Schoene Landschaft und eine Belohnung

Landschaftlich wird es jetzt richtig schön. Die Hügel von gestern setzen sich östlich von Pasados fort. Zunächst Weidehügel mit vereinzelten Bäumen, die mehr und mehr erst in Eukalyptuswälder und dann kleinere Aucarienwälder, einem südamerikanischen Nadelgehölz, das hier für die Holzwirtschaft angepflanzt wird, übergehen. Am Horizont türmen sich Wolkenberge und es dauert nicht lange dann jagt ein Monstergewitter das nächste. Kompletter Weltuntergang. Die Sicht tendiert über bestimmt 100 Kilometer gegen null. Es gießt wie aus Eimern und wir überlegen uns schon ob wir nicht besser eine öffentlich-rechtliche Dokumentation des Nordens von Argentiniens in Deutschland angeschaut hätten. Dann wüssten wir zumindest wo wir sind und vor allem wie es dort so landschaftlich aussieht. Aber alles hat ein Ende, auch der Regen. Kurz vor Puerto de Iugazu stoppt der Regen und wir befinden uns mittlerweile in den Tropen, vollständige verwachsene Wälder überziehen hier die Hügel. Am Straßenrand reihen sich Ananas- und Mangoverkäufer, man sieht Teeplantagen und tatsächlich erscheint der eine oder andere Abschnitt der Strecke sogar auch einmal bewohnt. Das Klima ist subtropisch heiß mit ultrahoher Luftfeuchtigkeit, so dass wir uns beide, vollständig verschwitzt wünschen eine Klimaanlage zu haben. Ist aber nicht. Argentinische Billigversion von Leihauto – Opel Corsa. Dabei hätte ich doch so gerne einen Gol von VW gehabt. Der Gol ist so eine im Trockner geschrumpfte Golfversion, die nur hier in Südamerika verkauft wird. Er ist so viel kleiner, dass anscheinend für den kompletten Golfschriftzug der Platz gefehlt hat und man ihn dann einfach nur Gol nennen konnte. Viele VW-Modelle fahren hier herum, die auf den ersten Blick an die europäischen Modelle erinnern, aber alle eine Nummer kleiner ausfallen. Der hiesige Touran z.B. heißt hier Suran. Größenmäßig ist er irgendwo zwischen Golf Plus und Touran angesiedelt. Neben den vielen alten Autos der vergangenen Jahrzehnte, in denen dann die Gauchos Mate schlürfend hocken, sind ebenfalls die Franzosen mit ihren Autos hier vertreten. Verhältnismäßig wenige Japaner.
Für unsere Verhältnisse recht früh kommen wir nachmittags um 15.00 Uhr in Puerto de Iugazu an und schnuppern als Belohnung schon mal in den gleichnamigen Nationalpark mit den monströsen Wasserfällen hinein. Davon jedoch mehr morgen, wenn wir hoffentlich mit Sonnenschein die Megafotos schießen können....
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