Schönheit

Thailand ist das Land, in dem man sich, wenn man denn möchte, auch mit einem kleinen Budget zum Besseren verändern kann. Zumindest was das Äußere betrifft. Kaum eine Straße, in der keine Zahnklinik vorhanden ist, die damit wirbt, dass das eierschalenweiß der Zähne innerhalb kürzester Zeit mithilfe von Laser, UV-Licht oder welcher Strahlung (Gammastrahlung??) auch immer in das strahlende Hollywoodstar-Weiß verwandelt wird. Ist das Lächeln dann immer noch nicht gut genug, weil man das Weiß bei einem Schmollmund eben gar nicht sieht, dann gehts eine Klinik weiter, wo dann das Messer angelegt wird und die Mundvergrößerung einschließlich Einpflanzung neuer Zähne stattfindet. In der Hoffnung, dass auf dem Patientenbogen nicht fälschlicherweise eine Brustvergrößerung eingetragen worden ist. (Etwas, was die lieben russischen Mitreisenden, die hier in Massen auflaufen, nicht unbedingt nötig haben) Wer alles in einem Abwasch haben möchte, lässt ganz nebenbei noch ein wenig Fett absaugen, die Augen lasern, die Nase oder was sonst noch an Gliedmaßen unangenehm auffällt richten. (Hmm, das mit der Nase – da komme ich ja fast ins Überlegen...) Wem die Schnippelei nicht ganz geheuer ist, der nutzt halt die Botoxspritze – das Lächeln friert dann zwar etwas ein, aber wer schön sein will.....

Kurz, dieses Land ist über die Jahre zur Schönheitsfarm gewachsen und soweit mir gesagt wurde gar nicht schlecht dabei. (Nein, ich lasse mir nichts richten, auch wenn der derzeitige Dollarkurs für mich natürlich verlockend wirkt !!)

Wobei Schönheit natürlich relativ ist. Der Wunsch nach dunkler brauner Haut, der unsere Jugendlichen in die Hautkrebscenter treibt, ist hier ins Gegenteil verkehrt. Jeder, der etwas auf sich hält und als reich und schön erscheinen möchte, macht sich so blass wie möglich. Es gibt nur wenige Hautcremes und Sonnenschutzmittel, die keine Weißpigmente enthalten. Das Ideal hier ist die noble Blässe. Was mitunter sehr komisch wirkt, denn das Gesicht ist zur Leichenblässe geschminkt, während der Rest in wunderbarem Kaffeebraun leuchtet. Quasi das Negativ zu den am Strand brutzelnden Nordeuropäern, die selbst nachts luminiszieren in Farbtönen von lachsrosa bis zum satten hummerrot. Die Regel lautet: je britischer, desto rot. Womit sich dann wieder ein neues Geschäftsfeld für die Thais eröffnet: die Hautverpflanzung.

Wer zeigen möchte, dass er wohlhabend ist und nicht der körperlichen Arbeit nachgehen muss, der lässt sich den kleinen Fingernagel auf ca. 2 cm wachsen. Fast alle männlichen und weiblichen Geschöpfe hier tragen dieses Statussymbol und dank der thailändischen gesunden Küche kommen sie dabei ganz ohne Merz Spezial Dragees aus. Anscheinend jedoch gilt die Thaimassage nicht als körperliche Arbeit, so dass die Masseure und Masseurinnen ebenfalls überlange Fingernägel haben. Als Ergebnis erhält man kirschrote chinesische Schriftzeichen auf krebsrotem Grund....

Kommentare

Anonym hat gesagt…
STOPP - mach den Thais bitte klar, dass dieser absolute Schwachsinn zu dauerhaften Verfärbungen führen kann. Nimm dine pädagogische Pflicht ernst - brauchst sie nicht am "Ausgang" Deutschland ablegen. Ehrlich, habe kürzlich eine Dokumentation darüber gesehen gräßlich und mit Hautkrbs vergleichbar. Vielleicht sind die Thaikids nach der Aufklärung klüger als die "Steckdosenschönheiten".
P.S. Ich hätte gerne ein Foto von dir mit chinesichen SChriftzeichen - kümmere mich dann um Übersetzung.
Ein golden girl

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