Machu Picchu

Der große Moment ist gekommen, ich fahre zur DER Adresse in Südamerika überhaupt, der vergessenen Stadt der Inkas in den Bergen: Machu Picchu.

Doch der liebe Gott hat davor mal wieder die Anstrengung und die Kreditkarte gesetzt. Am Morgen gehts auf zum VOLLSTÄNDIG überteuerten Zug nach Aguas Calientes, dem Dorf, von dem alle Touren nach Machu Picchu starten. Preisniveau: europäisch. Für eine Hin- und Rückfahrt (jeweils 110 Km) von Cusco aus bezahlt man stattliche 65 Euro. Davon kann man hier in Peru, wenn man sparsam ist, gut 3-4 Tage leben (oder in meinem Fall durch halb Südamerika fliegen). Nicht etwa, dass das jetzt eine Schnellbahn wäre, nein, es dauert 4 Stunden und man tuckert wirklich extrem langsam vor sich hin. Platz? – ähnlich wie in einem Trabi. Aber es ist schon eine der absurdesten Zugfahrten meines bisherigen Lebens. Um aus dem Talkessel von Cusco herauszukommen muss dieser Zug tatsächlich Serpentinen pendeln. Also einen Schienenstrang vorwärts hoch und wieder rückwärts über eine Weiche in den nächsten Schienenstrang nach oben. Hatte ich auch noch nie. So eiern wir etwa 1 Stunde immer hin und her den Hang hinauf. Danach gehts dann immer weiter hinunter durch ein Tal, welches zum Schluss nur noch gerade mal die Bahnschienen und einen kleinen Fluss aufnehmen kann. Links und rechts davon erheben sich mächtige Gebirge. Ich bin angekommen in Aguas Calientes – dem Milchhof für Touristen. Zapfanlagen allerorten. Der Eintritt für MP beträgt satte 30 Euro, der Bus dort hinaus noch einmal 8. Man nimmts hier wirklich überall wo man es bekommen kann.

Aber MP ist schon ein Muss. Auf etwa 2500 Metern Höhe haben die Inkas im 16. Jahrhundert diese phantastische Stadt am MP gebaut. Von Bau über Besiedlung bis zum Verlassen der Stadt vergingen gerade einmal 100 Jahre. Man streitet sich darüber ob die Siedlung erst in Folge der Eroberung durch die Spanier oder bereits vorher verlassen worden ist, doch letztlich sind mir diese Details meistens sehr egal. Was zählt ist dieser tolle Anblick. Von den Feldterassen im Süden bekomme ich sofort diesen Postkartenanblick, den Ihr auf dem Foto sehen könnt. Insgesamt streune ich 4 Stunden durch die Ruinen, bewundere die Terassen der Inkas, auf denen sie die Ernährung der Stadt sichergestellt haben, streife durch das Gefängnis, die Wohnanlagen und den Industriesektor. Immer wieder irre dermaßen ausgeklügelte Anlagen vergangener Kulturen zu betrachten. Allerdings holt mich so langsam die Erkältung – Folge der vielen Kälte der letzten Wochen – ein. So überdenke ich meinen Plan morgen früh zurückzukehren, um noch auf einen anderen Hügel bei der Inkastadt zu klettern und plane auf den frühen Zug morgen früh zu wechseln.

Nachtrag zu Cusco: Schön wäre es wenn der erste Eindruck sich bewahrheiten würde: die katholische Kirche hat ihren Frieden mit bestimmten Bevölkerungsgruppen auf der anderen Flussseite gefunden, doch leider leider ist dem nicht so. Es ist die Fahne von Tihuantinsuyo, dem Namen des Inkareiches und nicht etwa meiner Innung gewidmet. Zudem, so ganz identisch sind die Farben dann doch nicht. Schade eigentlich, aber diese Kombination zu betrachten ist dennoch hübsch, gell? Und außerdem vielleicht ja so etwas wie ein Vorbote. Einen Papst in Prada-Schühchen haben wir ja schon - wer weiß was noch kommt.....

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Na, da hast Du doch Glück gehabt mit dem Wetter in MP! Und ab jetzt nur noch Causa, Ceviche, Papa a la huancayina und Inca-Cola!
Achim

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