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Es werden Posts vom April, 2008 angezeigt.

Kaufrausch

Die Euphorie reißt nicht ab. Ich bin wieder in Shoppinghausen La Paz. Alles gibts hier und alles zum Bruchteil der deutschen Preise. Fragt man nach dem Preis bekommt man eine Zahl genannt, bei der man jedes Mal denke, dass man sich verhört hat oder die vielleicht einen Dollarpreis nennen. Aber nein, alles ist in Bollis. Grob gesagt kann man sagen, dass alles ein Zwölftel der KADEWE-Preise kostet. Unglaublich. Das beruhigt, vor allem nachdem mich die Senatsverwaltung dankenswerterweise in die Lohnsteuerklasse 6 eingetaktet hat. Blöde Beamte! Nein, ich komme aus den ganzen Marktständen gar nicht mehr heraus und bin einigermaßen schockiert bei dem Gedanken, dass auf meiner weiteren Strecke keine Besuche mehr anstehen. Achim, Christian kommt zurück! Ich werde auf meinem Rückflug nach Deutschland einfach alle Pullover und Lederjacken im Flieger anziehen und darauf hoffen, dass ich einen keinen Sitznachbarn habe oder weingstens einen schlanken!

Überlebt

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Ich bin um eine E rfahrung reicher: auch die kälteste Nacht geht irgendwann vorüber. Ta tsächlich wache ich schwitzend auf. Mein Feuerzeug hat gute Dienste geleistet. Letzte P rogrammpunkte heute: heiße Quellen, Geysire und Rückfahrt. Von den Geysiren sehen wir nicht viel, denn vor lauter Zähneklappern ist Niemandem so richtig nach Besichtigung. Interessanter sind da schon die heißen Quellen, in denen man sich so richtig aufwärmen kann. Und schwupps sind wir an der chilenischen Grenze und es heißt Abschied nehmen, denn bis auf meine Wenigkeit fahren alle weiter nach San Pedro in Chile. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich das in irgendeiner Weise schade fände, denn ich habe selten dermaßen arrogante Mitreisende gehabt. Im Gegenteil: der Tag wird der schönste der ganzen Tour, wenn man mal von meinem Brummschädel absieht, denn die letzte Nacht hat ihre Spuren hinterlassen und ich brüte eine mittelschwere Erkältung aus. S o sitze ich mit meinen beiden Führern Coca gegen die Üb...

Ein Kessel (kaltes) Buntes

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Oder besser viele bunte Lagunen stehen auf dem heutigen Programm. Und vi e le viele staubige und kal te Kilometer durch ödes Land. Von den bisherigen Ansichten ist der h eutige Tag eigentlich der Langweiligste, denn alles was man zu sehen bekommt, habe ich in Chile schon gesehen. Aber natürlich ist das trotzdem wunderschön. Bis auf die Tatsache, dass ich jetzt wirklich ein Beißholz brauche: welch Überraschung: Flamingos! Un d ich kanns nicht lassen: wieder fotografiere ich wie ein – heute passt der Begriff auf mich – armer Irrer. Sie sind einfach wunderhübsch. Und so bunt. Genau wie die drei bunten Lagunen. Die rote ist es tatsächlich, wie man dem Foto ganz gut entnehmen kann, die grüne hat sich heute aber entschieden zu streiken – ist schließlich ne bolivianische Lagune. In W irklichkeit liegt das am kalten Wind. Irgendetwas passiert dann mit den Algen, so dass man das Grün der Lagune nicht sehen kann. Und die blaue Lagune ist so blau wie alle anderen Lagunen auch. Insgesamt geh...

Atemberaubendes

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Lang ist die Nacht nicht, denn nach dem gestrigen Sonnenuntergang sind natürlich alle ganz ‚heiß‘ auf einen Sonnenaufgang, den wir vom Vulkan aus anschauen wollen. Die Entscheidung in der Gruppe ist relativ langwierig, denn das Jungvolk will natürlich ganz hinauf auf den Vulkan auf 5600 Meter Höhe. Und da s ganze natürlich in maximal 2 Stunden von 5 Uhr morgens an (für fast 2000 Höhenmeter!). So richtig durchsetzen kann ich mich nicht u nd beuge mich dem Votum der Mehrheit. Wie arme Irre rennt der Trupp der ewigen Jugend, kaum ist die Autotür geöffnet, denn auch los, während ich mich gemächlich keuchend den Hang hinauf schleppe. 300 Meter weiter treffe ich auf ein fürchterlich erschöpftes, nach Atem ringendes Mä del, das mir unter Tränen versichert jetzt sofort zu sterben. Mein kleines Asthma-Wundermittel überzeugt sie jedoch schnell vom Gegenteil, zum Weiterwandern allerdings können weder mein Mittelchen noch ich sie überzeugen. So ziehe ich weiter auf der Suche nach dem nächsten Op...

Salar de Uyuni

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Oh ne viel zu überlegen – bei Minusgraden funktioniert das bei mir sowieso schlecht – buche ich sofo rt nach A nkunft in Uyuni eine 4-Tages-Tour in die Salzwüste und zu den farbigen Lagunen an der Grenze zu Ch ile, wo ich im Grunde schon war, nur von der anderen Seite aus. Mir bleibt gerade noch Zeit für ein Frühstück und los gehts ziemlich übermüdet - die Nacht war echt hart - mit 4 Engländern, die schon eine Weile zusammen reisen. Erster Stopp ist ein Lokom otivenfriedhof. Ganz skurril diese Überreste des früheren intensiven Si lberabbaus. Es folgt der übliche Tourihalt in einem kleinen Dorf um Nippes einzukaufen und dann werden wir aufgefordert für 3 Minute n die Augen zu schließen. Als wir sie öffnen knallen sämtliche Lichtdämmungssynapsen durch. Wir stehen im unendlichsten Weiß was man sich vorstellen kann. Die Salzwüste! Irre! Phan tastisch! Bis zum Horizont nur Salz. Ich hatte schon viel davon gehört , doch so großartig hatte ich mir das nicht vorgestellt. E s ist ja nicht...

Festgefahren

Ich wage mich mal an die bolivianischen Busse. Davon gibt es Unmengen, ein Schritt in den Busbahnhof und schon geht es zu wie auf dem Hamburger Fischmarkt. Jede Firma hat zufällig gerade in diesem Moment einen Bus, der ans gewünschte Ziel fährt. Nun, kümmert mich wenig, da ich bereits ein Ticket im Reisebüro gebucht habe – gegen Aufpreis versteht sich, gegen massiven Aufpreis! Bleibt trotzdem erschwinglich mit 9,50 € für 800 Kilometer. Sehr vertrauenserweckend sieht der Bus nicht aus, aber auch nicht so schlimm wie man sich das manchmal vorstellt. Relativ pünktlich gehts abends los und zunächst gilt es die Stadt vom El Alto aus im Vollmond zu bewundern. Nicht, dass das ohne Vollmond langweilig wäre. Im Bus ist es unglaublich kalt – eine Heizung scheints nicht zu geben oder es stört niemanden großartig. Die Niederländer mit ihren kurzen Hosen jedoch wird es irgendwann stören – da bin ich mir sicher. Langsam lasse ich mich von dem Geruckel auf den weniger gut ausgebauten Straßen in den...

Lungerei

Die Bolivianer haben eine enorme Protestkultur. Irgendwer ist hier immer im Ausstand. Mal ist es die Post, mal die Lehrer, mal die Busfahrer usw. Andauernd trampelt ein Demonstrationszug durch die Innenstadt, stets begleitet von Geböller, damit auch jeder mitbekommt worum es denn so geht. Die Teilnehmerzahlen sind h och, was an der Anwesenheitspflicht liegt. Meine Tage verbringe ich damit in der Stadt herumzulungern. Am meisten Spaß habe ich dabei mich einfach irgendwo in die Gosse zu setzen und die Leute zu beobachten. Die vielen Schuhputzer, die, sofern sie jung sind, grundsätzlich vermummt sind, so dass Freunde sie nicht bei ihrer vermeintlich dreckigen Arbeit erkennen können. Die Choliltas, die alles mögliche verkaufen. Dabei ergeben sich immer wieder tolle Gespräche, selbst mit den ansonsten verschlossenen Indianerdamen. Eigentlich muesste ich sie fuer die Spanischlehrstunden bezahlen. Heute abend gehts dann in die „Salar de Uyuni“. Eigentlich hatte ich nicht vor dorthin zu fahren...

Larga noche de museos

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Ist ja verrückt, da lebe ich 20 Jahre in Berlin und habe es noch nicht einmal geschafft die lange Nacht der Museen mitzumachen und muss erst nach La Paz fahren um das dann hier nachzuholen. Diese Stadt ist echt verrückt. Die Innenstadt voller Menschen auf der Suche nach Kultur. In die Museen gehen wir letztlich gar nicht mal sondern erfreuen uns an den vielen Bands, die an allen Ecken der Stadt tolle neuzeitliche Musik mit vielen folkloristischen Elementen zum Besten geben, so dass sogar der einen oder anderen Cholita, sonst mit stoischem undurchschaubarem Gesichtsausdruck, ein Lächeln durchs Gesicht huscht. Dabei sind sie aber immer sorgsam darum bemüht nicht zu sehr zu tanzen, damit der Hut nicht herunterfällt. Ein echtes Spektakel mit hiesigen Instrumenten ohne diesen ganzen Poncho-Folklore-Quatsch, den man aus Berliner Fußgängerzonen so kennt. Ein langer Tag, denn das Nachmittagsprogramm musste ja auch noch absolviert werden. Wieder ein Valle de la luna mit ausgewaschenen Gestein...

Heimatgefühle

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La Paz ist so vielfältig, dass ich so langsam aufpassen muss hier nicht zu lange hängen zu bleiben. Diese unglaublich vielen exotischen Eindrücke sind fesselnd. Die Menschen zunächst sehr v erschlossen, aber kommt man erst einmal ins Gespräch, dann tauen sie sofort auf und die Indianerdame ist unglaublich nett. Im Bus zurück nach Hause vert reibe ich mir derweil die Zeit, indem ich mein Spanisch mit zwei kleinen Mädels übe und gleichzeitig – Berufskrankheit – ein paar engl ische Vokabeln unter richte. Ich k anns ni cht lassen. Aber das wirklich schöne ist eigentlich der derzeitige Familienanschluss. Fühle mich bei Barbara und ihre m Sohn wie zuhause und hab sogar Spaß am Abwaschen! Nach fast 10 Monaten auf Achse ein schönes Gefühl. Inzwischen hab ich auch ein Cafe gefunden, in dem ich meine tägliche S chokoladentorte inclusive Internetanschluss bekomme. Eine angenehme Routine. Könnte gerade wochenlang so weiter leben, zumal jetzt auch wirklich d urchgängig die Sonne vom Himmel brennt...

Bummel

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Auf dieser Höhe zu wandern ist schnell erschöpfend. Die Wohnung zu verlassen ist kein Problem, es geht den Berg runter, aber zurück dann doch lieber in den vielfältigen Gefährten, die enorme Höhendifferenz muss man nicht zu Fuß zurücklegen, es verkehren unzählige Busse, Taxis und Collectivos (Sammeltaxis) innerhalb von La Paz. Diese Verkehrsmittel prägen neben der fast unüberschaubaren Anzahl von Verkaufsständen mit alltäglichen Gebrauchsgegenständen die Straßen und Gassen. Ein einzigartiges Gewirr. Das Stadtbild erinnert in Teilen an eine europäische Großstadt mit vereinzelten Hochhäusern, dem spanischen Kolonialviertel mit den Regierungsgebäuden, darunter der Präsidentenpalast wo Evo morgens um 4 Uhr seiner Herkunft als Bauer treu bleibend seinen Arbeitstag beginnt (und dabei schon mal den amerikanischen Botschafter nervt indem er ihn um 5 Uhr morgens einbestellt). Drei Schritte weiter jedoch der völlige Szenenwechsel - das Indigenaviertel und dort dann das altvertraute Bild von wind...

La Paz

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Aufbruch in die Berge, erneut in die Höhe. Dem Wettergrau entfliehend steige ich in den Flieger nach La Paz– sicherer und außerdem relativ streiksicher (man weiß nie so genau wer gerade streikt, heute die Post, morgen die Security, uebermorgen die Busgesellschaften). Im Landeanflug auf La Paz sieht man jedoch eigentlich nur El Alto, eine im Grunde inzwischen eigenständige Stadt, die sich noch oberhalb von La Paz in rasanter Geschwindigkeit ausbreitet und wo sich der Flughafen befindet, übrigens der höchstgelegene Zivilflughafen d er Welt. Um abzuheben müssen die Flieger hier eine wesentlich längere Strecke zurücklegen als in normalen Höhen. La Paz selbst liegt zwischen 3000 und 4000 Metern. Und dann der große Luxus: ich werde am Flughafen von Barbara abgeholt. Großes Hallo und Freude. Bei mir gesellt sich das übliche Gaga-Gefühl auf dieser Höhe dazu. Bekomme das Grinsen nicht aus dem Gesicht, Hoehenluft ist der absolute Stimmungsaufheller fuer mich. Auf dem Weg vom Flughafen in die Sta...

Verpflegung

Eigentlich mache ich heute nichts anderes als die bolivianische Mikrobenwelt zu erkunden. Das macht man am besten mit einer Überdosis Essen. Immer rein damit und siehe da: alles geht gut und ich kann keinerlei Änderungen feststellen. Das mag daran liegen, dass die Esskultur hier der brasilianischen ähnelt, deren Mikrobenangriffe ich ja schon bestens abgewehrt habe. Alles ist sehr Hamburger-, Pizza-, Fleisch- und Fettlastig. Und wie schon erwähnt sehr preiswert. Zudem muss hier irgendwann einmal eine ganze Horde Konditoren eingefallen sein, deren Geschäfte nach wie vor existieren. Massenhaft Torten und Kuchen stehen zum Verkauf bereit und natürlich kann ich nicht widerstehen. Die Hauptstadt der Torten. Fast den ganzen Nachmittag sitze ich bei Kaffee und Kuchen in den Cafes und lasse es mir bei einem Buch gut gehen, denn eine Mischung aus Regen und Wolken lädt sowieso nicht großartig zum Entdecken der Stadt ein. Amüsant ist die Preispolitik hier. Erfragt man einen Preis, so kann man den ...

Santa Cruz

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Die Wahl des Hotels ist gelungen. Von einem kolonialen Innenhof, der wild begrünt ist gehen alle Zimmer ab. Preis für ein Zimmer: 6 Euro. Alles hier ist unglaublich billig – erst recht wenn man gerade aus Brasilien kommt. Ein komplettes Mittagessen gibts für 2 Euro, manch Snack für 10 cent. Der Hit sind die beiden Tukane, die hier als Haustiere leben, ab und an mit unter die Dusche kommen oder neben einem beim Frühstück sitzen und mit ihren Riesenschnäbeln von den Tellern klauen. Wozu habe ich eigentlich diese Tortur im Pantanal auf mich genommen? Wo ich hier doch entspannt eine Speicherkarte nach der anderen füllen kann? Bei Rückkehr gibts Tukanbilder satt – in allen Lebenslagen. Nach einem Erholungsschlaf und ausführlichen Instruktionen wie man verhindert ausgeraubt zu werden gehts auf Erkundung. Santa Cruz ist eine hübsche alte Kolonialstadt, die überhaupt nicht wie die größte Stadt (1.3 mio) des Landes wirkt – man streitet sich hier darum wer denn nun die meisten Einwohner hat: La ...

Bolivien

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Vollständiger Szenenwechsel. 10 Km gehts über gut asphaltierte Straße zur Staatsgrenze, nicht ohne, dass ich mit meiner kleinen temporären Reiseschicksalsgemeinschaft vorher am städtischen Busbahnhof einen Ausreisestempel abgeholt habe, denn das muss man an diesem brasilianischen Grenzpunkt merkwürdigerweise inlandig machen. Selbst ohne die bolivianische Flagge und die Beschilderung bemerkt man allein am Straßenbelag, dass das Land gewechselt hat: Schotterpiste. Die Einreise verläuft unspektakulär, man wird irgendwie registriert und wir bekommen sogar einen Einreisestempel. Vor die Wahl gestellt wie lange ich denn bleiben möchte wähle ich lieber die volle Dosis von 90 Tagen. Sonst wärens 30 geworden. Man weiß ja nie. Wahrscheinlich habe ich damit das Tagespensum an Aufenthaltstagen für diesen Grenzpunkt erreicht, denn zwei weitere Reisende, die wir am Bahnhof wiedertreffen, bekommen kurz nach uns keinen Einreisestempel mehr. Den gäbe es erst wieder morgen hier oder in Santa Cruz oder s...

Im Vogelpark Walsrode

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E in wenig war mir die letzten Tage ja schon langweilig geworden und meiner Kamera auch. Da bin ich froh über die Entscheidung ins Pantanal zu fahren. Ohne wirklich viel zu wissen begebe ich mich nach Empfehlungen Mitreisender in ein riesiges Sumpfgebiet, schätze mal so um die 500 Kilometer lang, in der Nähe der bol ivianischen Grenze. Etwa 300 Kilometer östlich der Stadt Campo Gr ande geht es rechts ab über Schotterpiste auf einem LKW mitten in den Sumpf. Die Fahrt ist sehr sättigend. Öffnet man ein p aar Sekunden den Mund, so ha t man ungefähr drei Kilo Insekten intus und ich frage mich ob das die Vollpension sein soll für die nächsten Tage. Die Luft ist schwarz von Libellen, Mücken und sonstigem Stechgetier, welches ich gar nicht benennen kann. Artenvielfalt ist doch was wunderbares. Ein Paradies für die Vogelwelt – Nahrung im Überfluss. Über den Wassern geht spektakulär die Sonne unter. Auf der Fazenda – Estancia auf portugiesisch – angekommen gehen die Überraschungen nahtlos wei...

Abgetaucht

Nu bin ich in Campo Grande und starte heute auf eine Sumpftour. Nee, nicht mit Caipirinhas, sondern mit Piranhas und weiteren wilden boesen Tieren. Enttaueschenderweise sind die Piranhas noch nicht online, so dass ich mich wohl erst wieder am Sonntag melden werde. Also, kleine Blogpause.

Weiter gehts

Ich tue mich schon sehr schwer derzeit Entscheidungen zu treffen. Eigentlich würde ich Rio doch auch ganz gerne mal bei Sonne erleben, aber laut Wetterbericht , der bisher immer stimmte, wird das so schnell nichts. Außerdem ist das Hostel, wie berichtet, ja nicht gerade dazu geeignet sich dann eben auf dem Zimmer auszuruhen und in Ruhe etwas zu lesen. Also fix Flug und Unterkunft in Campo Grande gebucht, Internet ist schon klasse, und ab gehts ins Pantanal, einem riesigen Sumpfgebiet im Westen Brasiliens. Zum Flughafen gibts einen Bus direkt vom Strand an der Copacabana und man muss sich einfach irgendwo hinstellen und den richtigen Bus anhalten, Haltestellen gibts nicht. Angenehme Regelung. Problematisch ist es in Brasilien jedoch immer in einen Bus hineinzukommen. Beim Fahrer gibt es immer ein viel zu klein geratenes Drehkreuz, durch das sich zu quetschen schon ohne Gepäck selbst für Normalgewichtige fast unmöglich ist. Es dauert meist eine Ewigkeit bis sich Leute mit Koffer oder...

Rundgang

Im Hostel werde ich wahnsinnig. Von morgens um 8 bis nächsten Morgen 2 Uhr läuft ununterbrochen Musik in Diskothekenlautstärke. Man will hier anscheinend gleichzeitig Disse spielen, damit die Bewertung der Gäste bei hostelbookers im Internet in der Rubrik „fun“ möglichst auf 100% hinausläuft, vergisst dabei jedoch, dass der Urgedanke eines Hostels eben auch ist: Schlafen! Und das ist trotz der Ohrstöpsel, bis zum Anschlag reingedrückt, nicht möglich. Da fällt der Rest der Bewertung auf dem Internetportal eben entsprechend negativ aus. Wirklich das Schlimmste was ich je an Unterkunft hatte. Aber diese jungen Hüpfer finden das anscheinend cool. Sie sehen zwar nichts von Rio, denn gefeiert wird ausschließlich im Hostel und am nächsten Tag fehlt die Energie sich vor die Tür zu bewegen, doch der Eindruck von Rio wird später sein: wow, absolute Partystadt. Und gar nicht gefährlich. Dass die Party genauso gut in Wanne Eickel hätte stattfinden können ist dabei egal. So treibts mich trotz M...

Uffm Zuckerhut

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Da isser nun also, der sagenumwobene, spektakuläre, viel gepriesene Berg, auf den seit Anfang des 20. Jahrhunderts die Touristen pilgern. So auch ich. Und trotz des übel schlechten Wetters ist das ein aufregender Moment. Rio liegt in Wolken, die Seilbahn fährt jedoch und kostet gleich mal 15 Euro. Aber dieser Hügel ist schon ein Muss. In zwei Etappen, erst auf den vorgelagerten Rücken und dann auf den eigentlichen „Hut“ fährt die Bahn und der Ausblick macht jeden einzelnen Cent wett! Von hier oben wird mir klar warum so viele Reisende, die ich unterwegs traf, diese Stadt als die schönste Stadt der Welt beschrieben haben. Sie ist es! Selbst im Regen. Man blickt aus ca. 400 Metern Höhe auf eine Hügel- und Lagunenlandschaft mit Stränden und im Hintergrund wacht über all dem die Christusstatue, eingehüllt von Wolken in fast 800 Metern Höhe. Stunden verbringe ich bei diesem Anblick und kann gar nicht von lassen.

Ipanema

Der Nachbarstrand von Copacabana, den man mühelos erlaufen kann. Dort sieht es gleich noch eine Idee edler aus. Hier wohnen die trendigen wirklich Reichen der Stadt. Hostels sind seltener und auch etwas teurer. Da bleib ich mal bescheiden in meinem völlig überlauten Hostel, das sich für eine Diskothek hält und bis weit in die Nacht hinein lärmt. Schwer dabei tolerant zu bleiben, denn eigentlich dachte ich, dass Hostel vorrangig Ort zum Schlafen meint und nicht Disko. In Ipanema eröffnet sich eine wahnsinnige Szenerie. Am Ende des Strandes ragen Bergspitzen steil in den Himmel, an den Hängen ist das Stadtviertel Leblon entstanden. Am Strand keine Hübschen und Schönen – kein Wetter dafür. Großes Pech, dass ich gerade in genau der Woche in Rio gelandet bin, in der der Himmel verhangen ist und sich leider auch allzuoft die Regenschleusen öffnen. Dafür gibts in Ipanema anscheinend eine Außenstelle von Greenpeace am Strand. Genau in der Mitte weht eine Regenbogenflagge und ich hätte doch ger...

Gegensätze

Copacabana, das ist wundervoller Strand und traumhaft anzuschauende Berge, die steil aus der Erde in den Himmel ragen, das sind Hochhausschluchten und hin und wieder zweigeschossige kleine Häuser, das ist der rolextragende Tourist/Carioca (die Rionesen nennen sich so) und an der nächsten Straßenecke der vollständig heruntergekommene Obdachlose, der auf/unter Pappkartons nächtigt sowie der Bettler. Das sind Edelrestaurants und Saftläden allerorten, die wunderbare frische Fruchtsäfte bereiten. Dunkelhäutige und Krebsrote, Edelhotels und Absteigen, teure und billige Frisöre (bei meinem hat man anscheinend die Küchenhilfe irgendeines Steakrestaurants eingestellt – bin vollkommen entstellt). Edelboutiquen und ganze Rattennester, vermengt mit Kakerlakengeschwadern. Und das ist der Gegensatz zu dem was man sich hinsichtlich des Wetters hier so vorstellt – es ist durchgängig bewölkt und regnet wirklich jeden Abend in Strömen.

Copacabana

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Da prasseln sie wieder – die Eindrücke. Ubatuba mit seinen vielen Traumstränden ist ja ganz nett, doch wirklich in jeder Weise ausgestorben. Mit einem Mitreisenden gehts daher heute in DIE Stadt: Rio. Der Bus rast – ein anderer Begriff würde kaum passen – die Kurven durch die Hügel Richtung Rio. Traumhafte Landschaft – zugewucherte Hügel, teils wolkenverhangen mit vielen blühenden Bäumen auf der linken Seite, rechts immer wieder der Atlantik, eine schöne Bucht jagt die nächste. Und dann die Ankunft. Nix besonderes. Kahler Busbahnho f ohne Metroanschluss, doch mit Zubringerbus. Muss mich erst einmal wieder darauf eichen Vorsicht walten zu lassen – ist ja wieder Stadt. Ankunft im Hostel – hübsch, wenn auch teuer, in Copacabana. Eindruck hier: Ein einziger Frisiersalon mit Fressbuden dazwischen. Alle paar Meter kann man sich die Haare machen lassen. Wo bin ich denn hier gelandet? Den Stadtteil habe ich bewusst gewählt, gilt er doch als relativ sicher, und zudem muss ich keine Überschrift ...

Lazyday

Da stehe ich extra früh auf um einen Ausflug auf eine Insel zu unternehmen und da wird der Ausflug doch glatt abgesagt. Zu wenig Touristen und das merkt man auch. Der ganze Ort wirkt ein wenig ausgestorben. Der anschließende Spaziergang am Strand entlang entschädigt und vermittelt noch einmal die Schönheit dieser Landschaft. So richtig fürs Wandern ist es hier aber nicht angelegt. Man kommt an vielen Stellen nicht weiter. Straßen verschwinden im Nichts oder vor einer Schranke, hinter der ein geschütztes Resort liegt. Naja, dann halt wieder ein Tag mit Nichtstun am Strand verbringen und die Weiterreise planen. Nach und nach entwickelt sich eine Idee einer Route für die nächsten 2 Wochen. Schwierig sich in Brasilien zu entscheiden, denn es ist einfach ein riesiges Land mit etlichen lohnenswerten Zielen.

Beachboy

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Okay, es ist das Paradies hier und ich habe gestern gelogen – April, April. Traumhafte Strände, nette Menschen usw. Darunter der Neu-Hostelbesitzer und seit vorgestern auch Neu-VW-Busbesitzer. Ein wenig verrückt ist er dazu und beschließt am Morgen das gesamte Hostelpersonal und Gäste an einen Surferstrand weiter nördlich zu fahren. Ich komme mir in dem weißen Uralt-VW-Bus vor wie auf einer Zeitreise. Das Motorengeräusch, original wie vor 20 Jahren, obwohl dieses alte Modell hier immer noch hergestellt wird und der meistverkaufte Kleinbus in Brasilien ist. Allerdings doch schon 11 Jahre alt und entsprechend mit Macken behaftet. Alle paar Kilometer bleibt der Bus hängen und merkwürdigerweise kann er nur rückwärts angeschoben werden. Muss am Treibstoff l iegen, denn der Wagen fährt mit Alkohol und bei 10 Litern auf 100 Kilometern würde ich auch des öfteren liegen bleiben. Lustig, aus dem Auspuff riechts dabei nach Brennspiritus und man hat das Gefühl gleich wird gegrillt und es gibt Stea...

Qualen

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Genervt von Sao Paulo und von mir ob meiner Pennerei setze ich mich schließlich in Bewegung Richtung Norden nach Ubatuba – einem Tipp von einem Brasilianer. Dumm nur, dass der Reiseführer dazu so gar nichts sagt. Naja, wer wagt gewinnt. Mit Gesamtgepäck gehts durch die Stadt zur U-Bahn, was mal wieder aufregend ist. Hinter jeder Ecke vermute ich einen Schwerverbrecher, doch bis auf diverse merkwürdige Blicke ganz normaler Passanten geschieht gar nichts. Im Bus nach Ubatuba, ein ausgesprochen komfortabler sogar, bin ich der einzige Tourist. Los gehts durch die Vororte von Sao Paulo, relativ schlecht instandgehaltene Hütten, sieht sehr ärmlich aus. So nach und nach hügelt es. Leider ist es regnerisch und man sieht nicht so viel, aber das was zu sehen ist sieht schon einigermaßen idyllisch aus. Im Grunde die gesamten ca. 200 Km ist alles grün und hügelig. Allmählich verlässt mich auch diese in Sao Paulo vorhandene Daueranspannung. Nachdem wir mehrere Hügel hoch und wieder heruntergefah...