Patagonien
Hilfe, ich komme gerade gar nicht mehr hinterher wo ich gerade bin. Nun also von Rosario per Auto 300 Kilometer nach Buenos Aires, Auto abgeben, Flieger besteigen und ab nach Rio Gallegos in Patagonien. Redundant zu erwähnen, dass wir durch viel Grasland und Nichts fahren. Aber wer will sich beklagen, wenn alles problemlos funktioniert. Naja, nicht alles. Irgendwo muss meine Kreditkarte kopiert worden sein, denn mein Konto leert sich durch irgendeine „Air Miami“ kontinuierlich ohne mein Zutun. Kleine Aufregung bei der Kontenkontrolle am Morgen. Wahrscheinlich finanziere ich gerade irgendwelche Flüge von Drogenbossen von Miami auf die Cayman Inseln, wo sie ihr Geld in Sicherheit bringen können. Sieht so aus, als ob Kreditkartenbetrug tatsächlich existiert und die öffentlich-rechtlichen Ratgebersendungen sich dieses nicht nur zur Programmfüllung ausdenken. Karte ist nun gesperrt, aber ich hab ja in weiser Voraussicht weitere Karten dabei, so dass es erst einmal weitergeht. Und da sind wir also: schon wieder im Nichts! Jetzt sogar mit ohne grün. Rio Gallegos liegt fast an der Magellanstrasse, hat 100.000 Einwohner, bei denen man sich fragt wovon sie denn so leben. Aber es ist ein sehr netter Ort mit sehr freundlichen Menschen (direkter Beitrag von Christian!) Am Flughafen sind die Sanitäter im Nebenjob auch noch Autovermietungsbürovermittlungshelfer sowie Taxibeschaffer. Der Taxifahrer fungiert dagegen gleichzeitig als Hotelvermittler, so dass die Ankunft wieder hübsch unproblematisch verläuft. Die 3 Stunden mit Aerolinas Argentinas verlaufen ebenfalls angenehm, wenn man mal vom Essen und den asiatischen Sitzabständen absieht. Aufrecht sitzend stößt man an den Vordersitz. Das Essen besteht aus einem gefüllten, angeblich essbaren Sitzkissen (eine Art Brötchen) sowie einem Bimsstein (= Zwieback), alles stilvoll angerichtet in blauem Plastikgeschirr, das den Eindruck erweckt, als sei es aus den alten DDR Plastebadewannen recycelt worden (O-Ton Christian: erinnert mich an das Bad meiner Großeltern in Leipzig!) Im Inneren des essbaren Sitzkissens befindet sich ein Belag, der nicht eindeutig identifizierbar ist, Er scheint schon seit Jahren diese Strecke geflogen und bereits von den anderen Fluggästen verschmäht worden zu sein. Sonst ist alles hübsch.
Kommentare
Viele Grüße aus dem kalten Berlin Claudia und Lothar
Zum blauen Plastikgeschirr fällt mir glatt "Erichs Duschgel" :-) ein.
P.S. Lass dich nicht weiter ausnehmen & pass auf dich auf