Sonntagsvergnügen


Gestern abend war die Innenstadt dann doch noch einigermaßen bevölkert. Die Urugayanesen verbringen den Sonntag damit im Park zu sitzen und Mate zu trinken. Sehr viele Urugayesen laufen mit einem Gerät herum, was so aussieht, als sei es eine übergroße Pfeife. Darin werden die Teeblätter hineingegeben und das Ganze mit Wasser aus der Thermoskanne, die jeder geschultert hat, übergossen. Um den Tee ohne störende Teeblätter trinken zu können, hält man ein pfeifenähnliches Mundstück in das Gefäß, das unten ein Sieb hat. Auf dem Bürgersteig tanzen derweil mindestens 30 Senioren Tango und Walzer zur Musik aus dem Ghettoblaster. Fußgänger bilden einen großen Kreis und klatschen.

Nur zu sitzen ist langweilig, also gehts später auf Erkundungstour in Stadtteile, die nicht mehr wirklich gepflegt aussehen. Prompt werde ich angesprochen ob ich nicht einen Joint rauchen möchte. Nachdem, was ich mit meinen schlechten Sprachkenntnissen verstanden habe, soll das angeblich legal sein. Na, ich weiß ja nicht. Ich verneine, auch die Bitte nach einem Bier, was ich als Deutscher doch verstehen müsse und werde nicht im Gegenzug überfallen. Wie nett. Zumindest habe ich endlich auch mal Bilder von Menschen machen können, denn irgendwie habe ich hier Hemmungen, was in Asien gar nicht der Fall war.

Weniger vergnügt ist das Leben der privaten Müllabfuhr. Das sind diejenigen, die wie in vielen anderen Ländern auch die Mülltonnen nach Verwertbarem durchsuchen. Plastikflaschen, Papier usw. Man erkennt sie an ihren Pferdefuhrwerken und dass sie die Köpfe tief in jede Mülltonne eintauchen. Entsprechend heruntergekommen der Anblick.

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