(fast) Gar nichts mehr
Nu isses mit Abwechslung vollständig vorbei. 700 Kilometer bis nach Rosario und nichts als Grassteppe, vorne, hinten, links und rechts. Das einzig bemerkenswerte sind noch die verstreuten Baumwollfelder und Sojafelder, der eine oder andere Gaucho auf dem Pferd durch die Steppe reitend und die paarundfünfziger Polizeikontrollen. Heute auch tatächlich wieder mit anhalten und Vollkontrolle, wenn auch ohne „Ich-bin-Polizist -wichtig-und-daher-zu-bezahlen-Allüren“ Im Gegenteil wirklich nette Staatsdiener mit viel Geduld und sogar einem charmanten Lächeln im Gesicht. Unsere letzte Schlafstadt – Corrientes – war ganz hübsch, viel alte französische und italienische Kolonialarchitektur, wenn auch diese Stadt wie alle Städte hier exakt nach Schachbrettprinzip angelegt ist. Sogar die Namen der Straßen sind identisch. Das Stadtzentrum liegt immer am Plaza de 25 de Mayo und nebendran findet man garantiert Straßen mit den Namen: B. Mitre, Santa Fe oder Alvear und weitere. Das ist insofern praktisch, als dass man für das gesamte Land mit dem Auswendiglernen eines Stadtplans ganz gut durchkommt. Da wird das Manko der Argentinier, dass sie sehr sehr sparsam mit Straßenbeschilderung umgehen doch gut ausgeglichen. In Iugazu war die Beschilderung zu den Wasserfällen zwar ganz gut, aber die Hinweisschilder zu den Hotels waren merkwürdig, denn grundsätzlich sind es dort zu jedem Hotel von jedem Standort aus genau 500 Meter. Wahrscheinlich gabs die Schilder im Grosseinkauf billiger.
Nach Stunden schwitzend im Auto ohne Klimaanlage - man kann das nicht genug betonen – sind wir wieder heil und erschöpft im nächsten Ort angekommen. Rosario, eine sofort sympathische Stadt mit um die 1 Million Einwohnern, vielen kleinen Gassen, schönen Plätzen, alten Häusern und einer einladenden Strandpromenade. Berühmtester Bürger dieser Stadt ist der gute alte Che, der hier geboren wurde. Sein Geburtshaus steht noch, wurde von uns pflichtgemäß fotografiert, ist aber als solches gar nicht zu erkennen, lediglich im Reiseführer beschrieben. Morgen gehts dann zurück die letzten Kilometer, nur noch 300, nach Buenos Aires und in den Flieger nach Rio Gallegos. Nicht sorgen, wenn der Blog jetzt öfter, vielleicht auch länger, mal ausfällt. Habe mir sagen lassen, dass dort unten in Patagonien die Verbindungen eher schlecht sind.
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