Valparaiso
ist so wie es klingt. Eine wunderbare Küstenstadt, ca. 120 Kilometer westlich von Santiago, in die uns heute ein Tagesausflug mit dem Bus geführt hat. Früher war es der Ort, an der Westküste, wo man erstmals nach Umrundung von Kap Hoorn einen Hafen anlaufen konnte, d.h. bevor der Panama Kanal gebaut wurde und alle unten herum fahren mussten. Entsprechend reich war diese Stadt und hat so Massen von Menschen angezogen. Tatsächlich handelte es sich lediglich um einen kleinen Küstenort, umrundet von Bergen, der sich schließlich mangels Platz recht schnell ausgebreitet hat in die umliegenden Hügel. Es ist so anders, so viel schöner als in Santiago. Man hat den Eindruck: ja, so in etwas stellt man sich Südamerika vor. Etwas schmuddelig, aber voller Charme und Farbe. Teilweise sehr heruntergekommen, als befände man sich in einer Favela, dann aber erstrahlen die Häuser auch wieder in allen möglichen Farben, Wellblechhäuser in rot, blau, grün usw. Nicht umsonst sind vor ein paar Jahren einige Hügel zum Weltkulturerbe erklärt worden. Auf einem Hügel, dem schönsten, befindet sich ein Haus von Pablo Neruda, dem Nationalhelden und Schriftsteller, der ein unglaublich schönes, verwinkeltes Haus mit Seeblick dort besaß. Müsste ich nicht irgendwann zurück – ich würde einziehen. Ein Arbeitszimmer ganz oben, davor das große Nichts.
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