Weiter gehts
Ich tue mich schon sehr schwer derzeit Entscheidungen zu treffen. Eigentlich würde ich Rio doch auch ganz gerne mal bei Sonne erleben, aber laut Wetterbericht , der bisher immer stimmte, wird das so schnell nichts. Außerdem ist das Hostel, wie berichtet, ja nicht gerade dazu geeignet sich dann eben auf dem Zimmer auszuruhen und in Ruhe etwas zu lesen. Also fix Flug und Unterkunft in Campo Grande gebucht, Internet ist schon klasse, und ab gehts ins Pantanal, einem riesigen Sumpfgebiet im Westen Brasiliens. Zum Flughafen gibts einen Bus direkt vom Strand an der Copacabana und man muss sich einfach irgendwo hinstellen und den richtigen Bus anhalten, Haltestellen gibts nicht. Angenehme Regelung. Problematisch ist es in Brasilien jedoch immer in einen Bus hineinzukommen. Beim Fahrer gibt es immer ein viel zu klein geratenes Drehkreuz, durch das sich zu quetschen schon ohne Gepäck selbst für Normalgewichtige fast unmöglich ist. Es dauert meist eine Ewigkeit bis sich Leute mit Koffer oder Rucksack dort hindurch gequält haben. Aber was macht man nicht alles im Namen der Sicherheit. Ich vermute jedenfalls, dass diese der Grund für diese Sperre sein soll. Ansonsten sind die Busfahrer hier allesamt helldriver. Durch die Stadt mit 80-90 Sachen – kein Ding. Es wird gerast auf Teufel komm raus. Mit ein Grund warum ich lieber fliege.
Der Flughafen in Rio erscheint ziemlich provinziell, dunkel, grau und ziemlich hässlich. Das wird jedoch von der Flughafenansagerin ausgeglichen indem sie so spricht wie diese einschlägigen Werbesendungen, die in Deutschland nachts auf den Privatkanälen laufen. Eine hocherotische, leicht rauchige, weibliche Stimme haucht und flüstert ins Mikrophon, dass der und der Fluggast doch bitte zu dem und dem Flieger kommen soll. Man hat unweigerlich das Bild einer nicht gerade üppig gekleideten, die Lippen gespitzten Dame, die sich lässig auf ihrem Stuhl vor dem Mikro räkelt, vor Augen. Ich bin mir sicher, dass alle männlichen Fluggäste dieser Aufforderung umgehend und mit Freuden nachkommen. Bei den weiblichen bin ich mir da nicht so sicher. Vielleicht hat der VW-Betriebsrat auch einfach zu lange dieser Stimme gelauscht?! Wer weiss....
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