Doppeldownunder
Nun, zum Glück dann doch nicht, denn mir steht noch einiges bevor. Frohen Mutes komme ich in Auckland an und überlege mir nach tausenden Warnhinweisen im Flieger und im Flughafen „200 $ Strafe und bis zu 2 Jahre Gefängnis bei Nichtdeklarierung“ dann doch meine Wanderstiefel, die ich in Nepal schon getragen hatte in meinem Zollformular einzutragen. Das bereue ich umgehend, wird daraus doch eine 2-stündige Gesamtbeschau meines Gepäcks mit tausenden von Fragen zu meinen Aufenthaltsorten, Flugtickets, Drogenkonsum, Kinderkrankheiten, Elternhaus, Armlaenge, Unterwaeschengroesse etc. etc. Das Gepäck wird zur Krönung noch einem Drogentest unterzogen, es könnte ja schon einmal für Transportzwecke verwendet worden sein. Völlig übermüdet ertrage ich diese Prozedur nur gerade so. Die Neuseeländer haben unglaubliche Angst, dass ihr „sicherstes Land der Welt“ durch irgendwelche Einwirkungen beschädigt werden könnte. Sehr sehr lästig, wenn auch verstaendlich. Allerdings fuehlt man sich durchweg ein wenig als Verbrecher.
Und auch das lebe ich gleich anschliessend aus. Kurzentschlossen entscheide ich mich schnell noch nach Christchurch auf die Südinsel zu fliegen. Das klappt ganz wunderbar und so bin ich jetzt nach langer Suche – alles ist so richtig teuer und ausgebucht – in einem hübschen Hostel untergekommen. Einem umgebauten Gefaengnis! In meiner Einzelzelle kann ich aussuchen ob ich oben oder unten schlafe. Vorteil der massiven Bauweise: es ist ruhig. Aber beim Einschlafen rufen mich die vielen geplagten Seelen, die meine Zelle vor mir bewohnt haben....
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