Auf der Polizeiwache

Na toll, bevor ich das entwendete Geld zurück erhalten kann (Kreditkartenbetrug, siehe Blog) muss ich den Vorgang doch hier anzeigen. Au Weia. Wie erkläre ich das bloß? Weiter als bis zur Frage ob jemand englisch spricht komme ich nicht, da hat sich meiner auch schon ein netter Polizei-Azubi angenommen, der mich durch den Vormittag geleitet. Fast wie auf einem Ausflug nur mit Einzelbetreuung. (Die neue Generation lässt auf eine sprachliche Wende hoffen). Mit Geleitschutz gehts zur Anzeigenaufnahmestelle, wo jede Menge Polizisten herumstehen, die total nett wirken, irgendwie als seien es nette Aufpasser, damit den Touristen nichts geschieht. Überhaupt wirkt die Polizei hier immer ganz lieb – einschließlich der Zollbeamten an der Grenze. Eher zum Knuddeln als zum Davor-Angst-haben. Mein Anliegen ist schnell gedolmetscht, doch zieht sich der Vorgang dahin, denn eine Anzeige hier beinhaltet zunächst einmal das Aufschreiben der Lebensläufe sämtlicher in der Polizeistation anwesenden Vorgesetzten und Kollegen sowie der verliehenen Spezialauszeichnungen und olympischen Medaillen einschließlich der Putzfrau. Die gesamte Anzeige erstreckt sich auf zweieinhalb DIN A4 Seiten, wovon auf den eigentlichen Betrugsvorgang lediglich eine halbe Seite entfällt. Da schimpfe noch mal jemand auf unsere Bürokratie. Derweil nehme ich bei meinem Dolmetscher eine kleine Geschichtsstunde und lerne welcher Präsident und welcher besondere Tag hinter den in jedem Ort identischen Straßennamen steckt.

Der Vormittag geht dabei drauf, aber die Nachmittagsbeschäftigung startet zum Glück erst spät, ein Ausflug zu weiteren Pinguinen auf einem Katamaran. Vorher noch ein Stopp bei Familie Seelöwe und Familie Kormoran auf einer kleinen, in der Bucht von Ushuaia gelegenen Insel. Und, sollte ich den Begriff Gestank schon für Pinguine verwendet haben, so fehlt es mir bei den Seelöwen an einer Beschreibung. Unglaubliche Pestschwaden wehen einem ins Gesicht. Ich lerne: Seelöwen stinken und pennen den ganzen Tag. Die Verwandten von Carlos sehen hier auch nicht anders aus und ähneln sehr den Seelöwen – die tun auch nix. Es wird eine gemütliche Schiffstour, von Albatrossen im Tiefflug begleitet und schon ist auch dieser Tag wieder um und es heißt Sachen packen für die Überfahrt morgen nach Punta Arenas.

PS: Zeitnot und Verbindungsausfaelle fuehren zur Verspaetung

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