Caracas
Na, schauen wir doch heute mal welche Stadt man noch so zum Beben bringen könnte. Was geben denn die restlichen Tickets so her: Ahh ja: Caracas könnte man ja auch mal besuchen. Also düse ich am Morgen, leider war nichts mit ausgehen, Regen und die restlichen Malatseingründe halt, zum Flughafen und lasse mich mit Avianca nach Venezuela schaukeln. Eine sehr angenehme Fluggesellschaft, die sich allerdings zur Aufgabe gemacht hat sämtliche Sicherheitsvorschriften mindestens 5 mal anzusagen. Irgendwann bekommt mans da mit der Angst zu tun, denn anscheinend benötigt der kolumbianische Reisende derartige Dauererinnerungen....
Caracas ist hübsch tropisch feucht-warm, aber SAUMÄSSIG teuer. Mein lieber Scholli. Zwar wird man mit einem edlen, getönten Riesenjeep von Ford in die Stadt gefahren und kommt sich dabei ein wenig so vor wie ein Zuhälter, aber dafür drückt man auch gute 50 Euro ab. Eine Strecke! Doch für Caracas ist es eher angeraten mit der Taxe zu fahren, denn der Verlust sämtlichen Gepäcks käme teurer. Ein vermeintliches Mittelklassehotel in einer sicheren Wohngegend kostet gleich noch einmal 50 Euro - null Standard! Wenns so weiter geht ist aber bald das Konto leer. Das üble ist wieder der große Kontrast zwischen extremster Armut und schwindelerregendem Reichtum. Am Abend sehe ich drei Kindern beim Jonglieren mit irgendwelchen Lumpenbällen zu. Dafür muss man natürlich bezahlen. So komme ich ins Gespräch mit den dreien. 8, 10 und 11 Jahre alt. Sie sind so zerlumpt, dass man es kaum beschreiben kann und stinken als hätten sie in ihrem Leben noch nie ein Bad gesehen. Frage 1: Eltern? Gibts nicht. Frage 2: Schule? Noch nie von innen gesehen. Frage 3? Irgendsoetwas wie eine Wohnung? Nein, sie leben direkt nebenan am Lüftungsschacht der U-Bahn in einer kleinen Grünanlage. Nun ist es ja nicht so, dass ich nicht auch schon des Öfteren angelogen wurde, siehe Katmandu, aber das hier ist schon sehr authentische Armut. Ich glaube ich mag Caracas nicht!
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