Ein Tag bei Paulo




Nach meinen organisatorischen Unternehmungen bin ich hoch erfreut ein superschönes Cafe mit schneller Internetverbindung gefunden zu haben. Egal wo, meine ersten Blicke sind auf die Suche nach Internetmöglichkeiten ausgerichtet. Der Inhaber des Cafés/Hotels heißt Paulo und begrüßt mich in fließendem deutsch. Schön einerseits, kann ich mich doch unterhalten, blöd andererseits, werden doch meine Sprachkenntnisse nicht erweitert. Paulo ist 7 Jahre in Europa gewesen, zunächst auf den Kanaren als Animateur und später in der Schweiz und Deutschland als Securitymensch am Eingang einer Diskothek. Ich denke, dass das so ungefähr einen Eindruck von Paulos Aussehen vermittelt. Jetzt ist er halt wieder zurück in der Heimat und führt mit seiner neu gegründeten Familie ein Hotel von dem Ersparten. Zusammen mit einem weiteren langzeitreisenden Deutschen wirds ein bunter Abend mal wieder mit Bier, nach 4 Wochen totaler Enthaltsamkeit. In Neuseeland hat Alkohol irgendwie nicht gepasst, aber hier bei lauem Lüftchen.... Sowieso fühle ich mich gerade wie auf Sommerurlaub in mediterraner Umgebung.

Was sich am nächsten Tag fortsetzt. Zeitung lesen im Café und die Mittagshitze (32°) im Schatten ertragen. Uruguay ist ein beschauliches kleines Land mit etwa 3,5 Millionen Einwohnern, das auch die Schweiz Südamerikas genannt wird, denn die Gelder der Argentinier sind alle hier geparkt, weil es so praktisch nah ist und nicht gefragt wird woher das Geld kommt. Nachdem die Wirtschaft Argentiniens vor 7 Jahren komplett zusammengebrochen ist und auch Uruguay, das wirtschaftlich von Argentinien abhängig ist, mit sich gerissen hat, sind diese Einkunftsquellen ebenso wie der Tourismus hoch willkommen. Der Lebensstandard erscheint auf den ersten Blick recht hoch, doch genauer hingeschaut kann man auch hier einiges an Armut beobachten. Ansonsten ist Uruguay ein recht liberales Land, was ich heute bei meiner Onlinerecherche erfreut feststellen durfte. Gerade erst ist hier ein Gesetz verabschiedet worden, wonach gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften ebenso wie in vielen euroäischen Ländern umfangreiche Rechte zugesprochen werden. Anscheinend geht es zumindest hier in diesem Land dann doch nicht soo erzkatolisch zu wie man es von einem südamerikanischen Land erwartet. Man kann nur hoffen, dass Uruguay in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnimmt und andere Länder dem Beispiel folgen.

Sollte ich versuchen Paulo mal auf seine Liberalität zu testen? Nee, man lieber nicht....

Kommentare

Anonym hat gesagt…
lieber Jürgen, danke für die schönen Fotos. Es scheint von Oldtimern zu wimmeln und ist eine wahre Freude zu sehen, dass es solche Gefährte noch gibt. Lass es dir gut gehen und pass schön auf Paulo auf ;-)
a liabs Grüßle - ein golden girl

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