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Es werden Posts vom Januar, 2008 angezeigt.

Hola Sigrid

Leer mal Dein Postfach!

Kommunikation

Mein Jetlag ist so langsam überstanden. So schwierig war es nicht, bis auf die nachmittäglichen Erschöpfungsanfälle. Die können aber auch mit den etlichen gelaufenen Kilometern zusammenhängen. Meinen sprachlichen Fähigkeiten ist diese Müdigkeit weniger zuträglich. Sowieso schon sehr ärmlich wirds ganz bitter, wenn mir die Worte UND die Aussprache fehlen. Da wird dann das „haces muchos cAlor“ (es ist sehr warm) ganz schnell zum „haces muchos cOlor“ (es hat viel Farbe), was bei den mich umgebenden Argentiniern regelmäßig mitleidige Blicke auslöst. Dem Reisenden ist also sehr blümerant! Tatsächlich ereilt mich dieses Schicksal als ich beim studieren der Schaufensterauslage plötzlich von einem böse blickenden Mann angesprochen werde, ihn nicht verstehe und er mir dann eine Polizeimarke unter die Nase hält und verlangt, dass ich mich ausweise. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich schon im Knast, aber es klärt sich verhältnismäßig schnell auf. Ein Kioskbesitzer besitzt die Freundlichkei...

Regenauszeit

Tja, auch hier regnets manchmal. Leider, aber doch gar nicht so schlimm. Ein halber Tag im Hotel tut gut zur Erholung. Bin viel umhergewandert und habe festgestellt, dass zumindest Buenos Aires alles andere als unsicher erscheint. Ich komme mir vor wie in einer europaeischen Grossstadt, eher noch sicherer, da allerorten Polizei herumsteht und aufpasst, dass mir nichts passiert. Selbst spaet abends ist es kein Problem durch die Strassen zu wandern. Was habe ich sonst noch erlebt? Gar nicht viel, denn der Tag vergeht wieder damit im Cafe zu sitzen, Leute beobachten, Spanisch lernen, Buch lesen. Eigentlich vergeht er viel zu schnell, denn ich habe nicht das Gefuehl schon viel von der Stadt gesehen zu haben. Das muss sich aendern

Monstersteaks

Der Tag vergeht durch das Erkunden meiner neuen Umgebung. Doch zunaechst gehts in ein wunderbar einfaches Strassencafe zum Fruehstueck. Dann will das U-Bahn System auswendig gelernt werden, was nicht so schwer ist, denn es gibt nur 5 Linien. Und der Fahrpreis ist unschlagbar: umgerechnet 20 Cent fuer eine Fahrt. Warum in Gottes Namen bin ich gestern eigentlich nur gelaufen? Nicht ganz so preiswert ist der Reisefuehrer, den ich nach langer Suche dann endlich finde. In etwa europaeischer Preis und leider kein Lonely Planet, aber immerhin in englisch, denn auch wenn sich bei mir die Frage nach einem Reisefuehrer im spanischen durch die Sucherei inzwischen verfestigt hat, so fehlt es doch an allen Ecken und Enden an Kenntnissen der hiesigen Sprache. Fuer einzelne Worte und simple Saetze reicht es, doch wenn dann eine Antwort kommt bin ich aufgeschmissen. Ein Genuschel vom Feinsten, unverstaendlich fuer mich ungebildeten Reisenden. Aber manch eine Geste wird ueberall verstanden und mitunter...

Buenos Aires

Da bin ich nun also. In Auckland auf dem Flughafen sass ich noch gut 30 Minuten vor einer uebergrossen Weltkarte und versuchte mir klarzumachen, dass ich in Kuerze meinen letzten bewohnten Kontinent bereisen werde. So man denn Suedamerika als eigenstaendigen Kontinent betrachten kann und will. Dort war das ebenso irreal wie es jetzt hier ist. Bei lauem Wind sitzte ich mitten in der Nacht - ich glaube es ist 1 Uhr, komme zeitlich gerade gar nicht klar - 12 Stunden vor, 8 zurueck, wieder 2 dazugerechnet - es schwirrt im Kopf - in einem Strassencafe und versuche den gestrigen/heutigen/morgigen Tag - es schwirrt schon wieder - niederzuschreiben. Ein entspannter Flug - Doppelsitz - bring mich in dem sonst laut Aussage meiner oesterreichischen Zeit-Reisebegleiterin immer komplett ausgebuchten Flieger nach Santiago de Chile ueber die schon erwaehnte Datumsgrenze. Dort stellt sich die Frage einreisen und gleich mit 30 $ Gebuehr wieder ausreisen oder irgendwie Transit versuchen. Aber was ist mi...

Gestern ist heute oder lost in space

Also ich bin am Samstag, 26.01.2008, um 17.20 Uhr in Auckland losgeflogen und bin um 11.20 Uhr, ebenfalls am Samstag, 26.01.2008, nach fast 12 Stunden Flug in Santiago de Chile gelandet. Ein Flug in die Vergangenheit. Das macht n Plus von 6 Stunden Lebenszeit ohne Flug oder gute 18 Stunden inklusive Flug. Flöge ich jetzt einfach weiter und immer weiter, vielleicht kann ich ja meinen letzten Geburtstag nochmal feiern. Vielleicht verschwinden ja nach einigen Runden auch die Falten! Da ist sie ja endlich die Geschäftsidee: Falten rausfliegen mit S-Tours. Dennoch, alles ist sehr sehr merkwürdig und ich hänge gerade in Santiago auf dem Flughafen und bin vollständig zeitlos, weder bin ich in der Lage die genaue Zeit in Neuseeland derzeit zu begreifen, noch habe ich eine Ahnung welche Zeit gerade in Europa herrscht.

Ich will Steaks essen ...

...und nicht nur immer Steakpasteten, wie sie hier in Neuseeland üblich sind. Dreieinhalb Wochen war ich nun hier und mal wieder wird es Zeit weiterzuziehen. Dieses Land ist traumhaft schön. Natürlich hinsichtlich der Natur, von der es hier Unmengen gibt – Frodoland halt. Aber eigentlich noch vielmehr aufgrund der Menschen. Es geht westlich zivilisiert zu mit einigen amerikanischen Elementen – große Einkaufszentren, große Autos, auch mit sehr viel britischem Einfluss, aber dennoch ist es fast als sei man in einem asiatischen Land. Alles geht hier ziemlich gelassen vonstatten. Ausnahmslos wird man freundlich begrüßt und sei es nur in einem großen Supermarkt. Hätten alle Supermärkte 24 Stunden geöffnet, so bräuchte man keine Bars oder Kneipen, sondern könnte sein Sozialleben auch dort ausleben. Ein Gespräch ist jederzeit und überall möglich und willkommen. Quert man eine Straße wird selbstverständlich für die Fußgänger angehalten. Kein schnelles Nochmal-Gas-geben-am-Zebrastreifen, sonder...

Nostalgie

Ein Schritt zurück ins Jahr 1989. Von April bis Juli 1989 lebte ich in Auckland in einem Hostel, in dem ich gewohnt und gearbeitet habe, und in dem ich mich damals sauwohl gefühlt habe. Genau dorthin hat es mich heute zurückgeführt. Erstaunlich wie viele Dinge verschütt gegangen, abgelegt worden sind und heute aus bereits fest verschlossenen Kartons vom obersten Hirnregal unter Staubwolken wieder zu Tage gefördert worden sind. Der Weg dorthin, die Gebäude, selbst die Bäume und die Gedanken von damals. Alles braucht eine Weile, ist dann aber wieder voll da. Ein Rundgang ums und im Haus hat alles wieder zurück gebracht. Sehr emotional besetzt das Ganze. Im Grunde hat sich nicht viel verändert, nur dass es inzwischen eher einem Wirtschaftsbetrieb ähnelt als damals, als es noch sehr familiär geführt wurde. Über den Verbleib der alten Eigentümer, die es verkauft haben, kann mir niemand etwas sagen, da es nur einen Manager gibt. Schade. Auch das Restaurant um die Ecke, in dem ich zwei Monate...

Es bleibt unkompliziert

Nu hab ich kein Auto mehr. Heute abgegeben. Einerseits ist das ein echter Rückschritt – lästige Busfahrten sind die Folge – doch andererseits habe ich keine Verantwortung mehr. Auch gut. Mein größter Albtraum war die gesamte Zeit, dass ich den einzigen Schlüssel in meinem Besitz im Kofferraum deponiere und die Klappe zuschlage. Folge war immer, dass ich wirklich 10 mal geprüft habe ob der Schlüssel auch wirklich in meiner Hosentasche steckt. Nun, das Auto ist weg und das ging alles wieder wie geschmiert. Direkt in den Flieger und auf nach Auckland. Der Flieger ist ein, man glaubt es nicht, TUI Flieger, den sich die Air Newzealand über den hiesigen Sommer ausgeliehen hat. Und so langsam glaube ich, dass ein solcher Flieger bestimmte Strahlen aussendet, denn nicht nur der gemeine mitteleuropäische Pauschaltourist klatscht bei der Landung, nein, auch der Neuseeländer in einem TUI-Flieger freut sich grenzenlos über eine gelungene Landung und tut diese Freude lautstark kund. Gruselig. D...

Das Backpackerleben

In den Hostels, auf der Straße und allüberall ist die Amtssprache deutsch! Ich schätz mal, dass mindestens die Hälfte der Reisenden allein in den Backpackers aus good old Germany kommen. Es ist wirklich frappierend wie viele das sind. Was macht Neuseeland bei meinen Volksgenossen so beliebt? Diese Frage wird mir ueberall gestellt. So gut wie überall hört man deutsch, vereinzelt nur englisch.Die lieben Landesgenossen erkennt man ganz hervorragend. Nicht unbedingt an der Sprache, obwohl der eine oder andere doch sehr durch einen starken Akzent sowie durch die grausame Wort-für-Wort-Übersetzung aus dem Deutschen ins Englische mitsamt der deutschen Satzkonstruktion auffällt: „I find sat gut to bi hier so to say. „I go loose to buy milk.“ usw. (Ich gebe zu, dass man im Glashaus sitzend nicht mit Steinen werfen sollte)Nein, es sind die „Abi 2007 T-Shirts“, die so entlarvend sind. Ich glaube kein weiteres Volk dieser Welt stellt den Schulabschluss so zur Schau. Anscheinend jedenfalls ist der ...

Neuseeland trauert

Um seinen Volkshelden – Sir Edmund Hillary – dem Bezwinger des Mount Everest. Einchecken ins Hostel: ein Problem, denn dann muss man sich ja von der Liveübertragung im Fernsehen wegbewegen. Etwas kochen: undenkbar, macht das doch viel zu viel Lärm und stört die Beerdigungsfeierlichkeiten im Fernseher.... Alleüberall verfolgen die Neuseeländer die Beisetzung. Man könnte meinen Diana sei ein weiteres Mal von uns gegangen. Das Wetter passt jedenfalls dazu. Sturmböen mit fiesem Regen, der vom Himmel prasselt. Inmitten eines solchen Unwetters steht ein Franzose an der Straße und trampt. Kann man ja nicht stehen lassen. Es wird eine interessante Fahrt. Ein 6-Jahre-Langzeit-Reisender, der so ziemlich überall schon gewesen ist. Einerseits Neid meinerseits, andererseits: ich könnte das nicht. Ein Jahr wird sicherlich genug sein. Spannend jedenfalls die Geschichten der Reisenden zu hören, neue Reisetipps für meine zukünftigen Destinationen und auch so manches Mal Interna über die Herkunftslä...

Schade

Grosse Muehen muss man auf sich nehmen, um mit Delphinen schwimmen zu gehen. Im Voraus buchen und dann lauter Absagen kassieren, dann doch eine Zusage bekommen und frueh aufstehen. Und dann sind diese Biester doch so boesartig, dass sie, sobald man seinen Koerper ins Wasser bewegt, irgendwo schwimmen, nur nicht dort wo ich bin! Flipper ist halt doch nicht immer der Freund aller Kinder, wie uns irgendwelche Fernsehsendungen weismachen wollen. Sehr schade. Das Schwimmen faellt also buchstaeblich ins Wasser, aber ich habe Delphine direkt am Boot gesehen und das ist doch auch etwas. Tolle Tiere, ultraschnell im Wasser. 4 verschiedene Arten gibt es von denen 2 tatsaechlich auftauchen und unser Boot eine Weile begleiten. Hektordelphine und Duskydelphine. Beide Arten wunderschoen. Auf dem Rest des vormittaeglichen Bootstrip bleibt dann "nur" die Landschaft zu bewundern. Viele Berge, viel Wasser.

Weiterreise

Ab nach Picton, nachdem ich wirklich tolle drei Tage in Takaka hatte. Natur, Tiere, Filme, Landschaft und ganz viel Leerlauf nach all der Fahrerei. Heute dann eine kleine Wanderung und Weiterfahrt nach Picton, wo es wundervolle Bootstouren und Tierbesichtigungstouren gibt. Davon dann ausfuehrlich morgen mehr, denn leider kein Anschluss mit Notebook, sondern alles frisch in den Blog geschrieben. Das kostet. Gruezi

Duell am Wharariki Beach

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Doch keine Gammelei. Die schönen Strände, die es hier im Norden geben soll, halten mich davon ab. So gehts nach dem Frühstück mit Ellen doch gleich wieder in den Wagen und eine halbe Stunde nordwärts zum dieses Mal nördlichsten Punkt der Südinsel. Eigentlich hatte ich geplant dort ein wenig zu verweilen und zu lesen, aber so viele Bilder wollten aufgenommen werden, dass ich dazu dann letztlich nicht komme und den Strand, der riesig ist, genauer unter die Lupe oder besser Linse nehme. Meine Annäherungsversuche an eine Robbenfamilie am Strand auf etwa 10 Meter enden in meiner hastigen Flucht nachdem Papa Robbe das als Gattinnenabwerbeversuch missversteht. Tsts, hat keine Menschenkenntnis der Gute. Aber es war schon aufregend dieses mächtige Wesen auf mich zurennen zu sehen. Überall am Strand und im Wasser stehen riesige Felsbrocken, die meist ausgehöhlt sind. Durch eine solche Höhle kann man direkt zum Wasser gehen, wie durch einen Tunnel. Natürlich mache ich das, fotografiere so vor m...

Expect the unexspected

Die letzten zwei Tage waren davon geprägt möglichst viel von der Südinsel zu sehen und zudem die Freundin einer Freundin zu treffen. Verabredet war das schon seit Wochen, doch unsere Reiserouten haben sich nicht wirklich gekreuzt. So habe ich halt einen kleinen Gewaltakt unternommen, dem Wegkreuzen etwas nachgeholfen und die Südinsel fast vollständig zum fast nördlichsten Punkt durchquert. Landschaftlich wieder das gesamte Spektrum und nun bin ich in Takaka, Golden Bay, im Norden angekommen. Dummerweise habe ich mich mit den Daten verrechnet, jeder Tag ist wie Samstag und so erinnere ich mich weder an Wochentage noch an Daten. Ich komme am Abend an, während die Weiterfahrt von ihnen für den nächsten Morgen geplant ist. Tja, und so treffe ich sie nur auf einen morgendlichen Kaffee, da sie selbst wieder on Tour sind. Dennoch ganz nett ein bekanntes Gesicht zu sehen, wenn auch nur kurz. Aber wenn mans nicht erwartet, geschieht das Unglaubliche. Die Golden Bay war mal so etwas wie eine Hip...

Mal hier, mal dort

So ein Auto beschleunigt die Reiserei schon sehr. Duese gerade die Suedostkueste von Neuseeland Richtung Norden, habe gestern einen kleinen Abstecher zum Mt Cook, dem hoechsten Berg des Landes, gemacht. Also weiterhin viel Landschaft und wenig Zeit. Gruezi

Auf der Jagd

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So langsam muss ich doch auch mal die ganzen wilden Tiere sehen, die es hier laut Reiseführer in Massen zur Besichtigung gibt. Auf meinem Weg durch die Catlines, einer bewaldeten Hügellandschaft im Süden halte ich zu diesem Zweck in jeder Bucht an jedem Strand an, doch viel mehr als Möwen und Sandflys bekomme ich nicht zu sehen. Jagd macht müde und so falle ich, inzwischen in Dunedin angekommen todmüde direkt in meine Koje. Dunedin ist eine wunderschöne Stadt mit Unmengen an alten Häusern, die aussehen, als seien es durchweg Kopien irgendwelcher berühmter Vorbilder in England. Es sieht alles sehr britisch aus. Am nächsten Morgen breche ich zu einem viel gerühmten und verlässlicheren Jagdgebiet für wilde Tiere auf – so jedenfalls verspricht es der Reiseführer. Und tatsächlich, auf der Otago Halbinsel, die direkt an die Stadt angrenzt, vergnügen sich an einem von mir besuchten Strand einfach so im Sand Robben und Seelöwen. Wie im Zoo, nur könnte man die hier theoretisch auch anfassen –...

Im Musik-Üdüll

In meiner Bleibe gammel ich so vor mich hin und am Samstagnachmittag dann die befürchteten Neuzugänge. Hatte mir ganz gut gefallen so ganz aus der Welt ohne Mitstreiter zu sein. Es wird dann aber ein ausgesprochen netter Abend mit den beiden frisch gebackenen deutschen Abiturienten. Wir veranstalten eine Musik-Tauschbörse. Dazu werden die Ipods kurzgeschlossen und Gigabyte um Gigabyte wird hin und her geschoben. Ich lerne die neuesten Musiktrends, die „man“ unbedingt braucht um hip zu sein – ich kenne ü b e r h a u p t nichts davon! Mit einiger Belustigung wird meine Musikauswahl zur Kenntnis genommen und hin und wieder kommt ein „Boah, das wurde schon einmal von jemand anderem gespielt?, ich kenne das nur als Elektroversion“, usw. usf. Im klassischen Sektor dagegen kann ich glänzen und den beiden vermitteln, dass dieses oder jenes Stück eben nicht extra für Alberto-Pizza oder Schoko-Crossies erdacht worden ist, sondern schon etwas länger zum Kulturgut gehört. Und sogar ein erst zwe...

Schäferstündchen am tiefsten Punkt meines Lebens

Global betrachtet natürlich. Befinde mich gerade am südlichsten Punkt der Südinsel und es sind nur noch knappe 5000 Kilometer bis zum Südpol, was die Seelöwen, Robben und Pinguine überall hier erklärt. Die eigentlich schönste Landschaft bisher rund um Te Anau habe ich inzwischen verlassen und nach vielen Wiesen und Schafen und Wiesen und Schafen und weiteren Wiesen und Schafen (die Wiesen sehen alle aus der Ferne aus, als ob sie unter irgendwelchem Milbenbefall litten) bin ich in Slope Point sur mer angekommen. Außer mir ist hier echt niemand. Abgesehen von den bereits erwähnten Schafen. Es mäht und mäht.... Wohne in einer kleinen Lodge – eigentlich ne umgebaute Garage und habe jetzt ganz luxuriös Wohnzimmer, Bad und drei Schlafzimmer – nur für mich. Ein ÜDÜLL. Den Rat/Hinweis einer Freundin befolgend möchte ich jetzt langsam anfangen meine Reise mit jemandem zu teilen, aber wie, wenn niemand hier ist? Nehm ich dazu halt Schafe, setze mich vor eine Schafherde und das ist echt spann...

Im Milford Sound

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Freudig überrascht habe ich in Te Anau eine bezahlbare Unterkunft gefunden. Ein Backpackers auf dem Campingplatz. Alles was der Reisende so benötigt ist vorhanden. Sogar eine Heizung. Und die ist auch bitter nötig, wird es abends doch so richtig schattig. Nach bald einem Jahr ohne richtige Kälte, mal abgesehen von Nepal, macht es richtig Spaß im lauschigen Zimmerchen zu hocken und Email schreibend heißen Tee zu trinken. Wärmeumwabert entschlafe ich süß, werde nur nachts von den Teeresten geweckt. Also halb nackelich schlaftrunken auf Örtchen. Dumm nur, dass ich mein Problem mit Schlössern und Schlüsseln noch immer nicht gelöst habe. Die Tür ist zu, der Schlüssel drin und ich ziemlich wach draußen! Und das nachts um 3. Aber so manch Nachlässigkeit erweist sich dann auch wieder als Vorteil. Das Fenster ist nämlich nur angelehnt und ich kann auf einem komplizierten, aber immerhin erfolgreichen Weg zurück ins Bett. Nur gut, dass mich niemand sieht. Das Glück ist mit den Vergesslichen. He...

Auf dem Weg nach Fjordland

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Das klingt jetzt ein wenig wie eine weitere Fortsetzung vom Herrn der Ringe. Na, an angemessenen Kulissen fehlt es ganz bestimmt nicht. Nachdem ich mein Dorf Wanaka mit See und schneebedeckten Gipfeln verlassen habe bin ich nun 250 Kilometer weiter südlich in – na was wohl – klar, in einem Dorf am See mit schneebedeckten Gipfeln gelandet. Das einzige was sich verändert hat ist, dass die Einwohnerzahl sich halbiert hat und die Schneegipfel höher geworden sind. Insofern gibt es dann doch die eine oder andere Wiederholung im Programm. Die Landschaft auf dem Weg verändert sich nicht so sehr im Vergleich zu den vorherigen Tagen. Ich starte in den österreichischen Alpen in Wanaka, durchquere Cornwall bzw. das schottische Hochland - es gibt weiter grasbewachsene Hügel, die massiv ausgetrocknet sind, und fahre wieder zurück in Alpenlandschaften - hin und wieder tut sich ein höheres Bergmassiv auf. Nicht zu vergessen die Millionen Schafe, die hier aussehen wie in der Weiße-Riese-Waschwerbung. J...

Mt Aspiring Nationalpark

Die Natur in Neuseeland ist eigentlich nicht beschreibbar. Man muss sie sehen. Jeden Tag, jede Stunde wechselt die Szenerie und mit dem tiefblauen, klaren Himmel ist es ein Paradies zum Fotografieren. Nachdem mir im letzten Hostel die Mitreisenden meine Kamera erklärt haben, kann ich endlich auch die Überbelichtung meiner Bilder verhindern. Tja, dumm wenn man eine Kamera in China kauft und die Anleitung auf chinesisch ist, wirklichem chinesisch. So werden es phantastische Landschaftseindrücke auf meiner Wanderung durch den Mt. Aspiring Nationalpark. Ich laufe drauf los und nehme den erstbesten Wanderweg – alles ist hier hervorragend ausgeschildert. Langsam geht es den Berg hinauf durch einen Wald, dessen Boden über und über mit Farnen bedeckt ist, und nach einer Weile erreicht man ein anderes Tal, von dem aus man einen überwältigenden Ausblick auf einen Gletscher hat. Ein wenig komme ich mir vor wie der Ziegenpeter von Heidi und erwarte jeden Moment den Alm-Öhi und das Fräulein Rotte...

Halbzeit

Heute genau vor 6 Monaten habe ich Deutschland verlassen. Hals über Kopf, bloß weg. Leer, alle, runter. Akku leer (und wie sehr das so war, wie stumpf ich geworden war, bemerke ich eigentlich erst jetzt...). Mit vielen Fragen im Kopf. Ängsten. Unsicherheiten. Wie werde ich mich fühlen? Einsam? Wenn ich den ersten Teil meiner Reise resümieren soll, dann gibt es eines, was mir an mir selbst auffällt und mich sehr froh macht: ich bin wieder (wenn auch gewichtstechnisch reduziert), es gibt mich wieder, ich kann mich wieder freuen! Ich kann wieder loslassen und das Vorhandene so genießen wie es gerade ist. Ob das nur hier in der Ferne in der Freiheit so sein wird, das wird sich zeigen, aber im Moment ist es wundervoll. Alles kann, nichts muss. Nicht alle Fragen sind geklärt, nicht alle Ängste weg, auch nicht alle Unsicherheiten, aber das ist egal. Nach der ganzen Zeit fühle ich mich wieder frisch, im Leben, mit Tagen voller Euphorie und großer Gelassenheit. Meine Befürchtung, dass es se...

An der Westkueste

Heute gehts die Westküste runter mit einem Backpacker aus Chicago, der eine Mitfahrgelegenheit sucht. Ganz interessant ein wenig über die Ansichten eines Amerikaners über die politische Situation seines Landes zu hören. Im Grunde herrscht komplettes Unwissen. Und zwar dermaßen grundlegend, dass es an Peinlichkeit grenzt. Die Landschaft südlich von Greymouth ist zunächst eher öde. Am Pazifik führt der Weg über plattes Land ohne nenneswerte Vegetation, doch bevor man sich darüber mokieren kann geht das Szeneriekino auch schon wieder los. Zunächst gehts in Berge/Hügel, die extrem grün und bewaldet sind. Immer höher wachsen die Berge bis schließlich die ersten Schneegipfel zu erkennen sind. Es folgen weite Täler, weitere Berge und nach 2,5 Stunden Fahrt erreichen wir den Franz Josef Gletscher, tatsächlich benannt nach dem österreichischen Thronfolger. Unterkunft: Fehlanzeige. Das billigste liegt bei 80 Euro. Hmpf. Auto? Besser keine Entscheidung im Moment. Also wandere ich zum Gletscher ...

Von Christchurch westwaerts...

…gehts mit dem Auto und in gerade mal 200 Kilometern erscheint es einem als hätte man sämtliche Landschaften Europas durchquert. Gerade aus Christchurch heraus erstreckt sich eine weite Ebene, die landwirtschaftlich genutzt wird. Man darf raten wozu hauptsächlich. Na klar, Pulloverschweine so weit das Auge reicht. Immerhin noch 40 Millionen Stück dieses Getiers sind in Neuseeland anzutreffen (vor 20 Jahren warens noch 60). Das macht rechnerisch für jeden Einwohner 10 Schafe oder eben Pullover. Einige Rindviecher lockern das Bild ein wenig auf. Alle möglichen Molkereiprodukte werden in diesem Land produziert, aber vielleicht tröstet das ein wenig – sie sind hier nicht billiger. Im Gegenteil. Nach einer Stunde Ebene erstreckt sich vor mir eine Hügelkette, die man auch im schottischen Hochland finden könnte. Dahinter dann wieder eine mehr oder minder weite Ebene, verbrannt wie die griechischen oder spanischen Landschaften. Die Ostküste um Christchurch gehört zu den trockensten Gegenden ...

Mein neuer Freund

Seit heute Vormittag reise ich nicht mehr alleine, sondern mit meinem neuen Reisebegleiter. Er heißt Mazda und fährt mit mir überall hin worauf ich Lust habe. Drei Wochen ein Auto, welch neue (wiedergewonnene) Freiheit. Ohne, wie schon erwähnt, ist es nur sehr beschwerlich durch Neuseeland zu reisen. Gewöhnungsbedürftig ist mal wieder das Linksfahren, aber es geht ganz gut, auch wenn ich permanent den Scheibenwischer anstelle des Blinkers einschalte, denn die Hebel sind entgegengesetzt angebracht. Der erste Ausflug fällt zu Beginn dann leider ins Wasser. Es nieselt leicht, jedoch verziehen sich die Wolken zum späten Nachmittag und es wird ein weiterer strahlender Sonnentag. Der Ausflug führt mich auf die Bank Peninsula, einer Halbinsel, die irgendwann einmal von einem Vulkan ausgespuckt worden ist. Es ist erstaunlich. Keine 10 Minuten mit dem Auto aus Christchurch raus und man ist in einer anderen, sehr sehr einsamen und stillen Welt. Keine Autos mehr, keine Abgase, kein Lärm. Ich go...

Planung

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Mein Gefängnisaufenthalt ist echt nett. Habe großartig geschlafen und scheine meinen Jetlag gut zu überstehen. Gefängnis ist doch was tolles. Zugegeben: ich habe einen Schlüssel, was das Gefühl doch enorm verändert. In Christchurch fühlt man sich sehr wie in Europa. Die Architektur ist vollständig britisch, das Klima entspricht dem mitteleuropäischen Hochsommer mit den entsprechenden langen Tagen (es wird erst um 22.00 Uhr dunkel), die Menschen sind im Grunde Europäer, allerdings wesentlich entspannter als die dortigen Mitmenschen. Ein wenig erinnern die meisten an Ranger. An den Füßen Boots, kurze Khakihosen, Karohemd und ein Cowboyhut – fertig ist der „Kiwi“. Ganze Schulklassen rennen so durch die Innenstadt. Die sehen dann aus wie eine Mischung aus Ranger und Pfadfinder, die Lehrer eingeschlossen. Das wäre doch mal eine Schuluniform. Und über allem steht eine enorme Freundlichkeit. Es ist ultraleicht sich mit wem auch immer zu unterhalten. Jeder ist offen für ein kurzes oder länge...

Doppeldownunder

Sehr sehr erschöpft bin ich „under Down under“ angekommen. Dabei ist der Flug eigentlich das luxuriöseste, was ich bisher erlebt habe. Thai Airways hat sich mal wieder selbst übertroffen. Nicht nur, dass ich zügig eingecheckt werde, so dass für die Dutyfree Geschichten genug Zeit bleibt. Nein, auch eine komplette Sitzreihe steht zur Verfügung, zumindest dort wo ich sitze. Da hätte ich die Stützstrümpfe auch im Rucksack lassen können. Wie lässt sich jetzt die Option eine richtige Nacht im Liegen zu verbringen damit kombinieren auf einem persönlichen Bildschirm aus etwa 30 Filmen neueren und älteren Datums wählen zu können sowie eine Anzahl weiterer Medien wie Computerspielen und Musik nutzen zu können? Overkill! Ich arrangiere also erst einmal eine halbe Stunde die drei Decken und Kopfkissen bis sie in etwa meinem Couch-Liegeverhalten entsprechen. Dann ergreife ich die drei Fernbedienungen für die drei Monitore und stell erst einmal alles auf mein persönliches Medienverhalten ein. Herau...

Frohes Neues Jahr

Hey, ihr lieben Daheimgebliebenen: ich wünsche Euch allen ein tolles Jahr 2008 mit allem was Ihr Euch so wünscht. Ich habe den Jahresanfang in Bangkok sehr entspannt erlebt. Zwei Freunde sind hier und wir hatten das übliche lange Abendessen in einem wunderschönen Gartenrestaurant mit tausenden Lichterlampen und kleinen Springbrunnen umweht von einem lauen Lüftchen. Danach sind wir aufs Dach des Hotels und haben das Feuerwerk bewundert. Das war sehr schön, waren es doch zwar wenige, aber dafür sehr schöne, große Raketen. Die Kriegsspielereien, wie wir sie aus Deutschland, insbesondere Kreuzberg, kennen gibt es hier überhaupt nicht. Böller – so ziemlich Fehlanzeige. Auch dieses hektische „ich muss noch schnell ne Party finden“ gibts nicht, denn die Thais feiern das Fest zwar, aber wenn nicht, auch egal. So sieht man sehr viele Menschen einfach so wie jeden anderen Tag auch ihren üblichen Verrichtungen nachgehen. Die letzten zwei Wochen waren sehr leer, kein Reisen, keine neuen Eindrück...