Ankunft Lima

Aufstehen, Bahnhof, Umbuchung, Bahn, Taxi, Cusco, Flieger, Taxi, Lima. Das wäre die Kurzfassung für den heutigen Tag. Alles recht flott, denn mir ist nicht so nach Verweilen im Touridorf. Also wird das Bahnticket umgebucht (ausnahmsweise mal ohne irgendwelche Zusatzkosten) und, da dieser Zug nicht nach Cusco durchfährt, ein Sammeltaxi bis Cusco geentert. Mit einer Südafrikanerin ergibt sich bei einer wilden Fahrt durch die Serpentinen vor Cusco (130 Kmh durch die Kurven an den Abhängen vorbei!!) ein nettes Gespräch über Gott und die Welt und die amerikanische Außenpolitik. Zwei Bürger zweier „vormals“ böser Staaten diskutieren über die Politik des jetzigen „bösen“ Staates. Schon denkwürdig. Dem Herrn sei es getrommelt und gepfiffen, dass wir diese Taxifahrt überlebt haben. Ich habe wirklich selten dermaßen riskante Fahrten erlebt wie in Peru. Und siehe da es gibt am Flieger noch nen Platz für mich und ich kann heute noch nach Lima. Davor hat der liebe Gott die Gepäckkontrolle gestellt, bei der der Sicherheitsbeamte treffend feststellt, dass ich eine Flasche Bier im Handgepäck mit mir führe. Weia, hatte ich vergessen. Also pack ich sie in mühsamer Wühlarbeit aus. Auf mein „Salud“ mit dem ich die Flasche dem Herrn überreiche folgt eine Belehrung, dass man solche Flaschen doch besser verpacken müsse. Er nimmt meinen Alpakapullover, wickelt die Flasche darin ein und stopft grinsend alles wieder in mein Handgepäck. Manchmal mag ich die Missachtung von Regeln... Mit meiner Erkältung zu fliegen war ansonsten eine sehr sehr schlechte Idee. Der Druckausgleich funktioniert nicht und meine Ohren drohen zu explodieren! Fürchterliche Schmerzen und anschließend fast komplette Taubheit.

Lima liegt unter einer dicken Wolkendecke, was ein wenig an einen spätherbstlichen trüben Tage in Deutschland erinnert. Hier heißt es wieder aufgepasst: man suche die offizielle Taxistelle. Aber es laufen alle mit irgendwelchen wichtig und offiziell erscheinenden Ausweisen um den Hals herum. Wird schon gut gehen. Ein sehr gesprächiger Taxifahrer kariolt mich kurz hinter dem Flughafen durch enge, dunkle Gassen (mannomann, hier werde ich jetzt gleich ausgeraubt!), biegt gottseidank wieder auf eine vielbefahrene Straße nur um gleich wieder in ein finsteres Industriegebiet zu fahren (jetzt passierts!). Adrenalinachterbahn. Das Gespräch entwickelt sich naturgemäß in Richtung Gefahren. Das Zentrum sei überhaupt nicht sicher, er könne mich aber nach Miraflores fahren, wo er ein Hotel kennt. Das tut er tatsächlich und er bettelt fast auf Knien, dass er ja jetzt einen „RIESEN“ Umweg gefahren und außerdem der Spritverbrauch so unendlich hoch gewesen sei und was weiß ich noch. 5 Soles zu den 40 hinzu bewirken keine Änderung, aber das ist mir nun auch egal. Hinter mir, während ich auf mein Zimmer gehe, jammert es und jammert es. Im Internet lese ich später, dass genau diese Masche von ALLEN Taxifahrern mit Gringos durchgezogen würde, damit sie von den Hotels eine Gebühr verlangen sowie den Taxipreis erhöhen können. Ich lese sozusagen die Anleitung später nach. Instanteindruck von Lima: Moloch, später leichte Meinungsänderungen, denn Miraflores ist wirklich sehr hübsch. Ausführliches nach einer ersten Stadtbegehung.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Hey, wo bleibt der Berricht der ersten Stadtbegehung????

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