Angkor Wat

4.30 Uhr Aufstehen

Wäsche, Zähne putzen, anziehen

5.00 Uhr Abholung

durch Tuktuk-Fahrer, Fahrt zu den ca 7 Km von Siem Reap entfernt liegenden Tempeln von Angkor Wat. Aufwachen.

5.15 Uhr Ticketkauf

mit Fototermin. Fix wird ein Foto von einem böse verschlafenen Touristen gemacht, dieses mit Eintrittskarte in Folie geschweißt. Alles in Rekordzeit.

5.30 Uhr Ankunft Angkor Wat

und sich in die Horden von Menschen einreihen, die dem Tempel entgegenströmen. Leichte Zickereien am Sonnenaufgangsfotomachplatz, einem See, in dem sich der Tempel dann, wenn die Sonne tatsächlich aufgeht, spiegelt. Eine Japanerin wird böse fertig gemacht, weil sie es gewagt hat sich nach vorne zu begeben um selbst auch ein Foto machen zu können. Gut, dass die größeren Steine nicht in Griffweite sind. Die Damen aus Holland – wohl schon seit drei Uhr hier - sind da unerbittlich, als es um die Verteidigung ihres Topaussichtspunkts geht. Eine gewisse Ähnlichkeit mit der deutschen Mentalität des Handtuchauswerfens zur Platzerhaltung ist nicht von der Hand zu weisen. Was jedoch von den Japanern und Koreanern getoppt wird. Sie haben sich in der ersten Reihe auf Stühlen platziert und ihre jeweils 25 Fotoapparate auf Stativen schussbereit gemacht. Sie wiederum dürften bereits um Mitternacht angekommen sein. Die ganze Ausrüstung aufzubauen dauert ja.

Die Paparazzihorde ist fertig, der Star kann kommen.

5.45 Uhr Sonnenaufgang

Wenig geziert erscheint der einzige Stargast – die Sonne beginnt ihr Programm. Im Hintergrund lärmen die Zikaden, hört man Affen schreien und ein weniger dschungelhaftes Geräusch – das Klicken tausender Digitalkameras.

Das Programm hat Längen – die drei Damen aus Deutschland nutzen das um sich über ihre Telefoniergewohnheiten zu unterhalten bzw. sich gegenseitig darin zu übertreffen wer zu den unmöglicheren Zeiten angerufen worden ist. Eindeutige Belästigtwordenseinsiegerin ist Dame Nr. 3, die doch tatsächlich während des sonntäglichen Tatorts schon mal angerufen worden ist. Es folgt Dame Nr. 2: „Es gibt doch wirklich Leute, die am Samstag um 13.00 Uhr anrufen, manch einer schläft da doch!“ Empörung. Applaus brandet auf. Weit abgeschlagen Dame Nr. 1 – ein Anruf nach 20.00 Uhr – zuhause! Man stelle sich das mal vor!

Derweil steigt die Sonne am Horizont und der Wald dankt der Erfindung der Digitalkamera – mindesten 3 Hektar Wald wären der Papierfotografie allein an diesem Morgen zum Opfer gefallen.

6.54 Uhr Frühstück

Zur Stärkung wird die Meute in die anliegenden Restaurants gezerrt zur Verkostung der kambodschanischen Frühstücksdelikatessen: ranzige Margarine mit Butter und Brot.

7.30 Uhr Angkor Wat innen

Erster Rundgang durch den absolut faszinierenden, etwa 800 Jahre alten Tempel. Der Innenbereich – der schönste Teil ist leider abgesperrt, was den Aufenthalt hier verkürzt.

8.30 Uhr Abfahrt Angkor Thom

Tuktuksuche in der Masse – kein Problem – es wiehert aus einer Ecke, das Tuktuk ist dasselbe wie gestern. Es tuckert mich zum nächsten Tempel.

8.40 Uhr Eingangstorstopp

Zum Gelände des Angkor Thom führt eine Brücke durch ein Tor, beides geziert von vielen vielen Götzen und sonstigen Fratzen. Das meiste hat die Jahrhunderte im Original überstanden und ist entsprechend Anziehungspunkt für Millionen Chinesen, Koreanern, Japanern und sonstigen. Kaum möglich sich durch die vielen Victoryzeichen einen Weg zu bahnen. Zu den Steinfratzen gesellen sich viele weitere.

8.55 Uhr Angkor Thom

Der zweite große, etwas ältere Tempel als Angkor Wat wirkt wesentlich verfallener. Es türmen sich alte Steinquader auf, aus denen mehr als 100 Gesichter geschnitzt sind. Die Meute ist schon da und stürmt die Treppen und schmalen Gänge. Erste Folkloregruppen des „typischen“ Kambodschas sind an jeder Ecke zu bewundern für „Kohle gegen Foto“. Die Speicherkarten der Fotoapparate laufen heiß – das Konto der Darsteller ebenfalls. Ein weiterer Hektar Wald bedankt sich beim Erfinder der Digitalfotografie.

9.46 Umgebung Angkor Thom

Jede Menge kleinere Tempel umgeben den Angkor Thom, reich verziert mit Elefantendarstellungen, weiteren Götzen und Fratzen. Steintürme reihen sich am Rand einer Wiese, Pferde grasen und echte Elefanten helfen das Portemonaie der Touristen weiter zu verschlanken. Die Szenerie erinnert an manch Computerstrategiespiel wie Civilization.

10.51 Uhr Weiterfahrt

Wir fahren zum nächsten Tempel auf der großen Rundfahrt. Man kann die kleine und die große machen. Mit Fahrer heute lieber die Große und morgen auf dem Fahrrad die Kleine. Der nächste Tempel, was gabs da zu sehen? Ach ja, alte Steine! Dieser Tempel erstreckt sich über mindestens 5 Innenhöfe und zeichnet sich weniger durch Höhe aus.

11.45 Uhr Weiterfahrt

11.53 Uhr Ankunft

Ähm, wie hieß der Tempel gleich? Aber Steine gabs dort – das weiß ich noch.

12.18 Uhr Weiterfahrt/Ankunft

Tempel, Steine, Fratzen, Touristen

12.26 Uhr, 11 Sekunden Ankunft

Steine, Steine, Steine, alle ganz alt

13.00 Mittagspause

Das weiß ich noch: gibt Nudelsuppe

13.30 Weiterfahrt/Ankunft

Oh nöö, nicht noch ein Tempel. Der Tuktukfahrer muss mich in den Tempel schieben. Bäume, Chinesen, Fratzen.

14.00 Uhr Weiterfahrt/Ankunft

Argggghhh, lasst ab, bitte, nicht noch ein Tempel! Ich zahle auch das doppelte! Bloß keine Steine mehr für heute.

14.30 Ankunft Siem Reap

Sehr erschöpft falle ich nur noch ins Bett. Kurz gefasst und morgen mehr: Die Gegend um Angkor Wat ist höchst eindrucksvoll, nach 5 Tempeln kann man aber einfach nicht mehr.

Morgen mehr.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Du stöhnst über Steine, verkennst aber den Vorteil: die sind nämlich ruhig und quatschen dich nicht ständig voll.
Und die 3 deutschen Dämchen - vergiss sie.... sei froh, dass du deine 3 golden girls hast, die dir bestimmt aufregendere Dinge erzählen können. eine davon (die anderen denke uich aber auch) grüßt dich

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