Abschied...

...feiert man am besten indem man chic Essen geht. Gesagt, getan. Und es wird wirklich chic. Leckere Gerichte, die für BA-Verhältnisse massiv teuer sind, doch mit dem ultrastarken Euro derzeit gar kein Problem, aus meiner Sicht ist der Verfall des Dollars natürlich genial und könnte noch ne Idee weiter gehen. Peinlich sind nur diese deutschen Touristen, die eine 300 Peso Rechnung mit der Kreditkarte bezahlen und dann kein Wechselgeld für das Trinkgeld parat haben. Also legen wir den letzten 2-Pesoschein hin und stehlen und davon. Was die Bedienung animiert hinterhergerannt zu kommen und nochmals darauf hinzuweisen, dass das Trinkgeld in der Rechnung nicht enthalten ist, mir den Geldschein zurückzugeben und ansonsten noch einen schönen Abend zu wünschen. Das argentinische Temperament ist sehr fordernd. OBERPEINLICH! Achim hat sich schon mal um die Ecke verzogen und ich mit meinen Basalkenntnissen der Sprache darf das ausbaden. Anschließend laufen zwei Rotlichtköpfe durch die Straße und es bedarf mehrerer alkoholischer Getränke um die Scham abzuschütteln. Noch einmal gemeinsam ins Nachtleben schnuppern – das einschlägige Leben ist schon sehr uniform – und dann naht am Samstag auch schon der Abschied. Nach 6 Wochen, die ich jetzt gemeinsam mit Freunden gereist bin, ist mir schon ein wenig blümerant. Plötzlich wieder ein Mangel an Konversation, alleine planen usw. Muss ich mich erst einmal daran gewöhnen, jetzt wo ich frisch daran erinnert wurde, dass es in Deutschland durchaus Gruende fuer eine Rueckkehr gibt. Ein wenig melancholisch verbringe ich den Tag in diversen Straßencafes und starte einfach die Planung für das nächste Land. Die Blümeranz (Hauptwort von blümerant??) steigert sich angesichts der vielen negativen Berichte über Brasilien, aber ich nehme das mal so hin und mache mir dann selbst ein Bild vor Ort. Am Dienstag gibts jedenfalls einen frühen Flug und dann schau ich mal. Der Rest des Tages vergeht mit Schlafen und Frieren – ja, es ist ziemlich frisch geworden und allein deshalb ist die Abreise vonnöten.

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