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Es werden Posts vom Mai, 2008 angezeigt.

OH WIE SCHÖN....

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... ist diese Welt. Angelockt von der Aussicht wilde Tiere zu sehen, von exotischen Früchten zu kosten, über unbesiedelte Landschaften zu fliegen, mich in azurblaue Gewässer zu stürzen, hohe Berge zu erklimmen, tiefe Täler und ungezähmte Flüsse zu betrachten, die Überreste längst vergangener Kulturen zu besuchen und heute noch lebende Kulturen zumindest ein wenig kennenzulernen, bin ich vor fast 11 Monaten auf die Reise gegangen. Gefunden habe ich eine Welt, die so dermaßen vielfältig ist, dass es einem im wahrsten Sinne häufig den Atem verschlägt und die Augen anfeuchtet, voller Menschen – reisenden und ortsansässigen - die, bis auf eine sich im Promillebereich bewegende Minderheit, höchst zuvorkommend, hilfsbereit und aufgeschlossen sind. Die, egal welcher Herkunft oder Religion, allerorten b ereit sind in kleinen wie in größeren Schwierigkeiten mit allem zu helfen, was in ihren Möglichkeiten steht. Gefunden habe ich viele Momente, in denen ich das Gefühl hatte, das wirkliche Glück i...

Caracas

Na, schauen wir doch heute mal welche Stadt man noch so zum Beben bringen könnte. Was geben denn die restlichen Tickets so her: Ahh ja: Caracas könnte man ja auch mal besuchen. Also düse ich am Morgen, leider war nichts mit ausgehen, Regen und die restlichen Malatseingründe halt, zum Flughafen und lasse mich mit Avianca nach Venezuela schaukeln. Eine sehr angenehme Fluggesellschaft, die sich allerdings zur Aufgabe gemacht hat sämtliche Sicherheitsvorschriften mindestens 5 mal anzusagen. Irgendwann bekommt mans da mit der Angst zu tun, denn anscheinend benötigt der kolumbianische Reisende derartige Dauererinnerungen.... Caracas ist hübsch tropisch feucht-warm, aber SAUMÄSSIG teuer. Mein lieber Scholli. Zwar wird man mit einem edlen, getönten Riesenjeep von Ford in die Stadt gefahren und kommt sich dabei ein wenig so vor wie ein Zuhälter, aber dafür drückt man auch gute 50 Euro ab. Eine Strecke! Doch für Caracas ist es eher angeraten mit der Taxe zu fahren, denn der Verlust sämtlichen ...

Upps

Mein Weg führt mich heute direkt weiter von Lima nach Bogota. Flugtechnisch funktioniert alles und in nullkommanix bin ich in der kolumbianischen Hauptstadt angekommen. Es wirkt alles ein wenig schmuddelig und das viele Militär und die Polizei überall tragen dazu bei, dass mir etwas mulmig wird in dieser Stadt. Nun, der Taxifahrer überfällt mich nicht, sondern ist tatsächlich sehr nett. Das Hotel ebenfalls. Auf der Suche nach einem Geldautomaten lande ich schließlich auf einem großen Platz, ebenfalls etwas beunruhigend hinsichtlich des Publikums hier. Aber wenn es schon so viele nette Militärpolizisten gibt, dann kann man die ja mal fragen wo der nächste Automat ist. Kein Problem, ich werde direkt hingeleitet, während der Abhebung überwacht und schließlich wieder über den gesamten Platz zurückeskortiert. Komme mir dabei vor, wie son Opa, dem über die Straße geholfen wird... Naja, wer weiß wofür es gut war, denn die Straßenbevölkerung in Bogota erscheint doch ziemlich düster, wenn die S...

Grippaler Ausflug

Ein längerer Stadtrundgang durch das Zentrum von Lima nimmt mich doch sehr mit. Ich stecke voll in einer dicken Grippe bzw. üblen Erkältung und sie wird und wird nicht besser. Die Husterei lässt die koloniale Altbausubstanz der Innenstadt schon sehr erzittern. Alles ist hübsch herausgeputzt, kein Müll, kein Dreck und sehr sehr viel Polizei und Militär findet sich rund um den Plaza de Armas. Ich finde ja immer, dass das sowohl beruhigt als auch beunruhigt und bin froh, dass wir das in den meisten Städten in Europa nicht in dem Maße benötigen. Außer den vielen Uraltbauten gibts viel zu shoppen, alles ist etwa halb so teuer wie in Deutschland, doch immer noch doppelt so teuer wie in Bolivien. Gut, dass ich das Thema schon durch habe. Det wärs auch schon für den heutigen Eintrag, muss mich weiter pflegen.

Ankunft Lima

Aufstehen, Bahnhof, Umbuchung, Bahn, Taxi, Cusco, Flieger, Taxi, Lima. Das wäre die Kurzfassung für den heutigen Tag. Alles recht flott, denn mir ist nicht so nach Verweilen im Touridorf. Also wird das Bahnticket umgebucht (ausnahmsweise mal ohne irgendwelche Zusatzkosten) und, da dieser Zug nicht nach Cusco durchfährt, ein Sammeltaxi bis Cusco geentert. Mit einer Südafrikanerin ergibt sich bei einer wilden Fahrt durch die Serpentinen vor Cusco (130 Kmh durch die Kurven an den Abhängen vorbei!!) ein nettes Gespräch über Gott und die Welt und die amerikanische Außenpolitik. Zwei Bürger zweier „vormals“ böser Staaten diskutieren über die Politik des jetzigen „bösen“ Staates. Schon denkwürdig. Dem Herrn sei es getrommelt und gepfiffen, dass wir diese Taxifahrt überlebt haben. Ich habe wirklich selten dermaßen riskante Fahrten erlebt wie in Peru. Und siehe da es gibt am Flieger noch nen Platz für mich und ich kann heute noch nach Lima. Davor hat der liebe Gott die Gepäckkontrolle gestellt,...

Machu Picchu

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Der große Moment ist gekommen, ich fahre zur DER Adresse in Südamerika überhaupt, der vergessenen Stadt der Inkas in den Bergen: Machu Picchu. Doch der liebe Gott hat davor mal wieder die Anstrengung und die Kreditkarte gesetzt. Am Morgen gehts auf zum VOLLSTÄNDIG überteuerten Zug nach Aguas Calientes, dem Dorf, von dem alle Touren nach Machu Picchu starten. Preisniveau: europäisch. Für eine Hin- und Rü ckfahrt (jeweils 110 Km) von Cusco aus bezahlt man stattliche 65 Euro. Davon kann man hier in Peru, wenn man sparsam ist, gut 3-4 Tage leben (oder in meinem Fall durch halb Südamerika fliegen). Nicht etwa, dass das jetzt eine Schnellbahn wäre, nein, es dauert 4 Stunden und man tuckert wirklich extrem langsam vor sich hin. Platz? – ähnlich wie in einem Trabi. Aber es ist schon eine der absurdesten Zugfahrten mei nes bisherigen Lebens. Um aus dem Talkessel von Cusco herauszukommen muss dieser Zug tatsächlich Serpentinen pendeln. Also einen Schienenstrang vorwärts hoch und wied er rückwä...

Schwein gehabt

Abschied von Roli und Nati ist angesagt und so gehen wir noch einmal gemeinsam essen. Was auch immer mich treibt – ich bestelle Meerschweinchen (Cuy) – wo ich doch sonst eher weniger experimentierfreudig bin, zumindest was das Essen betrifft. Nach einer Weile erscheint der Ober mit einem gebratenen Etwas mit Kopf und großen Nagezähnen. Das arme Schwein ist komplett gebraten worden und das bereitet mir so einige Schwierigkeiten es zu essen. Dazu kommt diese unangenehme Ähnlichkeit mit einer Ratte, fleischtechnisch dürften sie gleichauf liegen, hinsichtlich des Ekelfaktors gleichfalls. Gegessen wird so ein Meerschweinchen mit den Händen, wie Geflügel auch, denn eigentlich besteht ein Meerschweinchen nur aus Fell und Knochen. Nackig, wie es da so verschmort vor mir auf dem Teller liegt, bleibt also nicht viel zum Essen. Und das ist auch ganz gut so. Ich wage mich daran, werde aber zunächst vom üblen Geruch abgeschreckt. Um nicht zu sagen: es stinkt! Das Fleisch selbst ist dann nicht so sc...

Händler

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Cuzco, eine wunderschöne Stadt im Osten Perus. Das ehemalige Zentrum des Inkareiches, wovon jedoch im Stadtbild bis auf ein paar Steine nichts mehr zu erkennen ist. Alles wurde von Kolonialbauten überbaut. Auf dem ehemaligen Inkapalast steht heute die Kathedrale der Stadt. Dazu existieren viele reich verzierte Kirchen, damit der gläubige Bürger, von denen es hier ebenfalls Unmengen gibt, seinen religiösen Pflichten nachkommen kann. Der liebe Herr Ratzinger hätte bzw. hat bestimmt seine helle Freude daran. Sonntags rennt hier fast die gesamte Stadt in schickstem Fummel durch die Straßen auf dem Weg in die Kirche, wo der Seelenhändler schon wartet. Davor: Massen fliegender Händler, die für den Kirchgang so sinnvolle Di nge, wie einen Minifernseher verkaufen. Sehr sehr praktisch, übersteht man auf diese Weise doch auch die langweiligen Passagen des Pfaffen (nur an der Antennenlänge muss noch gearbeitet werden, denn die stechen mit etwa zwei Metern Laenge doch arg heraus). Wer mag kann die...

Peruanischer Wahnsinn

Wer wirklich Spannung erleben möchte, der setze sich in diesem Land in einen Bus! Adrenalin pur! Unsere Fahrt führt uns heute von Puno nach Cusco. Eigentlich ist Abfahrt um 8.30 Uhr, aber das darf man in diesem Land wohl nicht so ernst nehmen. Ich bin zwar erst den zweiten Tag in Peru, aber bisher war hier noch nichts auch nur annähernd pünktlich. Warten ist hier Königsdisziplin. Und selbst wenn es dann mal losgeht wird gern noch der eine oder andere längere Stopp eingelegt und so dermaßen in die Länge gezogen, dass schließlich der halbe Bus „vamos“, „vamos“ brüllt. Nichts leichter als das denkt sich der Busfahrer, macht seinen Oberkörper frei (und das sieht nicht schoen aus – zu viel Hammelfleisch) und legt richtig los. Straßenschäden (davon gibts viele) überfliegt man mit möglichst hoher Geschwindigkeit. Kurvenschilder sieht unser Hilfs-Schumacher als Aufforderung noch mal richtig ins Gaspedal zu treten. Ein Auto, was langsamer fährt vor einer Kurve? Kein Problem – jetzt erst recht u...

Im Zoo zwo

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Unerwartet haben wir heute einen Zootag eingeschoben, der wirklich von morgens bis abends andauert. Am Bus, der uns an die Grenze nach Peru fahren soll, um dort gleich weiter nach Puno gefahren zu werden, gehts zu wie im Affenkäfig. Ein absolutes Organisationschaos, niemand weiß so recht wer wo mit wem und warum überhaupt sitzen soll. Bevor man jedoch in den „Genuß“ des Sitzens (ein Bus aus chinesischer Produktion – vollkommen ungeeignet für mitteleuropäische Knie) kommt, müssen allerlei Formalien erfüllt werden. Man schreibt mal hier seinen Namen auf, dann zeigt man mal dort sein Ticket, um dann Zettel zu erhalten, die wiederum ausgefüllt werd en sollen. Das zieht sich so eine Weile hin. Zu Gunsten der Bolivianer sei gesagt, dass ein ziemlicher Andrang herrscht, weil in Peru bis heute gestreikt wurde und sich nun natürlich alle Touristen auf den Weg machen. An der Grenze dann der übliche Bürokratenquatsch. Meine Sorge, dass ich, da i ch keinen Ausreisezettel vorweisen kann – hab bei d...

Eine gute Tat

Nach der Wanderung auf der Isla del Sol gibts wieder eine kalte Nacht, aber dafuer davor einen phantastischen Sonnenuntergang. Man trauert der Sonne regelrecht nach, denn man weiss, dass sofort nach ihrem Abgang bittere Kaelte folgt. Das suedliche Dorf auf der Isla del Sol liegt auf dem Huegel und so geniesse ich mit dem Madagassen aus dem Sumpf - er ist wieder zu uns gestossen - die tolle Sonne bei Kaffee und Buch bevor es wieder nach Copacabana geht. Dort spielen wir zu viert Detektiv, denn wir haben auf unserer Wanderung eine Kamera gefunden. Nun heisst es die Besitzer ausfindig zu machen. Ganz praktisch bei der Digitalfotografie - Fahndungsfotos sind vorhanden. So kommen mehrere Hotelbesitzer in den Genuss unserer Fahndungsfotos und schliesslich mit Erfolg. Drei Neuseelaender erhalten zurueck was ihnen gehoert. Das schoenste dabei: diese unglaubliche Dankbarkeit in einer Welt, die oft so schlecht geredet wird und es gar nicht wirklich ist.

Lago Titicaca

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Copacabana ist im Gegensatz zum brasilianischen Pendant um Längen kühler. Um nicht zu sagen arschkalt. Auf 4000 Metern wohl normal. Aber dafür gibts den giga ntischen Titicacasee direkt vor dem Hotel. Das entschädigt solange noch etwas Restwärme im Körper verweilt. Danach dann leider auch nicht mehr so richtig. Ich will WÄRME!! Mal wieder gehts in Komplettmontur ins Bett, mal wieder wirds ne kühle Nacht. So richtig sehe ich den See allerdings erst am nächsten Morgen, als ich im Boot zur Isla del Sol sitze. Er ist wirklich gigantisch, man wähnt sich am Meer und nicht an einem Binnensee. Bis zum Horizont reicht das unglaublich tiefe blau, rechts leuchtet wieder die Cordillera Real mit ihren schneebedeckten Bergen. Der Titicacasee hat seinen Namen aus dem Aymara. Titi heißt auf Aymara Puma und Caca Felsen. Auf der Isla del Sol steht der Felsen, der dem See den Namen gab. Der See ist angeblich der höchste schiffbare See der Welt – als solches wird er jedenfalls verkauft, obwohl es durchau...

Leaving La Paz

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Vorbei ist es mit der Heimatatmosphäre. Auf gehts zu neuen Orten und Erlebnissen. Um zwölf bin ich am Friedhof verabredet, von wo die ganzen Minibusse nach Copacabana, einem kleinen Ort am Titicacasee – schon wieder ein Copacabana – abfahren. Die halbe Sumpftruppe aus Rurrenabaque ist an Bord, sprich die beiden Schweizer. Und zu meiner Freude auch Natalie, eine Amerikanerin, die ich gestern zufällig in einem Cafe wiedertraf, und ursprünglich in Chile in Torres del Paine Nationalpark kennengelernt hatte (erinnerste Dich Christian?). Die Welt ist eine kleine. Bevor die Fahrt losgeht müssen erst einmal die Cholitas ihr Gepäck auf dem Dach verstauen. Man reist hier nicht etwa mit klassischen Koffern, nein, hier reist man mit Schaf! Zwei Schafe werden als Paket verschnürt auf dem Dach neben den Rucksäcken untergebracht. Die Kelly Family hätte ihre wahre Freude, die Schafe weniger. Eingequetscht sitze ich hinten im Fond und genieße den Ausblick soweit das geht (siehe Bild). Die Landschaft is...

Mea Culpa

Jaja, ich schreib ja schon wieder. Der Blog wird nicht abgestellt und wacker bis zum Ende betrieben. Nach dem äußerst wackligen Rückflug von Rurrenabaque brauchte ich wohl erst einmal ein wenig Erholung. Zunächst war am Freitag gar nicht klar ob wir überhaupt fliegen könnten, denn am Morgen ging ein heftiger Tropenregen runter, so dass die Landebahn - Gras - vollständig rutschig war. Wir sind dann auch tatsächlich von einem 50 Kilometer entfernten Provinzflughafen abgeflogen. Der Start war da kein Problem, das Gewitter, was folgte, umso mehr. Jemand schon mal in einem Rosinenbomber im Gewitter geflogen? Schön ist das nicht und ich dachte eigentlich die ganze Zeit nur, dass so ein doofes Flugzeug doch wohl die letzten 15 Minuten nach La Paz irgendwie schaffen müsste. Tat es dann ja auch. Hier hab ich dann die letzten Tage etwas Ruhe, wenn auch unangenehme Kälte genießen dürfen, hab weiter WG gespielt, bin durch die Märkte getingelt und ab und an mit neuen Bekannten durch die Cafes gezog...

Am Fluss

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Rurrenabaque ist der Ausgangspunkt für allerlei Touren in die Wildniss von Nordbolivien. In dieser Gegend wechseln sich Dschungel und Sumpflandschaften ab, in denen sich jede Menge Flüsse winden bis sie sich zum Amazonas vereinigen. Ich entscheide mich für eine „Pampatour“, also Sumpf, auf dem Yacuma-Fluss. Einer der schönsten Ausflüge bisher, leider aber auch der heftigste, was die Anstrengungen betrifft. Im Jeep werden 6 Personen über drei Stunden aufs Übelste durchgeschüttelt. Gespräche sind nicht/kaum möglich, weil jeder hochkonzentriert damit beschäftigt ist seinen Allerwertesten irgendwie auf dem dafür vorgesehenen Sitz zu halten. Danach geht es etwa 2 Stunden auf einem Boot den Fluss entlang bis wir – endlich – unser Lager erreichen. Schöne Fahrt, sieht man mal von der unangenehmen Sitz-Hockhaltung ab. Inmitten von Aligatoren, Kaimanen, Anacondas, Affen, Vögeln usw. usf. teilen sich jeweils 2 Personen eine Holzhütte, in der so etwas ähnliches wie ein Bett steht. Als Mückenschutz...

Evo und das Referendum

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Es zieht mich mal wieder in ländliche Gebiete nach Rurrenabaque ins Amazonasdelta. Zwar bin ich ein Stadtmensch, aber nach so langer Zeit La Paz kanns auch mal wieder gemütlicher zugehen. Mein Misstrauen gegenüber den bolivianischen Bussen ist noch immer sehr groß, so dass ich mir einen Flug mit TAM Bolivia gönne. Nicht nur meine Frostzeiten an Bord oder die Autopanne in der Nacht führen zu diesem Entschluss, sondern vielmehr der Zwischenfall in der Salar de Uyuni. Drei Tage nachdem ich dort gewesen bin, sind 2 Busse frontal zusammengestoßen und es hat 13 Tote gegeben. Da ist doch das Misstrauen berechtigt. Wie die das allerdings hinbekommen haben sich mitten auf dem Salzsee so fatal zu treffen ist mir schleierhaft. Vielleicht liegts daran, dass das hier halt Bolivien ist, aber viel wahrscheinlich liegts an der Tatsache, dass es als Busfahrer gar nicht mal so ungewöhnlich ist sich während der schweren Arbeit auch mal nen Te con T (Tee mit „was drin“) zu gönnen. Dank Evo wird an Verbess...

Folklore

Barbara hats schon schwer mich zu überreden abends dann doch noch auszugehen. Der Leib möchte einfach nur in der Waagerechten verweilen. Aber mit ein wenig Überzeugungskraft ringe ich mich dann doch durch in meine vielen Alpakapullover zu steigen und mir die Oberflieger-Bolivianische-Frauenpower-Combo reinzuziehen. Hmm, so eine urbolivianische Konzert-Disko-Location ist schon merkwürdig. Alle sitzen da wie bei deutschen Schützenfesten in den 70er Jahren und warten gespannt auf den Auftritt. Im Hintergrund laufen folkloristische Panflötencombos auf Video - tänzelnd werden Aussaat und Ernte dargestellt, die armen Männer müssen mit den Hacken den Boden vorbereiten (wirken aber gar nicht so unglücklich dabei, winkt doch offensichtlich nach dem Hacken eine Ernte der sehr menschlichen Art) und die Frauen säen dazu tänzelnd - und der eine oder andere Gast tanzt in einer Mischung aus spanischem Volkstanz und indianischen Kraltänzen. Gegen die Kälte – Heizungen sind in diesem Teil der Welt ein...

Diebe

Zwar hat La Paz durchaus den Ruf, dass Touristen hier ausgeraubt werden, mitunter entführt, die Geheimzahl der Kreditkarte erpresst und dann das Konto bis zum Limit geleert wird. Davon bin ich bisher verschont geblieben. Mein Versuch immer möglichst ortskundig und ortsansässig zu wirken hat sich soweit ausgezahlt. Und das ist als Blonder mal wieder gar nicht so einfach! Als ich gestern über den Markt schlenderte (was wohl machend?!) hörte ich ein Rotzen und fühlte so einen unangenehmen Schleimfilm an der Wange. Brauchte einen Moment das irgendwie zusammenzubringen. Passanten zeigten auf die vielen Tauben, doch die konnte ich als Verursacher schnell ausschließen. Die Konsistenz der Flüssigkeit auf meiner Wange verriet alles. Ich vermutete mal wieder irgendeinen Verrückten, was ja nicht das erste Mal wäre. Halbwegs gereinigt zog ich also weiter und vermisste schließlich: meinen Stadtplan! Tja, die Diebe hier sind offensichtlich auch nicht ortskundig. Dabei gibts doch eine wunderbare Tour...

Am Limit...

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... ist zunächst einmal mein Gepäck! Bolivien, das Einkaufsparadies. Und ich mag ja nichts lieber als in den Märkten herumzustöbern und die tollsten Sachen anzuprobieren und natürlich zu kaufen. Was zum Limit Nummer 2 führt. Das Konto! Viel billig macht dann letztlich auch einmal teuer. Schade eigentlich, dass das wohl so eine Art Naturgesetz ist. Gut, dass mein Rucksack da sowieso gewisse Grenzen vorschreibt. Und eben auch der liebe geplagte Rücken, dem es sowieso eher schlecht als recht geht, so dass ich hier ein regelrechtes Kurprogramm absolviere. Jeden Tag eine medizinische Massage, dami t die vielen Rückenknoten, die mich schon eine ganze Weile plagen, sich mal so langsam lös en. Aber der eigentliche Grund für die heutige Betreffzeile ist die Mountainbiketour, die ich am 1. Mai gemacht habe. Nicht weit entfernt von La Paz, noch ein wenig höher – ca. 5000 Meter – beginnt eine Straße, die als die gefährlichste der Welt gilt. Der Name hatte mich bereits mehrfach abgeschreckt, aber...