Uiiih, Uruguay
Wie ich am Abend erfahre, ist es in Buenos Aires wohl durchaus üblich sich als Polizei in Zivil auszugeben und dann die armen Touristen auszurauben. Gehört hatte ich davon noch nichts, aber das regt natürlich meine Fantasie an und bereitet mich auf eventuelle spätere Ernstfälle vor. Tja, ich muss wohl so dämlich geschaut und so schlecht gesprochen haben, dass die drei Herren gestern dann doch lieber ein anderes Opfer gesucht haben. Wozu Dummheit doch so alles gut ist. Zu stehlen hätte es eh nichts gegeben, da ich normalerweise sowieso keine Geldbörse bei mir trage, sondern Geldscheine aller möglichen Devisen in meinen Klamotten verteilt mitschleppe. Vielleicht hat das ja abgeschreckt.
Inzwischen habe ich das Land auch schon wieder verlassen und sitze nun ganz entspannt in Uruguay in einem Straßencafe in Colonia de Sacramento, einer alten kolonialen Ansiedlung am Rio de Plata. Gott, wie das klingt. Wie das Ende der Welt. Das x-te Weltkulturerbe, das ich besuchen darf. Im Grunde befinde ich mich genau gegenüber von Buenos Aires auf der anderen Flussseite. Die Fahrt mit der Fähre ist eher langweilig, der Rio de Plata eine braune Suppe. Was macht man da? Man lernt fleißig! 2 Stunden steckt die Nase im Buch und es macht sogar Spaß – intrinsische Motivation – weil ich andauernd in Situationen komme, in denen ich dann das eine oder andere anwenden kann. Zudem ist es ein ausgesprochen gutes Lehrbuch (Danke Achim!), was einen ständig neu motiviert in den Kapiteln. Sehr wichtig für mich, denn meine Frustrationsgrenze ist da immer sehr niedrig.
Die Uruguayaner verzichten denn auch, nachdem sie meine Fortschritte an Bord mit Kameras überwacht haben, auf eine englische Übersetzung der Einreiseformulare, die auszufüllen sind. Das Sicherste ist immer man kreuzt alles mit no an.
Viel mehr gibt es nicht zu berichten, denn der Nachmittag besteht aus allerlei Organisationsarbeit. Neues Geld besorgen, ein Hotel finden, einen neuen Adapter für meine diversen elektronischen Geräte beschaffen, Internetanschluss suchen – das Übliche. Mittlerweile besteht mein halbes Gepäck aus Adaptern! Wenn schon Globalisierung, dann doch bitte konsequent! Hotels sind derzeit etwas knapp, denn am Wochenende findet hier der Karneval statt, was ich nicht wusste. Ist zwar nicht Rio, aber ich freue mich schon sehr darauf einen Karneval in Südamerika miterleben zu können. Wie schon mal erwähnt: „expect the unexpected....“
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