Atlantine

Gestern im Blog habe ich mich ja vertan – wir sind nicht auf dem Mars oder der Venus oder so gelandet – es ist der Mond. Jedenfalls sind wir heute auf Sonnenuntergangstour ins Mondtal und dem Tal des Todes aufgebrochen. Das Tal des Todes ist heiß, sandig und spannend im Hinblick auf die vielen bunten Felsformationen, durch die wir wandern, nachdem wir eine Monsterdüne herabgestiegen sind. Nach einer Stunde wird der Wunsch nach Wasser übergroß. Die Tourveranstalter rücken das versprochene Wasser nicht heraus – das soll die Tour wohl authentischer machen. Na toll. Das Mondtal heißt so, weil die Landschaft dort der des Mondes sehr nahe kommt und man den eigentlichen Mond dort wunderbar über der zerkraterten Landschaft aufgehen sehen kann. Die Felsen und der Grund bestehen aus Lehm und Salz, was im Fall von Regen – der letzte größere war im Jahr 2000 für 4 Stunden – zu Auswaschungen führt und teilweise neue kleine Schluchten entstehen lässt. Dort begegne ich Atlantine – der kleinen Schwester von Atlas, dem Weltenstützer (siehe Bild). Sie übt noch an kleineren Felsformationen, die Welt ist ihr zwar nicht genug, aber immer noch zu groß und kann erst mit einem Arm stützen. Ihr Übungsgebiet ist diese Mondlandschaft. Man beachte das gestreckte Stuetzbein und die dezent in Hüfthöhe geschwungene Hand. Ist sie nicht süß in ihren Bemühungen?
Der eigentliche Höhepunkt des Ausflugs ist dann der Sonnenuntergang. Auf Sanddünen und hübschen Felsformationen hocken Massen von Touristen wie die Geier mit gezückten Kameras – ein wenig erinnert das an Hitchcock - und erwarten das große Geschehen. Die Andenkette wird in ein tiefrot gefärbt, ein weiterer Tag ist zuende.
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