Bei den Eisflamingos

Nach so vielen blauen Eindrücken ist uns nach rosa. Am See vor El Calafate gibt ein kleines Vogelschutzgebiet, in dem man allerlei Fluggetier betrachten kann und ganz erstaunlicherweise: Flamingos. Die hatte ich, ich wiederhole mich, eigentlich in Florida oder zumindest in Ländern mit ähnlichen klimatischen Bedingungen verortet. Falsch gedacht, sie leben tatsächlich auch hier – der gemeine argentinische Eis-Flamingo. Auch er ist vom vielen Krabben futtern rosa und bildhübsch im tiefblauen Wasser anzuschauen. Unverhofft kommt oft. Ansonsten ist in diesem Ober-Touristenort heute shopping angesagt. Läden gibts genug, die allerdings glatt mal die europäischen Preise verlangen. Insgesamt erinnert der Ort eher an einen Skiort in den Alpen, mit Schoki-Läden, Funktionswäscheeinkaufsmöglichkeiten und Ansichtskartenverkauf. Einziger Unterschied sind die Parkuhren. Sie sind orange, sprechen und laufen einem hinterher. Sprich, das Kassieren überlassen die Argentinier nicht den Maschinen, sondern erledigen das noch von Mensch zu Mensch.

Ansonsten gäbe es nur noch einige Dinge von Mitreisenden zu berichten, die doch mitunter sehr naiv in die Ferne aufbrechen. Weder ist ihnen im Vorfeld klar, dass man aufgrund der Entfernungen einige Zeit von A nach B benötigt (worüber sich dann bitterlich beklagt wird), noch haben sie jemals etwas von Dengue-Fieber, Malaria oder Gelbfieber gehört (Was issn das?). Man muss ja nicht gleich so hypochondrisch drauf sein wie ich um sich über derartige Krankheiten zu informieren, aber ein wenig Vorabinformation wäre doch bestimmt trotzdem möglich. Aber das ist dann für mich böse Seele ein gefundenes Fressen, wenn ich darüber sinnieren kann, dass die Hautrötung durchaus auch von einem Spinnentier stammen könnte, das seine Eier unter der menschlichen Haut ablegt und die dann höchst schmerzhaft nach Wochen aus der entstandenen Beule schlüpfen. Herrlich, diese unverfälschte echte Panik zu studieren....

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