Heiss und Kalt

Zuerst eine wunderbare Nachricht: der Kreditkartenbetrug vom Februar ist zu meinen Gunsten ausgegangen, zumindest sind die Beträge alle wieder gutgeschrieben worden nachdem die polizeiliche Anzeige beim Kreditkartenunternehmen eingegangen ist. Ich muss meine Reise also nicht vorzeitig abbrechen. Sehr beruhigend, aber was macht man eigentlich ohne Onlinebanking?

Die schlechte Nachricht: ich friere und bin müde! Was macht man im Urlaub? Man steht um 4 Uhr auf, fährt 2,5 Stunden der Welt schlechteste Schotterpiste, steht auf 4200 Metern Höhe bei Minus 5°C röchelnd und zitternd (sinnvollerweise habe ich alle warmen Klamotten vor drei Wochen auf die Heimreise geschickt, aber wer denkt bei Wüste schon an Handschuhe und Angoraschlüpper?!?) in der Dunkelheit, nur um stinkendes, kochendes Wasser zu betrachten. Tröstlich allein: wir sind nicht die einzigen Bekloppten – die halbe Besatzung der gestrigen Tour ist dabei – Amtssprache deutsch.

Mit der Dämmerung jedoch wird es wieder ein tolles Spektakel. Wir befinden uns in einem Thermalgebiet – irgendwie wieder ein besonders hohes, großes, langes oder so - und bewundern die Absurditäten der Natur. Bei diesen frostigen Temperaturen brodelt es allüberall im Boden und es steigen große Dampfsäulen in den Himmel. Bei Sonnenaufgang entwickelt sich nach und nach eine phantastische, wieder neue Ansicht. Schnell wird klar warum man dort so früh am Morgen sein muss: die Dampfwolken sind einfach wesentlich beeindruckender so lange der Tag noch jung und kalt ist. Eigentlich ist die Rede von Geysiren, doch von denen ist nicht viel zu sehen. Es spuckt und sprotzt ein wenig aus dem Boden, doch so richtige Fontänen sind nicht zu sehen. Aber die Dampfsäulen wiegen das alles auf. Heutiges Bildmotiv: Dampf vor Sonne vor Berg in Dämmerung an brodelndem Schlammloch. Völlig zerfroren gehts in einen Thermalpool unter freiem Himmel, bei dem die Natur jedoch die Umwälzpumpe vergessen hat. Eine Seite ist temperaturtechnisch eher als lau zu bezeichnen, während auf der anderen Seite, am Zufluss, so zwischen 60 und 80°C herrschen. Man muss doch sehr aufpassen, dass einem nicht die Badehose wegsengt. Insgesamt reicht es zum dezenten Aufwärmen und jetzt bin ich auch im Reinen mit der Kälte.

Der Rückweg über die Schotterstrecke wird dadurch aufgewogen,dass es noch eine kleine „Überraschung“ zum Anschauen gibt. Wenn das jetzt wieder Flamingos sind, dann brauche ich ein Beißholz! Nein, welche Überraschung – es sind Kakteen! (also nur das kleine Beißholz) Aber ich will nicht meckern, hier sind sie in einen kleinen Canyon eingebettet, durch den ein Bach fließt, ganz apart. Nach drei Tagen Tourgemeinschaft geht heute auch unsere kleine Landsmannschaft wieder unterschiedliche Wege. War schön mit Euch, viel Spaß noch auf Reisen und beim Lesen.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…
Ha Ha, find ich ja toll, dass du dich dann wieder wie zu Hause fühlen kannst denn die Temperaturen sind ähnlich dem Gefrierpunkt, die Bräune verblasst und überhaupt, war nicht Frühling angesacht? Schön, dass die deutschen Kreditkartenunternehmen auch spanisch sprechendes Personal haben:-). Warum fliegst du denn so weit in Island gibt es auch Geysire.
Wie ihr habt euch einer deutschen Tourigruppe angeschlossen???
lg Christian
Anonym hat gesagt…
VORSICHT
AKINOGAL - ist vielleicht ein übler
Gesell??? Virus Spy-ware
Irgend etwas wird installiert

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