch die Straßen von Saigon. Wahrscheinlich werden 75 % der Weltproduktion dieser Fahrzeuge in Vietnam verkauft. Es ist unglaublich – in etwa so wie eine richtig gut besuchte Skaterparade nur eben mit Mopeds. Stellt sich die nächste Frage: Wie soll ich mich in Saigon von A nach B bewegen? Ich werde mich wohl drei Tage im selben Block bewegen müssen, denn eine Straße zu überqueren erscheint mir unmöglich zu sein.
In der Tat ist es ein gefährliches Unterfangen, was ich am Abend feststellen muss. Ich sehe nur noch Lichter, es knattern die Mopeds und rauschen vorbei. Ein Fuß auf die Straße – zurück! Wieder ein Fuß auf die Straße, ein zweiter – wieder zurück. Mist! Wie machens die Vietnamesen? Dasselbe Prinzip. Bis irgendwann der Strom etwas dünner wird und nun mache ich das, was der Reiseführer rät: einfach langsam weiter gehen. Und tatsächlich: es funktioniert. Wohl ist mir aber immer noch nicht dabei. Das sicherste ist wohl sich die Augen zu verbinden und so die Stadt zu durchschreiten. Auch blöd, sieht man ja nix.
Der erste Eindruck von Saigon – ein toller. Die Stadt hat viel alte Architektur aus der Franzosenzeit, die Menschen sind sehr freundlich, wenn auch ein wenig drängelnder als in Thailand. Aber nicht wirklich extrem dabei.
Na, und dann dasselbe wie überall, mehrfach werde ich von Damen auf einem Moped angesprochen. Moment. Damen? Gut, dass es Reiseführer gibt. Es sind oft keine wirklichen Damen, sondern vielmehr umgebaute Vietnamesen, die einen an bestimmte Orte bringen wollen und dort dann alles mögliche mit einem machen wollen, so versprechen sie es. Aber, laut Reiseführer, endet es jedoch in der Regel mit einer Trennung – vom Portemonaie.
So, und da behaupte mal noch jemand, dass es nicht um genau zwei Dinge auf der Welt ginge!
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