Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2007 angezeigt.

Frohes Fest

Allen Daheimgebliebenen wünsche ich ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest mit vielen Geschenken und viel Wärme. Merkt Ihr es? Ein kleines Wärmepaket mit einem Quentchen Sonne habe ich dem heutigen Blogeintrag beigelegt. Wirds schon warm? Ich habe mittlerweile meine Insel verlassen, heute Morgen noch schnell den Kindern beim Geschenkeauspacken und Spielen zugesehen und bin zurück in Bangkok. Es gibt einige Dinge einzukaufen und zu organisieren bevor der Sprung ins Neue Jahr und Neuseeland anstehen.

Konsum

Egal wo auf der Welt – das Fest des Konsumrauschs ist ausgebrochen. Auch hier wird fleißig geshoppt und ich wäre der letzte, der sich dem entziehen könnte. Jetzt bin ich stolzer Besitzer dreier neuer Sehwerkzeuge – einmal für die Sonne und einmal für alle anderen Anlässe sowie eine schöne neue Linse für meine Kamera. Ich verabschiede mich jetzt in die Blog-Weihnachtspause. Zwei, die obligatorischen, Einträge wird es natürlich n och geben.

(Tor)Tour

Na, welcher Pädagoge war denn da am Werk? Danke für die vielfältigen Informationen zum Thema Pfeffer. Und nicht so ängstlich –oute Dich, Du Kommentator! Was für eine (Tor)Tour gestern. Von Sihanoukville habe ich mich mit gefühlten zehntausend Fortbewegungsmitteln über Land zurück nach Thailand befördern lassen. Vom Moped, aufs Boot, auf den Lastwagen, in den Handkarren, in den Minibus, in einen anderen Minibus, auf der Ladefläche eines Pickuptrucks und zu guter letzt in einen weiteren... 14 Stunden für etwa 400 Kilometer zum Preis in etwas auf Augenhöhe zum Flieger. Aber es war spannend. Vor allem die 300 Kilometer auf dem Pickup durch den Osten Thailands waren aufregend. Zwar sehr abgaslastig, aber mit dem Kopf im Wind kein Problem (Kleinejungenträume und so) Lediglich meine Kopfhaut zuckte noch Stunden später wie verrückt. Der Grenzer auf Thaiseite hat ewig gebraucht meine ganzen Einreisestempel zu addieren und zu schauen, dass ich auch ja nicht schon 90 Tage im Land war, denn das ...

Sihanoukville

Wollte man diese Stadt in einem Reiseprospekt beschreiben, so käme unweigerlich die Bezeichnung „aufstrebender Ferienort“ vor. Zudem würde man das Attribut „belebt“ und „natürlich“ verwenden. Und natürlich nicht zu vergessen „beliebt bei jüngeren, unabhängigen und flexiblen Reisenden, gern auch allein reisenden Herren“. Kurz, die Stadt ist mehr oder minder scheußlich. Sie ist weit auseinanderzogen und es wird gebaut, geschraubt, gebohrt und gesägt. Am Strand, eigentlich nicht sooo schrecklich, werden en masse nicht (mehr) vorhandene Gliedmaßen zur Schau gestellt. Um den Effekt zu erhöhen werden die Krücken irgendwo versteckt und die Bettler kriechen am Strand entlang. Kinder werden zum Verkaufen losgeschickt, denn sie sind die wahren Meister in der Kunst des traurigen Dackelblicks. Die Straßen werden derweil von den „coolen“ caucasischen Reisenden auf ihren Motorrädern unsicher gemacht. Leider gilt hier offensichtlich nicht das Verbot Mopeds und Motorräder an Traveller zu vermieten. Un...

Wo der Pfeffer wächst....

... dorthin wurde ich in meinem Leben schon des Öfteren gewünscht. Heute ist der Tag gekommen, an dem ich endlich den Ort erkunden kann, wo mich schon viele Menschen hinhaben wollten. Nach frühem Aufstehen und 5-stündiger Ruckelbusfahrt nach Kampot, springt mir die Werbung für einen Ausflug förmlich ins Gesicht: „visit a Pepper Plantation“. Also nix wie hin. Eine Britin, eine Singapuresin und ich gehen dem Geheimnis mit unseren lokalen Mopedfahrern auf den Grund. Um die Spannung zu erhöhen gibts den einen oder anderen Stopp. Eine Höhle – etwas langweilig, die Landschaft – hmmm, schon interessanter. Wie Oasen in der Wüste erheben sich einzelne Gehöfte von Kokosnusspalmen umgeben aus den gelben Reisfeldern, im Hintergrund der eine oder andere Hügel. Ein weiterer Stopp in Kep, einem Strandort, der allerdings ebenfalls nicht schön ist. Und dann das große Ereignis: eine Pfefferfarm. Hmmm, soo spektakulär isses dort nu auch wieder nicht. Und schon gar nicht furchtbar. Eigentlich sogar wunde...

Nix neues

Bis auf die Tatsache, dass ich wieder in Phnom Penh bin, ist alles beim alten. Hatte insgesamt eine wirklich tolle Woche mit vielen netten Menschen, mit denen ich zu Abend gegessen habe und auch sonst um die Haeuser gezogen bin. Das angenehme ist, dass dieses Land ein Fruehzubettgehland ist. Kommt mir sehr entgegen. Tja, Nachrichtenlage ist duenn, da hoer ich mal lieber auf.

Landausflug

Auf dem Rücksitz eines Mopeds gehts heute aufs Land. Rund um Battambang ist das Leben stehen geblieben. Straßen – Fehlanzeige. Eine breite Schotterpiste führt etwa 18 Km landeinwärts vorbei an den obligatorischen Reisfeldern. Allerdings sieht man von denen absolut nichts, denn durch den relativ starken Verkehr führt die Strecke durch eine durchgängige Staubwolke. Von oben bis unten bin ich von Staub überzogen und habe einen rötlich-beigen Farbton angenommen. Fast die kambodschanische Hautfarbe. Das Drama nimmt etwas ab als wir in die kleineren Straßen einbiegen, die uns durch die Felder und kleinen Bauerndörfer führen. Auf dem Programm stehen: jede Menge Landschaft, unzählige Dörfer, zwei kleinere Tempel und eine fantastische Eisenbahnfahrt. Das spannendste aber sind mal wieder die vielen herzlich lächelnden und winkenden Menschen. Wirklich jedes Kind winkt uns zu. Und das sind hunderte, denn eigentlich gibts hier nur Kinder, kaum Erwachsene. Mein Arm wird ganz lahm. Gott, die ar...

Battambang

Bild
Der Weg in die zweitgrößte Stadt Kambodschas führt per Boot über ca. 80 Km quer durch Seen, Sumpf- und Flutgebiete. Auf dem Weg liegen etliche Fischerdörfer, die samt und sonders auf dem Wasser existieren. Mal sieht man nichts als Wasser, dann wieder führt die Strecke in kleinen Schneisen durch die Vegetation, gerade mal auf Bootsbreite. Wann immer wir bewohntes Gebiet passieren sind die Dorfbewohner damit beschäftigt uns Reisenden zuzuwinken. Besonders Kinder, aber auch einige Erwachsene. Man erhält einen Eindruck davon wie sich Queen Lizzi fühlen muss, wenn sie sich unters Volk mischt. Immer mehr verfestigt sich der Eindruck, dass Kambodscha das Land des Lachens und Lächelns ist. Ich hatte es vom letzten Jahr ganz anders in Erinnerung, aufdringliche Menschen, bettelnd und handelnd. Nur wenig ist davon übrig geblieben. Irgendetwas hat man hier dem Trinkwasser beigemischt, dass sich das so fix verändert hat. Jedenfalls ist das heute die beste Bootstour, die ich je gemacht habe. Sie d...

Heiliger Sonntag

Ich brauch mal ne Pause und das bietet sich ja am Sonntag an. Ein freier Tag ohne Besuche, Besichtigungen oder sonstiges. Herrlich. Könnte ja ins Prinzenbad gehen - halt, geht ja gar nicht, aber es kommt mir so vor wie ein Sommertag in Berlin mit Badbesuch.

Im Zoo

10 Km von Siem Reap existiert ein Dorf, das fast vollständig in Hausbooten auf dem Wasser siedelt. Alles Leben findet entsprechend auf dem Wasser statt. Der Tag beginnt mit dem üblichen Morgengeschäft, man hockt in einem Verschlag, der über die Bootswand ragt und unten offen ist und verrichtet das Notwendige. Dann springt man in selbiges Wasser für den hygienischen Aspekt des Tagesstarts. Das Gemüse für das Frühstück kann man gleich mitnehmen und nebenbei im Wasser „reinigen“. Ein unbeschreiblicher hygienischer Notstand weit und breit. Auf der Zufahrtsstraße toben Kinderhorden komplett nackt, über und über staubbedeckt und versuchen die Tuktuks mit den Touristen zu kapern. Dasselbe passiert immer wieder auf dem Boot. Erst das Seil mit der Schlaufe, dann der Kinderkopf und dann der Versuch Bananen oder Getränke an den Touristen zu bringen. Ein großes Restaurantboot dient als Abfotografierstation für die unzähligen Touristen. Naturgemäß steigt die Zahl der Bettler dort exorbitant. Kinde...

King Luis

Bild
Der zweite Tag in Angkor Wat ist weniger mit Masse als mit Klasse gefüllt. Erst zum Nachmittagslicht gehts zu den Tempeln und ich schlendere so vor mich hin. Denkt man zunächst lediglich an den bekanntesten Tempel – Angkor Wat – ist man bass erstaunt darüber, dass der Besuch hier niemals in einem Tag zu erledigen ist, will man auch nur ansatzweise etwas sehen, denn tatsächlich erstreckt sich das Angkorgebiet über eine Fläche, die etwa halb so groß wie die Berlins ist. Man kann Wochen-, 3-Tages- und Ein-Tagestickets erwerben, letzteres wäre jedoch ein Verbrechen. Man schätzt, dass zur Hochzeit etwa 1 Million Menschen hier lebten in der für damalige Verhältnisse größten Menschensiedlung der Welt. Von hier wurde das Reich der Khmer regiert, welches große Teile Südostasiens umfasste. Aus welchem Grund dieses Weltreich unterging, darüber streiten sich die Gelehrten – eine Vermutung ist, dass das ausgeprägte Bewässerungssystem, davon zeugen noch heute zwei große künstliche Seen, über die Jah...

Angkor Wat

Bild
4.30 Uhr Aufstehen Wäsche, Zähne putzen, anziehen 5.00 Uhr Abholung durch Tuktuk-Fahrer, Fahrt zu den ca 7 Km von Siem Reap entfernt liegenden Tempeln von Angkor Wat. Aufwachen. 5.15 Uhr Ticketkauf mit Fototermin. Fix wird ein Foto von einem böse verschlafenen Touristen gemacht, dieses mit Eintrittskarte in Folie geschweißt. Alles in Rekordzeit. 5.30 Uhr Ankunft Angkor Wat und sich in die Horden von Menschen einreihen, die dem Tempel entgegenströmen. Leichte Zickereien am Sonnenaufgangsfotomachplatz, einem See, in dem sich der Tempel dann, wenn die Sonne tatsächlich aufgeht, spiegelt. Eine Japanerin wird böse fertig gemacht, weil sie es gewagt hat sich nach vorne zu begeben um selbst auch ein Foto machen zu können. Gut, dass die größeren Steine nicht in Griffweite sind. Die Damen aus Holland – wohl schon seit drei Uhr hier - sind da unerbittlich, als es um die Verteidigung ihres Topaussichtspunkts geht. Eine gewisse Ähnlichkeit mit der deutschen Mentalität des Handtuchau...

Turbo

Lieber Bhumipol - allet jute zum Börßday. Halte Dich fit mit Deinen nunmehr 80 Jahren! Und nun der eigentliche Eintrag: An den Abenden am See könnte es ganz idyllisch sein. Die Sonne versinkt als strahlender Stern hinter einem Tempel und alles ist in schönes Licht getaucht. Könnte, denn es wird turbogechillt. Das jüngere Publikum wünscht Chilloutsounds und das möglichst phonstark. Das allein wäre nicht das Problem, doch liegen die Restaurants alle dicht nebeneinander und jeder will halt seine Gäste bechillen, so dass daraus eine unglaubliche Kakophonie vieler Titel wird, die einzeln eigentlich ganz nett sind. So misslingt der Ibiza-Chillout-Entspannungsversuch so ziemlich. Ich frage mich wie die das aushalten, muss aber nicht lange nach der Antwort suchen. Im Nachbarrestaurant findet gerade die Weltmeisterschaft der Jointbauer statt, in dem es gilt möglichst kreativ zu sein. Zunächst drückt sich das in schierer Größe aus. Die männlichen Teilnehmer übertrumpfen dabei deutlich die weibl...

Reste

Ein Frühstück am See, mit Zeitung bei klarstem blauen Himmel. Ich wähne mich im Urlaub, die Augen tränen angesichts der 3 Millionen Lux, die einstrahlen. Keiner stört. Ein Stöhnen von links, sitzt aber keiner dort. Hmm, ein genauerer Blick unter den Tisch fängt einen Europäer ein, dem es anscheinend überhaupt nicht gut geht. Bei meinem Rettungsversuch werde ich von einer Alkoholwolke benebelt, so dass es mich fast selbst umhaut. Die Rotweinflasche und diverse andere Flaschen erklären alles weitere. Die Kumpels von letzter Nacht haben sich verzogen, nur einer blieb zurück - Kollateralschaden. Überflüssig die Nationalität des derangierten Herrn zu erwähnen – er ist rotblond. Frisch gestärkt gehts zu einem der Killing Fields. Auch hier gibt es jede Menge Übriggebliebenes. Mit dem festen Vorsatz aus dem Land einen steinzeitlich kommunistischen Staat zu machen - die Harcorevariante, wurden Dinge wie das Währungssystem, der Glaube und die Bildung einfach abgeschafft, zivilisierte Produkte ...

Danksagung

Ich danke all den netten Bloglesern, die mein Leiden ob des Mangels an Weihnachtsutensilien in Kambodscha nicht länger mit ansehen können und mir in Form von Adventskalendern und Zimtsternen dabei helfen wollen nicht in Depressionen zu verfallen. Aber bitte – der ganze Aufwand, das ist nicht nötig! Sicher, ich freue mich doch sehr über den Kalender, der auch gut bei einem KFZ-Mechaniker im Spind hängen könnte, dort dann aber wohl eher in der Variante mit den nackten Damen hinter jedem Türchen. Ganz apart fand ich auch die Idee mir den Adventskalender von Ratiopharm zukommen zu lassen – jeden Tag ein hübsches Bildchen, vom neuesten Hüftgelenk „Turbo“ über die Vaginalsalbe „Petra“ bis zur Armprothese „Hülsa“ - gibt ja immer irgendwie etwas von Ratiopharm, aber ganz wirklich: ich bin gerade ganz stark und versuche ohne auszukommen – ich schaffe das. Echt!

Im Reich der Khmer

Zunächst noch ein Nachtrag zum Reich der Thai. Neben den unsäglichen Weihnachtsvorbereitungen - innerhalb weniger Stunden ist wirklich jede Palme in der Stadt mit Leuchtgirlanden umwickelt und stehen an jeder nur denkbaren Stelle blaue, grüne und rote Monsterplastikweihnachtsbäume - bereitet sich die Stadt auf ein weiteres, noch größeres Fest vor. Seine Majestät wird am Mittwoch 80. Aus diesem Anlass werden die noch nicht weihnachtsbesetzten Plätze mit dem Konterfei des Königs plakatiert. Von der Wiege bis zur, nun noch nicht zur Bahre, aber bis zum hohen Alter, alle Wege des Königs werden nachgezeichnet. Dabei ist es echt schwierig noch Flächen zu finden, die nicht sowieso schon ganzjährig blumikohlisiert sind. Alle paareinhalb Meter dasselbe Bild, ein verkniffen dreinschauendes Gesicht mit erhobenem Arm in Königsrobe schaut auf seine Untertanen. Jede Blumenrabatte wird frisch bepflanzt, mit gelben Blumen, der Farbe des Königshauses – rosa Blumen waren wohl nicht so schnell verfügba...

Feste

Es ist ja kaum zu glauben, aber ich habe eine Verabredung zum Abendessen! Ja, richtig gelesen: V E R A B R E D U N G. Bei all der Herumstreunerei ist das eher die Ausnahme. Die beiden Deutschen, die ich in Laos traf, fragten an, ob ich in Bangkok sei – bzw. sie vermuteten es und so hatte ich einen netten Abend (Gruß an dieser Stelle). Dabei hatte ich die Gelegenheit ein für mich bisher nicht so bekanntes Viertel in Bangkok zu erkunden. Die arabische Abteilung. Das Land der Kopisten kopiert nämlich nicht nur Medien, Waren usw., sondern ist auch ziemlich gut darin ganze Kulturen in ihrem Land auferstehen zu lassen. Und das ganze läuft höchst erfolgreich. Die Straßen sind in dieser Gegend voll von Vermummten. Der Gast aus Saudi Arabien hat seine gesamte Entourage dabei. Die fünf Ehefrauen, sechs Mütter und acht Tanten sind brav nach Vorschrift zugemummt, während der Gatte, da bin ich mir sehr sehr sicher, die religiösen Vorschriften in Thailand etwas laxer auslegt. Läuft man zunächst an...