Neuseeland trauert

Um seinen Volkshelden – Sir Edmund Hillary – dem Bezwinger des Mount Everest. Einchecken ins Hostel: ein Problem, denn dann muss man sich ja von der Liveübertragung im Fernsehen wegbewegen. Etwas kochen: undenkbar, macht das doch viel zu viel Lärm und stört die Beerdigungsfeierlichkeiten im Fernseher.... Alleüberall verfolgen die Neuseeländer die Beisetzung. Man könnte meinen Diana sei ein weiteres Mal von uns gegangen.

Das Wetter passt jedenfalls dazu. Sturmböen mit fiesem Regen, der vom Himmel prasselt. Inmitten eines solchen Unwetters steht ein Franzose an der Straße und trampt. Kann man ja nicht stehen lassen. Es wird eine interessante Fahrt. Ein 6-Jahre-Langzeit-Reisender, der so ziemlich überall schon gewesen ist. Einerseits Neid meinerseits, andererseits: ich könnte das nicht. Ein Jahr wird sicherlich genug sein. Spannend jedenfalls die Geschichten der Reisenden zu hören, neue Reisetipps für meine zukünftigen Destinationen und auch so manches Mal Interna über die Herkunftsländer der Tramper. So weiß ich inzwischen durch Tramper mehr über Kanadas Politik, deren Ansichten gegenüber dem kriegerischen südlichen Nachbarn, leider auch von der 18jährigen kanadischen Dame ausführlich, dass sie im Juni ihre Schule beendet hat – sie wiederholt es mindestens 30 Mal - und jetzt halt der große Trip. Amerikaner, die man mitnimmt sind zumeist Oppositionelle hinsichtlich der Bush-Regierung und Niederländer sowieso Weltbürger, so dass über so kleinliche Dinge wie Politik in den Niederlanden gar nicht diskutiert werden kann. Sozialkunde auf der Straße.

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