Copacabana
Da prasseln sie wieder – die Eindrücke. Ubatuba mit seinen vielen Traumstränden ist ja ganz nett, doch wirklich in jeder Weise ausgestorben. Mit einem Mitreisenden gehts daher heute in DIE Stadt: Rio. Der Bus rast – ein anderer Begriff würde kaum passen – die Kurven durch die Hügel Richtung Rio. Traumhafte Landschaft – zugewucherte Hügel, teils wolkenverhangen mit vielen blühenden Bäumen auf der linken Seite, rechts immer wieder der Atlantik, eine schöne Bucht jagt die nächste. Und dann die Ankunft. Nix besonderes. Kahler Busbahnho
f ohne Metroanschluss, doch mit Zubringerbus. Muss mich erst einmal wieder darauf eichen Vorsicht walten zu lassen – ist ja wieder Stadt. Ankunft im Hostel – hübsch, wenn auch teuer, in Copacabana. Eindruck hier: Ein einziger Frisiersalon mit Fressbuden dazwischen. Alle paar Meter kann man sich die Haare machen lassen. Wo bin ich denn hier gelandet? Den Stadtteil habe ich bewusst gewählt, gilt er doch als relativ sicher, und zudem muss ich keine Überschrift „girl from Ipanema“ wählen. Dieser Stadtteil/Strand ist jedoch gleich um die Ecke. Copacabana ist ein vollkommen überfüllter Stadtteil mit Betonschluchten, die zwischen Atlantik und Granitfelsen mit den Favelas darauf gepflanzt wurden. Die Reichen wohnen hier sowie die Touristen, ein toller Magnet also für alle möglichen zwielichtigen Gestalten, die ich bei Einbruch der Dämmerung nicht ausmachen kann. Dennoch lasse ich mein Goldgeschmeide und die Rolex im Hostel. Mein Schnupperausflug führt mich an den Strand – ewig breit – und im Hintergrund: Der Zuckerhut! Wow. Rionesen joggen mit und ohne Hund an der Strandpromenade entlang, natürlich durchgängig oben ohne. Einzelne Flaneure lassens langsamer angehen und sind doch eher auf das Sehen und Gesehenwerden geeicht. Flirtfaktor dabei: hoch. Die üblichen fliegenden Händler versuchen einem den ganzen chinesischen Kitsch anzudrehen, Sandburgenbauer stellen ihre Werke aus. Der Strand selbst ist phantastisch und erstreckt sich kilometerweit links und rechts von mir. Zu so später Stunde jedoch fast entvölkert. Dennoch verweile ich und muss mir erst einmal bewusst machen wo ich gerade bin. Das will noch nicht so richtig in den Kopf.
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