Iquique
heißt wörtlich auf Aymara „Ort der Ruhe und Erholung“ und die Indianer, Namensgeber, haben durchaus recht mit dieser Bezeichung. Man spaziert durch eine wunderschöne Stadt mit kolonialer Architektur, fast alles in strahlendem weiß und genießt darüber hinaus die Riesenwellen des Pazifiks. Teilweise gibt es ganze Häuserzeilen im Scarlett O’Hara Stil. Auf der entgegengesetzten Seite des Ozeans wird die Stadt von einer Bergkette begrenzt, zu deren Füßen eine gewaltige Sanddüne liegt, an deren Fuß tatsächlich noch gebaut wird. Die Chilenen sind nett wie immer – ein Kellner erzählt mir ganz aufgeregt, dass er in Bottrop bis zu seinem 3. Lebensjahr aufgewachsen ist und fragt mich ob ich Benjamin Blümchen auch so toll finden würde. Tja, die Erinnerungen an Deutschland variieren eben, meine verblassen so langsam und werden nur von der Tagesschau aufrecht erhalten.
Ansonsten laufen in der gesamten Stadt junge Menschen mit Mülltüten als Lendenschurz und mit Schlamm eingeschmiert herum. Auf Nachfrage erfahren wir, dass es hier die Sitte gibt den Erstsemestern sämtliche Klamotten abzunehmen, die sie erst dann wiederbekommen, wenn sie genug Geld erbettelt haben und damit dann ihre Sachen auslösen können. Wär doch mal ein neues Finanzierungssystem für deutsche, chronisch klamme Studenten.
Kommentare
Die Sache mit dem einschlammen finde ich witzig, sie läßt der Fantasie freien Lauf und endet mit Sicherheit nicht bei benjamin Blümchen ;-).
Dir weiterhin viel spaß bei und mit den Südländern.
wünsche dir weiterhin alles liebe & denke oft an dich
rosanna
Ich habe das mit den Lendenschurzen notiert, werde das mal beim Asta in Neubrandenburg vorschlagen um mehr Mittel einwerben zu können, stelle mir da ne Fotoreihe vor (kenne auch schon den Fotografen:-)
liebe Grüsse aus dem fastfrühlingshaften Berlin
Christian