Korruption in der Pampa

Und weiter gehts durch die unendlichen Weiten Nordargentiniens immer entlang am Rio Uruguay. Nach einer Nacht nur so halb schlafend, weil auf dem zentralen Platz vor unserem Hotel eine Horde grölender Argentinier Fahnen schwenkend und feuerwerkend irgendeinen Fussballsieg feiert. Die verrückte Fussballnation halt. Hehe, da kann man mitunter so den einen oder anderen Stachel in den Nationalstolz treiben indem man an das Fussballspiel Argentinien-Deutschland erinnert....

Die Landschaft verändert sich nicht großartig, dafür kann man Straßenschilder studieren. Von der Maximalgeschwindigkeit 110 geht es immer wieder abrupt runter auf 40, die nicht sehr sinnvoll erscheinen, an die wir uns aber zunächst halten, doch außer uns scheinen die niemanden zu interessieren. Um nicht als Verkehrshindernis aufzufallen, halten wir uns halt auch nicht dran. Obwohl ich dabei ein etwas ungutes Gefühl habe.

Alle paarundfünzig Kilometer muss man durch Polizeikontrollen, an der ich heute auch tatsächlich anhalten, Papiere abgeben und aussteigen muss. Mir keiner Schuld bewusst tue ich wie geheißen und bekomme per Gestik mitgeteilt, dass ich jetzt festgenommen würde! Die Geste die Hände zu kreuzen um Handschellen zu symbolisieren ist ja allgemein bekannt. Ups, da ereilt mich doch gleich ein mittlerer Adrenalinschub. Stellt sich die Frage warum eigentlich. Erst denke ich, die Gesten des Polizisten versuchend zu deuten, dass der Wagen gestohlen gemeldet worden sei. Tatsächlich ist es aber das nicht eingeschaltete Licht! Dass man dafür hier gleich eingesperrt werden soll erscheint mir dann aber doch ein wenig übertrieben. Und siehe da – heute im Sonderangebot – einmal Freikaufen nur 300 US Dollar. Ähm, ein erneuter Adrenalinschub! Ob man darüber nicht noch einmal reden könne glaube ich daraufhin gesagt zu haben. Antwort: Wieviel haben sie denn dabei. Ich versuchs mal mit 100 Pesos (30 Dollar). Der Verhandlungsversuch scheitert zunächst, nachdem ich 100 Pesos drauflege ist der Deal perfekt und der liebe nette, so höflich entgegenkommende Polizist hat 200 Pesos, ein sechstel Monatsgehalt mehr fuer seine im Nebenberuf gefuehrte Rinderfarm in der Tasche. Ich denke, dass ich mit entsprechenden Spanischkenntnissen den Preis noch eine Idee hätte drücken können. So wird man in diesem Land doch allerorten motiviert zu lernen.. Nach mehreren Weltuntergangsgewittern erreichen wir Posados, eine kleine quirlige Stadt an der Grenze zu Uruguay. So langsam wird auch die Landschaft schoener. Leichtes Huegelland mit faszinierenden Wolkenformationen.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Schön zu wissen, dass unser Christian gut gelandet ist, grüsse ihn bitte und habt viel Spass und esst Steaks so viel ihr könnt, ist ja auch eine Art Förderung der Rinderbauern.....
Cleo und Charlie
Anonym hat gesagt…
Danke für die kurzweiligen Kommentare,vielleicht gibts ja auch so 'ne Art STVO wo man seine Spanischlernübungen betreiben kann ..ihr habt doch noch ein paar 50km .Oder steht sowas nicht im Lonely Planet ?? Viel Spaß weiterhin ..
Lothar und Claudia

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