Leaving La Paz

Vorbei ist es mit der Heimatatmosphäre. Auf gehts zu neuen Orten und Erlebnissen. Um zwölf bin ich am Friedhof verabredet, von wo die ganzen Minibusse nach Copacabana, einem kleinen Ort am Titicacasee – schon wieder ein Copacabana – abfahren. Die halbe Sumpftruppe aus Rurrenabaque ist an Bord, sprich die beiden Schweizer. Und zu meiner Freude auch Natalie, eine Amerikanerin, die ich gestern zufällig in einem Cafe wiedertraf, und ursprünglich in Chile in Torres del Paine Nationalpark kennengelernt hatte (erinnerste Dich Christian?). Die Welt ist eine kleine. Bevor die Fahrt losgeht müssen erst einmal die Cholitas ihr Gepäck auf dem Dach verstauen. Man reist hier nicht etwa mit klassischen Koffern, nein, hier reist man mit Schaf! Zwei Schafe werden als Paket verschnürt auf dem Dach neben den Rucksäcken untergebracht. Die Kelly Family hätte ihre wahre Freude, die Schafe weniger. Eingequetscht sitze ich hinten im Fond und genieße den Ausblick soweit das geht (siehe Bild). Die Landschaft ist anders als von mir erwartet nett anzuschauen. Lehmhütten stehen irgendwo in nur auf den ersten Blick kahlen Feldern, Korngarben stehen zum Trocknen in der Sonne und im Hintergrund leuchten immer wieder die 6000er der Cordillera Real. Selbst die Vogelscheuchen tragen hier stilecht Bowlerhüte. Irgendwann läuft meiner Nachbarin eine leicht gelbliche Flüssigkeit durch die Heckklappe in den Nacken. Hmm, es regnet nicht. Ein schlimmer Verdacht! Da ist den Kellyverwandten oben wohl ein Malheur passiert! Nach gut 3 Stunden sind wir dann in Copacabana angekommen und ich beziehe mein Zimmer am See. Der Ort selbst ist ganz hübsch, relativ touristisch zurechtgemacht für die ganzen Reisegruppen, die von Peru aus Touren an diesen Teil des Sees unternehmen sowie voll von diesen hängengebliebenen Alternativtouristen, deren Haar seit Beginn ihrer Unternehmung, also sehr sehr lange, keine Seife gesehen haben. Da trifft es sich ganz gut, dass die Temperaturen sich in einem Bereich befinden, der eine schnelle Geruchsverbreitung verhindert.

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Wie jetzt? Titisee und caca oder titicacasee????????????????
Anonym hat gesagt…
Lieber Jürgen, jetzt hatte ich ja gehofft, dass Du Dein Spanisch perfektioniert hast, und schon hat Dein Blog einen englischen Titel. Ich warte ja immer noch auf eine spanischen Tageseintrag. Ich mache auch keine Korrekturvorschläge.

Endlich hast Du Dich aufgerafft weiterzufahren, das wird dann ja im Juni und Juli richtig eng mit den ganzen Zielen, die noch aufgesucht werden wollen.

Viel Spaß in Peru!

Achim
Anonym hat gesagt…
nicht alle Schweizer sind unangenehm. Kam heute morgen leicht gebräunt aus der Schwyz mit jaaanz vielen Bergen (Schnee incl.) zurück & wollte dir nur sagen, dass ich zwischendurch in Gedanken bei dir war.... und vom Boss aus Schwaben hab i nix - odr?
Anonym hat gesagt…
Jürgen, zwei Schafe und Nathalie, welch tolles Gespann, klar erinnere ich mich, war ja auch ein sehr netter Ausflug....
Lg aus Berlin
Christian

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